Naoussa (Imathia)

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Gemeinde Naoussa
Δήμος Νάουσας (Νάουσα)
Naoussa (Imathia) (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat: Griechenland
Region: Zentralmakedonien
Regionalbezirk: Imathia
Geographische Koordinaten: 40° 38′ N, 22° 4′ O40.62722222222222.066944444444Koordinaten: 40° 38′ N, 22° 4′ O
Fläche: 424,91 km²
Einwohner: 32.494 (2011[1])
Bevölkerungsdichte: 76,5 Ew./km²
Gemeindelogo:
Gemeindelogo von Gemeinde Naoussa
Sitz: Naoussa
LAU-1-Code-Nr.: f11
Gemeindebezirke: 3 Gemeindebezirke
Lokale Selbstverwaltung: 14 Ortschaftenf12f12
Website: www.naousa.gr
Lage in der Region Zentralmakedonien
Datei:2011 Dimos Naousas.png

f9f8

Naoussa (griechisch Naousa Νάουσα (f. sg.), ausgesprochen Náusa; mazedonisch Negusch Негуш; ältere Namen Niausta, Niagusta, Agoston und Agustos) ist eine Stadt mit knapp 20.000 Einwohnern in der nordgriechischen Region Zentralmakedonien.

Gleichzeitig bildet Naoussa seit 1918 eine Gemeinde (dimos), die durch die beiden griechischen Verwaltungsreformen 1997 und 2010 beständig durch Eingemeindungen vergrößert wurde, zuletzt 2010 durch die Eingemeindung der Nachbargemeinden Anthemia und Irinoupoli.

Die Gemeinde Naousa befindet sich am westlichen Rand der zentralmakedonischen Tiefebene, welche durch die Flüsse (von Süden nach Norden bzw. Osten) Aliakmonas, Loudias, Axios und Gallikos gebildet wird. Teile der Gemeinde liegen auf den, westlich der Kleinstadt ansteigenden, nördlichen Regionen des Vermio-Gebirges, welches die westliche Begrenzung der zentralmakedonischen Tiefebene darstellt; andere Anteile der Gemeinde befinden sich in der Tiefebene selbst bzw. im Übergang vom Vermio zur Tiefebene. Die nächste größere Stadt bzw. Gemeinde im Norden ist Edessa und im Süden Veria, die Hauptstadt der Präfektur Imathia.

Nach seiner Eroberung im späten 14. Jahrhundert war Naoussa bis zum ersten Balkankrieg Bestandteil des osmanischen Reiches. Am 1. November 1912 wurde aus Naoussa die osmanische Verwaltung vertrieben und nachfolgend die Stadt von den aus Süden (Veria) vorrückenden griechischen Truppen besetzt.[2][3] Anschließend war Naoussa de facto Teil des griechischen Staates (Königreich), was mit dem Frieden von Bukarest 1913 endgültig bestätigt wurde.

Naousa war 1821 im griechischen Unabhängigkeitskrieg (1821–1829) Schauplatz eines schweren Kampfes zwischen den griechischen Aufständischen und den osmanischen Besatzungstruppen. Letztere blieben trotz erheblichen Widerstands siegreich. An die griechischen Opfer dieser Kämpfe erinnert in der Gegenwart ein Mahnmal in Naoussa.

Auch im griechischen Bürgerkrieg (1946–1949) war Naoussa Schauplatz von bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den kommunistisch kontrollierten Aufständischen und der regulären griechischen Armee unter Kontrolle der rechtsgerichteten Zentralregierung in Athen. Am 10. August 1947 wurde die Stadt von 500 Aufständischen angegriffen und zeitweilig besetzt, musste anschließend wieder geräumt werden. 200 Häuser wurden im Rahmen der Kämpfe durch Feuer zerstört, einschließlich einer Kirche. [4]

Wirtschaftliches Standbein der Stadt bzw. Gemeinde ist die Landwirtschaft und vor allem der Anbau von Wein. Sowohl das Weinbaugebiet Naoussa als auch die populäre rote Rebsorte Mavro Naoussis sind nach der Stadt benannt worden.

In diesem Ort wurde am 16. Juni 1978 ein Kloster eingeweiht, in dem die pontosgriechischen Mönche des Kuştul-Klosters von Maçka bei Trabzon begraben sind.

Jahr Einwohner Einwohner in der Gemeinde
1981 19.430
1991 19.794 22.637
2001 22.274

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Naoussa unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ergebnisse der Volkszählung 2011 beim Nationalen Statistischen Dienst Griechenlands (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
  2. Zeitungsartikel der griechischen Zeitung Embros vom 20. Oktober 1912, Seite 4, rechte Spalte
  3. Friedrich Immanuel. Der Balkankrieg 1912/13. Zweites und Drittes Heft. Der Krieg bis zum Beginn des Waffenstillstandes im Dezember 1912. Verlag Ernst Siegfried Mittler und Sohn, 1913. S. 91.
  4. Zeitungsartikel der griechischen Zeitung Eleftheria vom 20. August 1947, