Nancy

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Dieser Artikel erläutert die französische Stadt Nancy, weitere Bedeutungen unter Nancy (Begriffsklärung).
Nancy
Wappen von Nancy
Nancy (Frankreich)
Nancy
Region Lothringen
Département Meurthe-et-Moselle
Arrondissement Nancy
Kanton Hauptort von 4 Kantonen
Gemeindeverband Grand Nancy.
Koordinaten 48° 42′ N, 6° 11′ O48.6927777777786.1836111111111200Koordinaten: 48° 42′ N, 6° 11′ O
Höhe 188–353 m
Fläche 15,01 km²
Einwohner 105.382 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 7.021 Einw./km²
Postleitzahl 54000
INSEE-Code
Website www.nancy.fr

Place StanislasArc Héré
Zu Lofts umgebauter Kornspeicher (Jugendstil) am Canal de la Marne au Rhin

Nancy [nɑ̃si] (deutsch, veraltet: Nanzig, luxemburgisch: Nanzeg) ist eine französische Stadt mit 105.382 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) in Lothringen. Sie ist Hauptstadt (Präfektur) des Départements Meurthe-et-Moselle, Sitz der Communauté urbaine du Grand Nancy, einem 20 Gemeinden umfassenden Kommunalverband und Hauptort (chef-lieu) von vier Kantonen.

Historisch war Nancy die Hauptstadt des Herzogtums Lothringen (oder Ober-Lothringen), im nachrevolutionären Frankreich die Hauptstadt der Provinz Lothringen (Lorraine). Seit 1777 ist Nancy Sitz eines römisch-katholischen Bistums.

Devise der Stadt ist "non inultus premor" (lat. für: Niemand bedrängt mich ungestraft), womit auf die Schlacht bei Nancy 1477 und den Tod Karls des Kühnen angespielt wird. Auch die Distel im Stadtwappen hat diesen Bezug.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Nancy befindet sich im Nordosten Frankreichs, ca. 120 Kilometer Luftlinie westlich von Straßburg und 50 Kilometer südlich von Metz. Die Stadt liegt zwischen bewaldeten Hügelketten in einem halben Talkessel, ohne Öffnung nach Westen hin. Nahe der Stadt verlaufen mehrere Flüsse, unter anderem die Mosel, der Canal de la Marne au Rhin und die Meurthe, welche die östliche Stadtgrenze bildet.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Nach einem Beschluss des Stadtrates vom Juni 2008 [1] gliedert sich Nancy in 11 Stadtteile:

  • Ville Vieille Léopold
  • Centre Ville Charles III
  • Stanislas - Meurthe
  • Saint Pierre René II Marcel Brot
  • Mon Désert Jeanne d'Arc Saurupt Clémenceau
  • Haussonville Blandan Donop
  • Poincaré Foch Anatole France Croix de Bourgogne
  • Beauregard Boufflers Buthegnémont
  • Boudonville Scarpone Libération
  • Plateau de Haye : Haut du Lièvre, parc des Carrières, Gentilly
  • Trois Maisons Saint Fiacre Crosne Vayringe

Jeder Stadtteil besitzt ein eigenes Bürgerbüro, eine Postfiliale und einige auch eine eigene Polizeidienststelle.

Klima[Bearbeiten]

Nancy liegt in einem feucht-gemäßigten Klimagebiet mit größeren Temperaturschwankungen zwischen einzelnen Tagen und den Jahreszeiten. Die Winter sind meist kalt und trocken, die Sommer warm aber nicht immer sonnig. Im Herbst kommt häufig Nebel auf. Es fällt im Allgemeinen weniger Niederschlag als im Westen Frankreichs.

Klimadiagramm von Nancy

Geschichte[Bearbeiten]

Spuren menschlicher Besiedelung finden sich ab dem 8. Jahrhundert vor Christus auf den Hügeln der Stadt, wo der Abbau des Eisenerzes Minette belegt ist. Aus der Zeit der römischen Herrschaft in Gallien sind keine Fundstücke vorhanden. Ein großer alemannischer Friedhof zeugt von einer neuerlichen Besiedelung der Gegend in der Zeit der Völkerwanderung.

Erst um 1050 errichtet der Graf Gérard, Herzog von Ost-Lothringen, eine Burg mit dem Namen Nanciacum, woraus sich die Stadt entwickeln sollte. Infolge des Erbfolgekrieges um die Champagne stand der Herzog Theobald I. seinem Lehnsherrn und Kaiser, Friedrich II., gegenüber. Dies führte 1218 zur Belagerung und Brandschatzung Nancys durch die Truppen Friedrichs. Wiederaufgebaut und mit einer steinernen Mauer umgeben, erhielt der Ort 1265 Stadtrechte und wurde in den folgenden Jahrzehnten Hauptstadt des Herzogtums.

Am 5. Januar 1477 scheiterte Karl der Kühne von Burgund in der Schlacht bei Nancy bei dem Versuch, die Stadt an sich zu bringen, um seine Besitzungen (Burgund, Luxemburg und Flandern) zu verbinden. Er starb an seinen Verletzungen unweit der Stadt bei Saint-Nicolas-de-Port. Seine größte Blüte erlebte Nancy unter den Herzögen Anton (1489–1544) und Karl III. (1543–1608). Damals wurde im Süden der Altstadt die Neustadt planmäßig gegründet, ein Netz rechtwinkelig sich kreuzender Straßen.

Büste von Stanislaus I. Leszczyński (Denkmal auf dem Place Stanislas)

Nancy gehörte bis ins 18. Jahrhundert zum Herzogtum Lothringen und damit zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Im Dreißigjährigen Krieg erlebte die Stadt schwere Verwüstungen, die von Jacques Callot – einem Kupferstecher aus Nancy – im Zyklus Schrecken des Krieges festgehalten wurden (heute ausgestellt im Lothringischen Museum). Immer wieder wurde Nancy von französischen Truppen besetzt und kam 1697 nach dem Frieden von Rijswijk stark verkleinert (um Lunéville) an Herzog Leopold zurück, der die Stadt erneut aufbauen ließ. Schließlich kam das Herzogtum Lothringen im Rahmen eines Austausches zwischen dem römisch-deutschen Kaiser (Haus Habsburg) und dem französischen König im 18. Jahrhundert an das Königreich Frankreich (die Toskana an Habsburg). Ludwig XV. vergab Lothringen an den abgesetzten polnischen König Stanislaus I. Leszczyński, der das Herzogtum von Nancy und Lunéville aus als Herzog von Lothringen regierte. Nach seinem Tod, 1766, fielen Nancy und das Herzogtum endgültig an die französische Krone. Seit 1777 ist die Stadt Bischofssitz des Bistums Nancy-Toul.

Während der französischen Revolution war die Stadt 1790 Schauplatz der Nancy-Affäre. Die mit den Jakobinern sympathisierenden Soldaten der Garnison verlangten u.a. die Auszahlung des Soldes und hatten ihre Offiziere festgesetzt. Der Marquis de Bouillé schlug die Revolte in Straßenkämpfen blutig nieder. Das unbarmherzige Vorgehen des Marquis und der Tod des Offiziers André Désilles, der sich zwischen die Meuterer und die Truppen Bouillés stellte, bewegten ganz Frankreich.

Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 wurde der nord-östliche deutschsprachige Teil Lothringens Teil des Deutschen Reichs (und fortan gemeinsam mit dem ebenfalls von Frankreich abgetretenen Elsass als Reichsland Elsaß-Lothringen verwaltet), nicht jedoch der westliche Teil um Nancy. Die deutsche Sprachbezeichnung Nanzig oder „Nanzég“ wurde gelegentlich (z. B. im Brockhaus von 1888) als deutsches Exonym verwendet. Seit langem ist diese Bezeichnung („Nanzég“) nur noch in Luxemburg gebräuchlich.

Während des Ersten Weltkriegs und der nahen Schlacht um den Grand-Couronné wurde die Stadt wiederholt durch Luftstreitkräfte und Artilleriestellungen im 35 km entfernten Hampont bombardiert. Dies richtete große Schäden an und kostete 117 Menschen das Leben.

Nach der militärischen Niederlage Frankreichs im Zweiten Weltkrieg und einer fast vierjährigen Besatzungszeit wurde Nancy im September 1944, nach dem Kampf um Nancy im Zuge der Schlacht um Lothringen, von der 3. US-Armee befreit.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Stadt Nancy bildet den Kern einer größeren Agglomeration, genannt Communauté urbaine du Grand Nancy. Mit seiner beschränkten Fläche und hohen Bevölkerungsdichte (7.157 Einw./km²) ist Nancy im Laufe der Zeit mit den angrenzenden Nachbargemeinden zusammengewachsen. Im Unterschied zu vielen anderen Städten wurden diese aber nicht eingemeindet. Während die Bevölkerung von Nancy nur ca. 105.000 Einwohner beträgt, leben in der Agglomeration, je nach Zählung, zwischen 240.000 und 330.000 Menschen. Für das Arrondissement Nancy werden ca. 415.000 Einwohner angegeben (alle Zahlen 2006). Zweitgrößte Kommune der Agglomeration ist Vandœuvre-lès-Nancy.

Bezogen auf die Bevölkerung ist Nancy die fünftgrößte Studentenstadt Frankreichs[2].

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 128.677 123.428 107.902 96.317 99.351 103.605 105.349

Politik[Bearbeiten]

Stadtregierung[Bearbeiten]

Seit 1983 ist André Rossinot (UMP) Bürgermeister von Nancy. Er wurde 1989, 1995, 2001 und 2008 wiedergewählt. Er gehört, wie alle seine Amtsvorgänger seit 1947, der politischen Rechten an. Aus den Stadtratswahlen im Jahr 2008 ging die UMP mit 42 Sitzen als stärkste Kraft hervor. Auf die Sozialisten entfielen 11 Sitze. Dazu kommen 2 von unabhängigen Kandidaten gehaltene Sitze.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Nancy unterhält folgende Partnerschaften:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Architektur und Stadtbaukunst[Bearbeiten]

Basilique Saint-Epvre
Amphitrite-Brunnen an der Place Stanislas
Portal Palais des Ducs de Lorraine

Nancy besitzt eine sehenswerte Innenstadt. Im nördlichen Bereich befindet sich die durch Bauten des Mittelalters und der frühen Neuzeit geprägte Altstadt mit dem ehemaligen Herzogspalast und der neugotischen Kirche Saint-Epvre. Die südlich gelegene Neustadt hat ihr Zentrum um die Place Stanislas, benannt nach dem ehemaligen polnischen König Stanislaus I. Leszczyński, der nach der Niederlage im Polnischen Erbfolgekrieg 1737 durch seinen Schwiegersohn Ludwig XV. mit dem Herzogtum von Lothringen und Bar abgefunden wurde. Die Place Stanislas, die Place de la Carrière, und die Place de l'Hémicycle, eines der bedeutendsten Ensembles aufgeklärt-absolutistischen Städtebaus, wurden 1983 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Die Plätze wurden in der Hauptsache von 1752 bis 1760 von dem Architekten Emmanuel Héré angelegt. Die Place Stanislas, ehemals Place Royale, folgt dem Typus französischer Königsplätze mit einheitlich gestalteten Fassaden um ein zentrales Herrscherbild. Das Denkmal war einst König Ludwig XV. von Frankreich gewidmet, nach Stanislas' Tod auch der Herrscher über Lothringen. Das heutige Monument aus dem 19. Jahrhundert zeigt hingegen Stanislas selbst. Die gesamte Südseite des Platzes nimmt das Rathaus (Hôtel de Ville) ein, in dessen Treppenhaus und Saal ein Bildprogramm die segensreiche Regierung Stanislas' preist. Im Osten und im Westen nahmen je zwei palastartige Pavillons Einrichtungen des Hofes, der Verwaltung und der Bildung auf. Heute befindet sich im Nordwesten der Musée des Beaux-Arts und im Nordosten das Opernhaus. Auf der Nordseite, wo ehemals die Befestigungsanlagen [3] Alt- und Neustadt trennten, rahmen eingeschossige Bauten, die basses faces, den Platz. Der Platz zeigt sich als Zentrum des gesamten Stadtraumes durch die große Straßenachse, die von der Porte Sainte-Cathérine im Osten zur Porte Saint-Stanislas im Westen führt, die beide durch kleine Triumphtore ausgezeichnet sind. Die rahmenden Bauten der Place Stanislas werden durch reiche Schmuckgitter von Jean Lamour locker verknüpft. In sie sind zudem in der Nordwest- und der Nordostecke Zierbrunnen von Barthélemy Guibal eingefügt.

Den Durchgang zur Place de la Carrière bildet ein Triumphbogen, der 1757 zu Ehren Ludwigs XV. errichtet wurde. Den langgestreckten ehemaligen Turnierplatz säumt beidseitig eine einheitliche Bebauung von Häusern, ehemals für Funktionsträger des Hofes und des Staates. Die Platzfolge wird im Norden durch die quergelagerte Place de l'Hémicycle vor dem einstigen Sitz des französischen Gouverneurs abgeschlossen.

In der Innenstadt und in den westlichen Vorstadt- und Villengebieten Nancys finden sich zudem zahlreiche Jugendstil-Bauten der École de Nancy.

Sonstige Sehenswürdigkeiten :

  • Musée Historique Lorrain, hier werden archäologische Funde aus Lothringen gezeigt. Des Weiteren wird an die Herzogzeit erinnert.
  • Palais des Ducs de Lorraine, (Palast der lothringischen Herzöge), heute Musée Lorraine d'Art et d'Histoire
  • Église des Cordeliers, Grabkirche der Herzöge von Lothringen
  • Pépinière, Parkanlage im englischen Stil der „Ferme Ornée“. In die Parkanlage sind ein kleiner Zoo, eine Muschelbühne, Vergnügungsstätten für Kinder sowie gastronomische Einrichtungen integriert.
  • Musée de l'École de Nancy, Museum des Lothringer Jugendstiles
  • Barocke Kathedrale aus dem 18. Jahrhundert, mit großer Orgel, 1763 von Nicolas Dupont erbaut und 1861 von Aristide Cavaillé-Coll restauriert.
  • Église Saint-Sébastien, Lothringer Barock, erbaut 1720–1731 von dem Architekten Jean-Nicolas Jennesson (1686–1755)
  • Musée des Beaux-Arts, Malerei der letzten 400 Jahre mit Bildern von Dufy, Utrillo, Modigliani und Zadkin.
  • NASIUM – La cité des Leuques – eine alte Römerstadt mit 120 ha
  • Musée Émile Gallé – Werke des Kunsthandwerkers Émile Gallé: Keramik, Glas und Möbel im Stil des Historismus und des Jugendstils
Panorama der Place Stanislas nach der Renovierung 2004–2005

Sport[Bearbeiten]

Stade Marcel-Picot an der Meurthe

Erfolgreichster Sportverein der Stadt ist der Fußballverein AS Nancy, der in der zweithöchsten französischen Spielklasse (Ligue 2) spielt. Seine Heimspiele trägt er im Stade Marcel-Picot aus, mit dem sich die Stadt auch als Austragungsort für die Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich bewirbt. Neben dem Fußball spielt die Basketballmannschaft SLUC Nancy Basket eine wichtige Rolle. Sie wurde 2008 und 2011 französischer Meister. Die Handballmannschaft Grand Nancy ASPTT HB spielte in der Saison 2009/2010 in der zweiten Liga. Regelmäßig ist Nancy auch Etappenpunkt der Tour de France, zweimal war sie sogar Startpunkt der Rundfahrt (1962 und 1966). Das letzte Mal machte die Tour im Jahr 2005 in Nancy Station, das nächste Mal wird sie im Jahr 2014 durch die Stadt verlaufen.

Für den Amateur- und Schulsport verfügt die Stadt über 27 Turnhallen, 6 Sportanlagen, 14 spezialisierte Anlagen (Boulodrome, Skatepark, Schießstände,...) und 18 frei zugängliche Sportplätze [4]. Weiterhin existieren mehrere Schwimmbäder in der Stadt und Umgebung.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Nancy hat eine alte Universität mit einer bedeutenden medizinischen und rechtswissenschaftlichen Fakultät. Bekannt wurden die 1901 von René Blondlot beschriebenen, sogenannten N-Strahlen, die sich jedoch als wissenschaftliche Fiktion herausstellten.

Unter Psychologen und Therapeuten bekannt und berühmt ist die (alte) Schule von Nancy, die sich im 19.Jahrhundert vor allem mit Hypnose befasste, und die aus ihr, nach einem Richtungsstreit, hervorgegangene Neue Schule von Nancy, die unter der Leitung von Émile Coué die Lehre der modernen, bewussten Autosuggestion in aller Welt bekannt machte.

Heute unterhalten drei große Universitäten einen Campus in Nancy oder der Agglomeration:

  • die Universität Nancy 1 (Henri Poincaré), die vor allem naturwissenschaftliche und medizinische Fakultäten umfasst
  • die Universität Nancy 2, die vor allem aus rechts-, wirtschafts- und sprachwissenschaftlichen Fakultäten besteht sowie
  • das Institut National Polytechnique de Lorraine, das verschiedene Ingenieursschulen umfasst.

Seit 2002 gibt es in Nancy einen delokalisierten Campus der renommierten Elitehochschule Sciences Po Paris, der ein dreisprachiges, pluridisziplinäres Grundstudium anbietet. Das so genannte Deutsch-französische Grundstudium dauert 2 Jahre und vermittelt grundlegende Kenntnisse in Wirtschaft, Politikwissenschaft, Recht und Geschichte. Die Studenten verbringen anschließend ein Jahr im Ausland an einer Partneruniversität oder mit einem Praktikum und absolvieren im Anschluss am Hauptcampus in Paris einen der von Sciences Po Paris angebotenen Masterprogramme.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Fernverkehr[Bearbeiten]

Nancy ist an das nationale Fernverkehrsnetz angebunden. Im Westen kann die A31 Richtung Paris und Lyon erreicht werden. Der Anschluss im Norden führt nach Luxemburg und Metz. Im Süden führt die A33 nach Strasbourg und die A330 Richtung Besançon und Mülhausen. Die Entfernung nach Paris beträgt 330 km. Nach Luxemburg sind es 150 km und zur nächsten deutschen Großstadt, Saarbrücken, 120 km. Von besonderer Bedeutung ist die Verbindung nach Metz (60 km), die aufgrund der vielen Pendler häufig überlastet ist.

Der Bahnhof Nancy ist ein Eisenbahnknotenpunkt in Ostfrankreich. Umsteigefrei sind unter anderem Metz, Luxemburg, Basel und Straßburg zu erreichen. Seit Inbetriebnahme der LGV Est européenne am 10. Juni 2007 ist Nancy mit dem TGV nur 1 Stunde und 30 Minuten von Paris entfernt. Die erste Eisenbahn brauchte dafür 1852 noch 8 Stunden. Die Züge erreichen auf der Strecke eine Höchstgeschwindigkeit von 320 km/h. Im Gegensatz zu den TGV-Zügen in die Hauptstadt muss für umsteigefreie Hochgeschwindigkeitsverbindungen in andere Landesteile (z. B. Bordeaux) der etwa 37 km entfernte Bahnhof Bahnhof Lorraine TGV bei Louvigny (Moselle) aufgesucht werden. Derzeit ist noch unklar ob, und wenn ja in welchem Umfang, dieser Bahnhof von Zügen von und nach Deutschland und der Schweiz angefahren werden soll. Die SNCF plant das nicht vor 2016, wenn der zweite Abschnitt des LGV Est fertiggestellt sein wird. Da der Bahnhof nur über die Straße erreichbar ist, sehen Planungen eine Verlegung des Bahnhofs nach Vandières vor um dort einen Umstieg zwischen Hochgeschwindigkeits- und Regionalzügen zu ermöglichen.

