Nando de Colo

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Basketballspieler
Nando de Colo
de Colo im Trikot der Spurs 2014
Spielerinformationen
Spitzname Aladdin
Geburtstag 23. Juni 1987
Geburtsort Sainte-Catherine-lès-Arras, Frankreich
Größe 195 cm
Position Shooting Guard /
Point Guard
NBA Draft 2009, 53. Pick San Antonio Spurs
Vereinsinformationen
Verein ZSKA Moskau
Liga VTB United League
Vereine als Aktiver
2002–2009 FrankreichFrankreich Cholet Basket
2009–2012 SpanienSpanien Valencia Basket Club
2012–2014 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten San Antonio Spurs
201400000 KanadaKanada Toronto Raptors
2014– 0000RusslandRussland ZSKA Moskau
Nationalmannschaft
Seit 2008 Frankreich
Medaillenspiegel
Basketball (Herren)
Frankreich
Europameisterschaft
Silber LitauenLitauen 2011 Litauen
Gold SlowenienSlowenien 2013 Slowenien

Nando de Colo (* 23. Juni 1987 in Sainte-Catherine-lès-Arras) ist ein französischer Basketballspieler. De Colo entstammt dem Ausbildungsprogramm von Cholet Basket und entwickelte sich dort zum Nationalspieler. 2009 sicherten sich die San Antonio Spurs die NBA-Rechte an de Colo per NBA Draft, während dieser zum spanischen Basketballclub aus Valencia wechselte, mit dem er 2010 den ULEB Eurocup gewann. Mit der französischen Nationalmannschaft gewann de Colo nach der Silbermedaille bei der Basketball-Europameisterschaft 2011 bei der EM-Endrunde 2013 den Titel und die Goldmedaille.

Karriere[Bearbeiten]

De Colo wechselte 2002 aus seiner nordfranzösischen Heimatregion Nord-Pas-de-Calais ins Ausbildungsprogramm des Basketballvereins aus dem westfranzösischen Cholet in der Region Pays de la Loire. 2006 nahm der neue türkischstämmige Trainer Erman Kunter den 19-jährigen de Colo fest in die Rotation der ersten Mannschaft in der höchsten französischen Spielklasse LNB Pro A. Bereits 2008 als 20-jähriger wurde er zum MVP sowohl der regulären Saison, des französischen All-Star Games als auch des Ligapokals Semaine de As. Den Ligapokal konnte er mit seinen Mannschaftskameraden gewinnen und im französischen Pokalwettbewerb Coupe de France erreichte man das Finale.[1] In der folgenden Saison erreichte er mit Cholet Basket das Finale der EuroChallenge, welches gegen den italienischen Gastgeber Virtus Bologna knapp mit zwei Punkten verloren ging. Nach einer furiosen Aufholjagd in den Schlussminuten verpasste de Colo als Topscorer des Finales in den letzten Sekunden des Spiels die Möglichkeit zum Punktegleichstand.[2] Nachdem er im NBA-Draft 2009 von den San Antonio Spurs gedraftet wurde, wechselte er zur Saison 2009/10 nach Spanien zu Power Electronics aus Valencia, bei denen bereits sein Nationalmannschaftskollege Florent Piétrus unter Vertrag stand und mit dem er im Folgenden zusammenspielte. Mit dem Verein aus Valencia gewann de Colo den im Vergleich zur EuroChallenge prestigeträchtigeren Eurocup im Finale gegen den deutschen Vertreter Alba Berlin und wurde als bester Spieler auf der Point Guard-Position in das Eurocup-First-Team jener Spielzeit gewählt.[3] In der nationalen spanischen Meisterschaft schied man sowohl 2010 als auch 2011 jeweils in der ersten Play-off-Runde gegen nach der Hauptrunde schlechter platzierte Mannschaften aus, im spanischen Pokalwettbewerb Copa del Rey erreichte man jeweils das Halbfinale. Als Eurocup-Gewinner der Vorsaison startete man in der ULEB Euroleague 2010/11 und schied in der Viertelfinalserie knapp in fünf Spielen gegen den nationalen Konkurrenten Real Madrid aus.

De Colo unterschrieb im Sommer einen Vertrag bei den San Antonio Spurs. [4] In seiner ersten Profi-Saison erreichte er die NBA-Finals. Dort unterlagen seine Spurs allerdings mit 2:4 in der Best-of-seven-serie gegen die Miami Heat. 2014 wurde er für Austin Daye zu den Toronto Raptors transferiert.

Seit Juli 2014 steht de Colo bei ZSKA Moskau unter Vertrag.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Mit der Nationalmannschaft verpasste de Colo 2008 in der ersten Qualifikationsrunde die Teilnahme für die Endrunde der EM 2009 in Polen. In einer zusätzlichen Qualifikationsrunde im August 2009 gelang schließlich noch die Qualifikation. Bei der Endrunde blieb man in Vor- und Zwischenrunde unbesiegt, wobei man im letzten Zwischenrundenspiel Griechenland durch einen spielentscheidenden Korberfolg von de Colo mit zwei Punkten besiegte, obwohl der französische Nationaltrainer Vincent Collet seiner Starting Five viele Pausen gegeben hatte.[5] Dieser Erfolg erwies sich dann auch als trügerisch, denn dadurch stand fest, dass man im Viertelfinale gegen den schwach gestarteten Weltmeister und späteren Europameister Spanien antreten musste. De Colo wurde so zur tragischen Figur, als man dieses Viertelfinalspiel dann tatsächlich deutlich verlor, was die einzige Niederlage der Franzosen im gesamten Turnier bedeutete. Obwohl man bei einer Niederlage die meisten Spiele aller teilnehmenden Mannschaften gewonnen hatte, konnte man so am Ende nur den fünften Platz belegen.

Bei der WM 2010 gewann man in der Vorrunde gegen Titelverteidiger Spanien im ersten Gruppenspiel und feierte so eine kleine Revanche. Nach zwei weiteren Siegen in der Gruppenphase verlor man jedoch die folgenden drei Spiele, inklusive des Achtelfinalspiels gegen den Gastgeber und späteren Vizeweltmeister Türkei, und schied damit frühzeitig aus dem Turnier aus. Bei der EM 2011 war man den Spaniern in der Zwischenrunde erneut unterlegen. Ansonsten blieb man bis zum Finale siegreich, was die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 in London bedeutete. Das Finale selbst wurde erneut gegen Titelverteidiger Spanien verloren.

Familie[Bearbeiten]

Seine jüngere Schwester Jessie (* 1990) ist ebenfalls eine französische Juniorenauswahlspielerin[6] und Spielerin in der höchsten französischen Spielklasse.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nando de Colo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Coupe de France 2007-2008 - Basketball - De Colo : Je dois m'adapter. Eurosport.fr, 19. Mai 2008, abgerufen am 10. September 2011 (französisch).
  2. Virtus BolognaFiere beat brave Cholet. FIBAEurope.com, 26. April 2009, abgerufen am 10. September 2011 (englisch).
  3. 2009-10 All-Eurocup first, second teams announced. EurocupBasketball.com, 7. April 2010, abgerufen am 10. September 2011 (englisch).
  4. Spurs Sign Nando De Colo
  5. Game Report: France Remain Unbeaten. Eurobasket2009.org, 15. September 2009, abgerufen am 10. September 2011 (englisch).
  6. Jessie De Colo / U20 European Championship Women 2010. FIBAEurope.com, abgerufen am 10. September 2011 (englisch).