Nan Goldin

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Nan Goldin, 2009

Nan Goldin (* 12. September 1953 in Washington, D.C.) ist eine US-amerikanische Fotografin.

Goldin gewann im März 2007 den Hasselblad Photography Award. Ihre bekannteste Arbeit mit dem Namen The Ballad of Sexual Dependency, eine Tonbildschau, wird auch heute noch ausgestellt.

Themen ihrer Fotografien sind Sex, Drogen und Gewalt, damit verbunden auch der Tod. Dabei gewährt die Fotografin einen sehr persönlichen Einblick in ihr Leben. Ihre Bilder sind geprägt von einer schonungslosen Direktheit, die auch vor intimsten Momenten nicht zurückschreckt.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Suizid ihrer vier Jahre älteren Schwester Barbara Holly verließ Nan Goldin bereits im Alter von 14 Jahren ihr Elternhaus und zog mit Freunden zusammen. Nach Anfängen als Amateurfotografin und einer ersten Ausstellung ihrer Bilder begann Nan Goldin 1974 ein Studium an der School of the Museum of Fine Arts in Boston. Nach ihrem Abschluss ging sie 1978 nach New York, wo sie auch heute überwiegend lebt und arbeitet. Ihr künstlerischer Durchbruch war ihre zwischen 1980 und 1986 entstandene Diashow The Ballad of Sexual Dependency.

Eingeladen von Alf Boldt (†), dem damaligen Programmleiter des Arsenal-Kinos, reiste sie 1982 erstmals nach Berlin. In der Folge kam sie jährlich in den Westteil der damals geteilten Stadt. Sie fotografierte 1984 das Plakat für die Berliner Filmfestspiele und freundete sich mit Elke Kruse, Nikolaus Utermöhlen und Wolfgang Müller an, den Mitgliedern der Band Die Tödliche Doris. Diese fotografierte sie sowohl in West-Berlin als auch bei deren Auftritten im MoMA 1987 und The Kitchen in New York 1984.

Goldin hielt ihr Leben und das Leben und Sterben ihrer Freunde mit der Kamera fest. Sie dokumentierte körperliche Misshandlungen, AIDS-Erkrankungen und die Folgen von Drogenmissbrauch. Goldin, die selbst Drogen nahm, lebt seit 1988 überwiegend drogenfrei, hatte aber einige Rückfälle.

Ein Bild ihrer Installation Thanksgiving wurde in England wegen des Verdachts der Kinderpornografie beschlagnahmt.[1] Zu ihren Schülerinnen gehört Sissi Farassat.

Im Jahr 2009 war sie Kuratorin eines der weltweit größten Fotofestivals, der Rencontres d’Arles.

2011 wurde Nan Goldin der Reminders Day Award im Rahmen der „Reminders Day Aidsgala“ verliehen. Mit ihrer fotografischen Arbeit hat sie AIDS ein individuelles, nicht-voyeuristisches und menschliches Gesicht gegeben und damit maßgeblich zur Enttabuisierung der Krankheit beigetragen.

Ausstellungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Nan Goldin: Die Ballade von der sexuellen Abhängigkeit. 2001, Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-86150-144-9.
  • Elisabeth Sussman (Hrsg.): Nan Goldin, I'll be your mirror. Ausstellungskatalog, New York 1996, ISBN 0-87427-102-9.
  • Nan Goldin: Nan Goldin. Gruner und Jahr, Hamburg 1998, ISBN 3-570-19166-4.
  • Nan Goldin: Nan Goldin: The Other Side 1972-1992. Scalo Publishers, 2000, ISBN 3-908247-34-9.
  • Nan Goldin: Luzifers Garten. Phaidon-Verlag, Berlin 2003, ISBN 0-7148-9380-3. (deutsche Erstausgabe)
  • Nan Goldin, David Armstrong: Ein doppeltes Leben. Scalo-Verlag, Zürich 2003, ISBN 3-905080-40-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nan Goldin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Was hängt bei Elton John?. In: n-tv.de. 26. September 2007.
  2. http://www.co-berlin.info/programm/exhibitions/2009/nan-goldin.html