Vom Flughafen Metz-Nancy-Lothringen fliegt Air France Lyon und Nizza, Twin Jet Marseille und Toulouse an. Der Stadtflughafen Aéroport de Nancy-Essey wird von den großen Fluggesellschaften nicht mehr angeflogen. Daneben gibt es südwestlich noch den Militärflugplatz Nancy-Ochey.

Nahverkehr[Bearbeiten]

Stan-Busbahn

Neben einem Busnetz verfügt Nancy über einen Spur-Obus (Tramway de Nancy) mit gummibereiften Straßenbahnwagen (baugleiche Wagen bei der Tramway de Caen). Die erste Installation des neuen Systems erfolgte im Jahr 2000, um das bestehende Netz aus O-Bussen zu ergänzen. Die Fahrzeuge der Tramlinie 1 besitzen zweipolige Stromabnehmer und können sowohl als Spurbus als auch auf anderen Teilen der Strecke als vom Fahrer gelenkte O-Busse fahren. Der öffentliche Betrieb begann am 11. Februar 2001, nach zwei Unfällen im März wurde der Betrieb jedoch für ein Jahr stillgelegt und die Fahrzeuge überarbeitet. Heute läuft das System stabil. Bei der Erweiterung des Netzes um eine 2. Tramlinie soll allerdings nicht die gleiche Technik zum Zug kommen. Vermutlich wird ein System eines klassischen O-Busses mit eigener Busspur verwirklicht.

In den letzten Jahren versucht die Stadt verstärkt, den Radverkehr zu fördern. Dazu wurden mittlerweile über 130 km Radwege angelegt[5]. Daneben gibt es seit 1999 einen Fahrradverleih in kommunaler Hand. Im Jahr 2007 wurde dieser, auf langfristige Vermietung (bis zu einem Jahr) ausgelegte Verleih, in vélOstan umbenannt. Eine begrenzte Anzahl (2010: 6) von Leihstellen sind über das Gebiet des Grand Nancy verteilt. Insgesamt können hier mehr als 500 Fahrräder bis zu einer Dauer von einem Jahr ausgeliehen werden. Seit 2008 betreibt JCDecaux einen privaten Fahrradverleih unter dem Namen vélOstan'lib. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Möglichkeit zur kurzfristigen Vermietung. Insgesamt werden 250 Fahrräder an 25 Stationen angeboten. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich. Die Ausleihe und Rückgabe der Fahrzeuge erfolgt dann mithilfe einer RFID-Chipkarte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Hauptartikel: Liste von Söhnen und Töchtern der Stadt Nancy

Zitate[Bearbeiten]

"Selbst im Sonnenschein ist Nancy keine fröhliche Stadt, zumindest in ihren Augen. Bei Regen verliert die Stadt sich in Grautönen und wird schräg und verschwommen, fast schon wieder interessant, so deprimierend ist es. Eine Stadt im Osten von Frankreich. Der Himmel hängt tief, die Häuser sind zweistöckig, ab und zu architektonisch gelungen, doch selbst ein Blinder sieht, dass darin bestimmt keine reichen Ärzte wohnen." Virginie Despentes, Bye bye Blondie (2004)

Siehe auch[Bearbeiten]

  • Die Nanziger, elsässische Autonomisten, in Nancy verhaftet

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. « Démocratie participative et vie des territoires : les ateliers de vie de quartiers », Beschluss des Stadtrates vom 23. Juni 2008.
  2. Übersicht französische Studentenstädte toutes-les-villes.com. Abgerufen am 4. Februar 2010
  3. Historische Karte als Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
  4. Website der Stadt zum Thema Sport, letzter Abruf 31. März 2010
  5. Website von vélOstan, mit Karte der Radwege, letzter Abruf 24. April