Namakkal (Distrikt)

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Distrikt Namakkal
நாமக்கல் மாவட்டம்
Lagekarte des Distrikts
Bundesstaat Tamil Nadu
Verwaltungssitz: Namakkal
Fläche: 3.420 km²
Einwohner: 1.726.601 (2011)
Bevölkerungsdichte: 505 Ew./km²
Website: namakkal.tn.nic.in

Der Distrikt Namakkal (Tamil: நாமக்கல் மாவட்டம்) ist ein Distrikt des indischen Bundesstaates Tamil Nadu. Verwaltungszentrum ist die namensgebende Stadt Namakkal. Der Distrikt Namakkal hat eine Fläche von 3.420 Quadratkilometern und rund 1,7 Millionen Einwohner (Volkszählung 2011).

Geografie[Bearbeiten]

Ansicht der Kolli-Berge

Der Distrikt Namakkal liegt im nördlichen Binnenland Tamil Nadus. Nachbardistrikte sind Salem im Norden, Tiruchirappalli im Osten, Karur im Süden und Erode im Westen.

Die Fläche des Distrikts Namakkal beträgt 3.420 Quadratkilometer.[1] Im Westen und Südwesten bildet der Kaveri-Fluss die Grenze des Distrikts. Der westliche Teil des Distrikts ist überwiegend eben, doch erheben sich hier und da einzelne steile Felsen wie der Burgberg von Namakkal-Stadt oder der Tempelberg von Tiruchengode. Im östlichen Teil des Distrikts liegen die Kolli-Berge, ein bis zu 1.400 Meter hoher isolierter Ausläufer der Ostghats.

Der Distrikt Namakkal ist in die Taluks Namakkal, Paramathi-Velur, Rasipuram und Tiruchengode unterteilt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Fort Namakkal: Seit dem 17. Jahrhundert Machtzentrum der Region.

Das Gebiet von Namakkal stand im Laufe seiner Geschichte unter der Herrschaft wechselnder Dynastien. Wohl im frühen 17. Jahrhundert entstand unter der Ägide von Ramachandra Nayaka, einem Statthalter der Nayaks von Madurai, eine Festung in Namakkal. Die Festung wurde in der Folgezeit von den muslimischen Sultanen von Bijapur und Golkonda, den Königen von Mysore sowie den Marathen beherrscht. Die Briten eroberten Namakkal 1768 im Ersten Mysore-Krieg, verloren die Stadt aber kurz darauf wieder an Hyder Ali. Am Ende des Dritten Mysore-Krieges musste Tipu Sultan von Mysore 1792 die Gegend von Namakkal aber an Britisch-Indien abtreten. Die Briten gliederten das Gebiet als Teil des Distrikts Salem in die Provinz Madras ein. Nach der indischen Unabhängigkeit 1947 kam das Gebiet zum Bundesstaat Madras, der 1956 nach den Sprachgrenzen des Tamil neu formiert und 1969 in Tamil Nadu umbenannt wurde. Als eigenständiger Distrikt entstand der Distrikt Namakkal 1997 durch Abspaltung vom Distrikt Salem.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Nach der indischen Volkszählung 2011 hat der Distrikt Namakkal 1.726.601 Einwohner. Die Bevölkerungsdichte liegt mit 505 Einwohnern pro Quadratkilometer etwas unter dem Mittelwert des Bundesstaates (555 Einwohner pro Quadratkilometer). 40 Prozent der Einwohner des Distrikts Namakkal leben in Städten. Der Urbanisierungsgrad ist damit etwas niedriger als im Durchschnitt Tamil Nadus (48 Prozent).[2] Die Alphabetisierungsquote liegt mit 75 Prozent unter dem Mittelwert Tamil Nadus (80 Prozent).[3]

Die große Mehrheit der Einwohner des Distrikts sind Hindus. Nach der Volkszählung 2001 machen sie 97,2 Prozent der Bevölkerung aus. Nur kleine Minderheiten bekennen sich zum Islam (1,8 Prozent) oder Christentum (0,9 Prozent).[4]

Die Hauptsprache im Distrikt Namakkal ist wie in ganz Tamil Nadu das Tamil. Nach der Volkszählung 2001 wird es von 86,4 Prozent der Einwohner des Distrikts als Muttersprache gesprochen. Daneben gibt es eine größere Minderheit von Sprechern des Telugu (9,8 Prozent). Kleinere Minderheiten stellen die Sprecher des Kannada (2,2 Prozent) und Urdu (1,1 Prozent) dar.[5]

Nach der Volkszählung 2011 sind 20,0 Prozent der Einwohner des Distrikts Angehörige niederer Kasten (scheduled castes) und 3,3 Prozent Angehörige der Stammesbevölkerung (scheduled tribes)[6]. Zu letzteren gehören die in den Kolli-Bergen siedelnden Malayali.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Tempel von Tiruchengode

Der Distrikt Namakkal liegt abseits der Touristenrouten, doch bestehen Bestrebungen, die Kolli-Berge als Reiseziel für die zahlreichen Inlandstouristen, die in den heißen Monaten Bergorte aufsuchen, zu etablieren. In der Stadt Tiruchengode befindet sich auf einem Felsen ein wichtiger Tempel, der dem Hindu-Gott Shiva in seiner Form als Ardhanarishvara (halb Mann, halb Frau) geweiht ist. Hauptsehenswürdigkeit von Namakka-Stadt ist das aus dem 17. Jahrhundert stammende Fort Namakkal.

Städte[Bearbeiten]

Im Distrikt Namakkal gibt es 399 Dörfer und folgende 24 Städte:[7]

Stadt Einwohner
(2011)[8]
Alampalayam 20.286
Athanur 9.827
Erumaipatti 12.085
Kalappanaickenpatti 10.831
Kumarapalayam 71.594
Mallasamudram 18.007
Mohanur 14.315
Namagiripettai 21.250
Namakkal 55.145
Padaiveedu 10.451
Pallipalayam 40.140
Pandamangalam 7.259
Paramathi 11.986
Pattinam 8.912
Pillanallur 11.181
Pothanur 18.455
R. Pudupatti 7.478
Rasipuram 50.244
Seerapalli 12.403
Senthamangalam 19.750
Tiruchengode 95.335
Velur 25.012
Venkarai 9.330
Vennanthur 14.568

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Census of India 2011: Primary Census Abstract – Tamil Nadu. (PDF; 873 kB)
  2. Census of India 2011: Primary Census Data Highlights - Tamil Nadu. Chapter - I Population, Size and Decadal Change.
  3. Census of India 2011: Primary Census Data Highlights - Tamil Nadu. Chapter - III Literates and Literacy Rate.
  4. Census of India 2001: Basic Data Sheet: District Namakkal (09), Tamil Nadu (33). (PDF; 55 kB)
  5. Census of India 2001: C-15 : Population by Mother Tongue (Tamil Nadu), abgerufen unter Tabulations Plan of Census Year - 2001.
  6. Census of India 2011: Primary Census Data Highlights - Tamil Nadu. Chapter - II Scheduled Castes and Scheduled Tribes Population.
  7. Abfrage unter Census of India 2011: Villages/Towns Directory - 2011.
  8. Abfrage unter Census of India 2011: Search PCA Data by District/SubDistrict/Town/Village Name.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Namakkal district – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien