Nanaimo

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Karte
Basisdaten
Provinz: British Columbia
Bezirk: Nanaimo
Gründung: 1853
Fläche: 89,17 km²
Einwohner: 73.000 (2001)
Bevölkerungsdichte: 819 Einwohner/km²
Website: www.nanaimo.ca
Ortslage von Nanaimo an der Südostküste Vancouver Islands

Nanaimo, British Columbia, ist die zweitgrößte Stadt auf der kanadischen Pazifikinsel Vancouver Island.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Frühgeschichte der Region

Im Gebiet des heutigen Nanaimo lebte das Volk der Snunéymuxw (engl.: Nanaimo) in fünf Dörfern. In der Departure Bay wurde 1992 eine archäologische Grabung durchgeführt, deren älteste Fundstücke rund 2000 Jahre alt sind. Seit August 2007 wurden in der Departure Bay bisher 15 Gräber entdeckt.

[Bearbeiten] Vom Handelsposten zur Bergbaustadt

Skyline von Nanaimo
Skyline von Nanaimo
Hafen von Nanaimo
Hafen von Nanaimo

Nanaimo begann Anfang des 19. Jahrhunderts als Handelsposten. 1849 informierte der Häuptling der Ki-et-sa-kun die Hudson's Bay Company über Kohlevorkommen. So wurde im Jahr 1853 ein Fort, die Nanaimo Bastion, durch die HBC errichtet. In den frühen 1860er Jahren missionierte hier die Methodistenkirche, so dass 30 Jahre später die Auffassung vorherrschte, jeder unter den Indianern, der Methodist war, sei auch Angehöriger der Snunéymuxw. 1892 zählten sie 178 Mitglieder.[1]

Robert Dunsmuir engagierte sich hier und Diggle,; der ersten Gesellschaft folgten weitere. Der Bergbau machte schnell eine Eisenbahnverbindung erforderlich. Nur so konnten ausreichende Mengen Kohle bis nach San Francisco verkauft werden, vor allem aber an die Schiffe der Royal Navy. Für Dunsmuir wurde 1889 eine Dampflok namens „Victoria“ in den Baldwin Locomotive Works in Philadelphia (USA) erbaut, die seit 1952 im Piper Park neben dem Nanaimo District Museum steht. In der Volkszählung von 1891 hatte die Stadt bereits 4.595 Einwohner und war damit die zweitgrößte Stadt auf Vancouver Island.

Die größte Kohlegrube betrieb die New Vancouver Coal Mining and Land Company. Hier arbeiteten 1891 685 Menschen, die überwiegend in South Ward wohnten. Die Gesellschaft beschäftigte meist Männer aus angelsächsischen Familien und Finnen. Jedoch beschäftigte die Mine offenbar zu dieser Zeit keine Chinesen, was erklären könnte, warum es keinen Rassismus vom ansonsten verbreiteten Ausmaß gab.

Am 3. Mai 1887 tötete eine Explosion in der Nanaimo-Mine 150 Bergleute. Das Grubenunglück von Nanaimo war die größte von Menschen verursachte Explosion bis zur Halifax-Explosion. Unter den Opfern waren allein 53 Chinesen. Allein zwischen 1892 und 1912 starben auf Vancouver Island weitere 373 Bergleute, allein 180 in Nanaimo. Die gefährlichen Arbeitsbedingungen waren die Hauptursache für eine Reihe von Streiks.

Die Mine wurde wiedereröffnet und förderte bis zur endgültigen Stilllegung 1938 rund 18 Millionen Tonnen Kohle. Einer der längsten Streiks in der Geschichte der Kohlenförderung hatte einen seiner Schwerpunkte in Nanaimo (1912-14).[2]

[Bearbeiten] Minderheiten

Eine wichtige Rolle spielten in der Region japanische Fischerfamilien, ein Thema, zu dem das Nanaimo Museum 2007 (beendet am 16. September) eine Ausstellung durchführte. Mit der Internierung während des Zweiten Weltkriegs verschwanden sie aus der Region.

Noch bedeutender war aber die Rolle der Chinesen. Sie wurden bereits 1883 als Streikbrecher eingesetzt. Bis 1884 lebten sie in Victoria Crescent, nahe dem Ortskern, wurden aber in diesem Jahr weiter südwärts neu angesiedelt. Schließlich wurde die Chinatown 1908 zum zweiten Mal umgesiedelt, ans Nordende der Pine Street. 1960 zerstörte ein Feuer diese „dritte Chinatown“. Sie wurde nicht wieder aufgebaut. Auch in Cumberland, Wellington, Northfield, South Wellington und Extension existierten Chinatowns. So lebten in Nanaimo 1892 genau 228 Chinesen in 75 Haushalten (darunter nur 5 Frauen), während in Wellington sogar 312 lebten. In Nanaimo arbeiteten nur wenige Chinesen als Minenarbeiter, während in Wellington die Mehrheit dort arbeitete. Ob dies mit der Einstellungspolitik der Minenbesitzer zu tun hat, oder ob die Chinesen die Minen nach der Katastrophe von 1887 mieden, ist unklar.

Seit etwa 2005 wird intensiv über die Einrichtung eines Nanaimo Chinatown Heritage Park nachgedacht.

[Bearbeiten] Holzindustrie

Seit den 40er Jahren gewann die Holzindustrie zunehmend an Bedeutung und überflügelte bald den Bergbau. Die erste Sägemühle baute 1885 der 1861 eingewanderte Ire Andrew Haslam. Er beschäftigte 66 Arbeiter und betrieb damit das zweitgrößte Unternehmen der Stadt. Die 15 leitenden Angestellten waren überwiegend angelsächsischer Herkunft und wohnten, ähnlich wie die übrigen Beschäftigten, im Umkreis der Sägemühle.

1901 hatte Nanaimo 6130 Einwohner.[3]

In Nanaimo entstand in den 1960er Jahren einer der sieben Diefenbunker, die als Atombunker für die kanadische Regierung dienen sollten.

[Bearbeiten] Politik und Verwaltung

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Nanaimo unterhält seit 1996 mit der japanischen Stadt Saitama eine Städtepartnerschaft.

[Bearbeiten] Verkehr

Durch die zentrale Lage auf Vancouver Island spielt Nanaimo für die Insel eine wichtige Rolle. Der Hafen ist durch Fährverbindungen der BC Ferries nach Vancouver und Tsawwassen für die Verkehrsanbindung der Insel unabdingbar. Weiters verbindet eine andere Fährstelle im Zentrum der Stadt die Insel Gabriola mit Vancouver Island.

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. Dies und das Folgende nach : [1].
  2. Der erste Streik hatte allerdings schon 1850 bei Fort Rupert stattgefunden.
  3. Nach: [2].

[Bearbeiten] Weblinks

Koordinaten: 49° 11′n. Br., 123° 59′w. L.

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