Namazgadepe

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37.37285277777859.556966666667Koordinaten: 37° 22′ 22″ N, 59° 33′ 25″ O

Karte: Turkmenistan
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Namazgadepe
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Turkmenistan

Namazgadepe (auch Namazga Depe, Namazga Tepe oder Namasga Tepe) ist neben Jeitun einer der ältesten archäologische Fundplätze in Zentralasien. Der 70 Hektar große Tepe (Hügel) befindet sich 80 Kilometer südöstlich von Aşgabat in Turkmenistan nahe der iranischen Grenze und gilt als bedeutendes Zeugnis frühen Ackerbaus in der Region. In Namasga Tepe lassen sich die Phasen I-VI unterscheiden.

In Namasga Tepe wurden Flussmündungsgebiete mittels Liman-Bewässerung reguliert und für den Getreidebau genutzt. Im Laufe der Entwicklung dieser Kultur kam es zu technischen Neuerungen, etwa zur Nutzung von Karren und Wagen zur Verwendung von Rindern als Zugtiere und zur Nutzung der Töpferscheibe. Funde belegen Beziehungen zu Sarasm in Tadschikistan, in den Iran, nach Afghanistan und zur Harappakultur.

Die ältesten Siedlungsschichten werden dem Chalkolithikum zugeordnet. In Namazga I sind Kontakte zu Tappe Sialk und anderen Kulturen der Region belegbar. Namazga II liegt zwischen 5300 und 4300 v. Chr. Wahrend der Phase III weisen Änderungen im Bestattungsritual, im Keramikdesign und insbesondere bei der Schädelform auf Zuwanderung. In den bronzezeitliche Schichten (Namazga IV und V, 2400-1700 v. Chr.) findet man Indizien für Metallnutzung. Schon in Namasa  I war Kupfer bekannt, doch waren die drei Frühphasen landwirtschaftlich geprägte Dorfkulturen, deren technologische Kenntnisse stets voranschritten. Ab Namasga IV wurden Töpferscheiben benutzt und die Siedlungen waren durch eine Lehmziegelmauer befestigt und deutlich größer. In Schicht fünf finden sich mehrräumige Lehmziegelhäuser mit Gassen, tönerne zwei- und vierrädrige Wagenmodelle und Bronzewerkzeuge.

Man unterscheidet mehrere Stile der Buntkeramik, die auf der Töpferscheibe hergestellt und in zweistöckigen runden, abgerundeten und eckigen Öfen gebrannt wurde. Die teils sehr komplexen Öfen hatten Kraggewölbe aus Trockenmauerwerk. Erhalten waren nur die unteren Feuerkammern der Töpferöfen, die auch Mittelpfeiler oder Trennwände enthielten. Die inneren Durchmesser der runden Öfen liegen zwischen einem und 2,25 Metern. Die Maße der Wände liegen zwischen 0,3 und 0,45 m.

Einige Tonfiguren von Karadepe ähneln denen der Obed-Zeit (Ubaid-Kultur) Mesopotamiens. Man fand tönerne und steinerne Siegel. Die unterschiedlich reichen Beigaben der Toten lassen auf eine gesellschaftliche Hierarchie schließen. Figuren von Muttergottheiten geben Aufschlüsse über die religiösen Vorstellungen in Nemasga Tepe.

Die ersten Ausgrabungen erfolgten in den 1950er-Jahren. Der Fundplatz ist für die Erstellung einer bronzezeitlichen Chronologie für der Region von Bedeutung. Turkmenistan lag an der Schwelle zur bronzezeitlichen Hochkultur, blieb jedoch ein Randgebiet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Grégoire Frumkin: Archaeology in Soviet Central Asia. Leiden: E. J. Brill, 1970. S. 133–140.
  • Fredrik Talmage Hiebert, Kakamurad Kurbansakhatov, Hubert Schmidt: A Central Asian village at the dawn of civilization, excavations at Anau, Turkmenistan. Philadelphia: University of Pennsylvania Museum of Archaeology and Anthropology, 2004. S. 19–23.
  • V. M. Masson, V. I. Sarianidi: Central Asia: Turkmenia before the Achaemenids. In: American Anthropologist (1973). S. 1945-1948.

Weblinks[Bearbeiten]