Namlos

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Namlos
Wappen von Namlos
Namlos (Österreich)
Namlos
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Reutte
Kfz-Kennzeichen: RE
Fläche: 28,76 km²
Koordinaten: 47° 21′ N, 10° 39′ O47.35638888888910.6577777777781225Koordinaten: 47° 21′ 23″ N, 10° 39′ 28″ O
Höhe: 1225 m ü. A.
Einwohner: 85 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 3 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6623
Vorwahl: 05674
Gemeindekennziffer: 7 08 23
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Namlos 24
6623 Namlos
Politik
Bürgermeister: Walter Zobl (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(9 Mitglieder)
9 Gemeindeliste
Lage der Gemeinde Namlos im Bezirk Reutte
Bach Berwang Biberwier Bichlbach Breitenwang Ehenbichl Ehrwald Elbigenalp Elmen Forchach Grän Gramais Häselgehr Heiterwang Hinterhornbach Höfen Holzgau Jungholz Kaisers Lechaschau Lermoos Musau Namlos Nesselwängle Pfafflar Pflach Pinswang Reutte Schattwald Stanzach Steeg Vorderhornbach Tannheim Vils Wängle Weißenbach am Lech Zöblen TirolLage der Gemeinde Namlos im Bezirk Reutte (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Namlos von Südwesten
Namlos von Südwesten
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Namlos ist eine Gemeinde mit 85 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Reutte, Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Reutte, Ortsteil ist Kelmen.

Name[Bearbeiten]

Der Ortsname „Namlos“ leitet sich vermutlich von dem damaligen Besiedler „Amel“ ab. Einige Zeit lang trug der Ort den Namen „Namles“, ehe er in das heutige „Namlos“ umbenannt wurde. Unwahrscheinlich hingegen ist die Theorie, der Name leite sich von der Bezeichnung „namenloses Dorf“ ab.

Geografie[Bearbeiten]

Die Kleingemeinde liegt im Namloser Tal, einem Seitental des Lechtals auf 1225 m ü. A. Der Ort ist beidseitig vom Lechtal über Stanzach (10 km) und vom Zwischentoren über Berwang (13 km) zu erreichen. Der Weiler Kelmen verbindet das Namloser Tal mit dem Rotlechtal. Das Namlosertal mündet bei Stanzach in das Lechtal.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Berwang, Imst, Reutte, Stanzach, Tarrenz

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde 1286 erstmals urkundlich erwähnt. Das Tal wurde von Imst aus besiedelt, und bis Ende des 13. Jh. gehörten die Almen zu Imst. Im Gegensatz zum übrigen Außerfern zogen früher die Männer aus Namlos im Winter in die Fremde. Die Toten wurden über das „Steinjöchl“ nach Dormitz gebracht.

Am 8. Oktober 1930 lag Namlos im Epizentrum eines Erdbebens, das als „Namloser Beben“ bekannt ist. 16 Erdstöße bis zur Stärke 7,5 der zwölfteiligen Mercalli-Cancani-Sieberg-Skala bzw. 5,3 der Richterskala erschütterten das Dorf. Von 47 Kaminen stürzten damals 31 ein. Der Ausgangspunkt des Bebens wird unter nahe gelegenen Knittelkarspitze vermutet.[1]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Namlos

Trotz seiner geringen Größe ist das kleine Bergdorf in einigen Hinsichten sehr aktiv. Beispiele hierfür sind die eigenständige Freiwillige Feuerwehr, die Bergwacht, die Eigenjagd, die Agrargemeinschaft und die Musikkapelle Namlos. Die Volks- bzw. Hauptschule gibt es seit 2013 allerdings nicht mehr. [2]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Ort ist seit einigen Jahren von der Abwanderung bedroht. Immer mehr Bewohner zieht es in den nahegelegenen Ballungsraum des Bezirkshauptortes Reutte. Grund hierfür ist vor allem das weitaus größere Arbeitsplatzangebot. Die Viehzucht nimmt bei weitem nicht mehr einen so hohen Stellenwert ein wie noch vor einigen Jahren. So zählt das gesamte Braunvieh der Bauern in Namlos nur noch knapp 10 Stück.

Tourismus[Bearbeiten]

Seit bereits vielen Jahren ist die Haupteinnahmequelle des Ortes der Tourismus. Es gibt zwei Gasthäuser in Namlos (Gasthof Kreuz und Gasthof Namloserhof) und ein Gasthaus im Ortsteil Kelmen (Gasthof Wetterspitze). Hinzu kommen noch kleinere Vermieter und Pensionen, deren Angebot sich auf Zimmer und Ferienwohnungen beschränkt.

Im Sommer finden Touristen vor allem wegen des großen Wanderangebotes nach Namlos. Beliebte Wanderziele sind die Namloser Wetterspitze, die Knittelkarspitze, die Engelspitze, die Anhalter Hütte, der Dreiensee und das nahegelegene Almdorf Fallerschein. Sportler, Biker, Tagesgäste, Familien und zahlreiche weitere Personengruppen schätzen den Aufenthalt im Namloser Tal. Die Namloser Straße (L21) ist eine allseits bekannte und beliebte Motorradstrecke.

Im Winter bietet vor allem das nahegelegene, ca. 13 km entfernte Berwanger Skigebiet touristische Angebote.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Namlos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Werner Heißel: Zur Tektonik der Nordtiroler Kalkalpen, Mitteilungen der Geologischen Gesellschaft in Wien, 50. Band, 1957, Seite 104
  2. Ein Hauch von Wehmut über Namlos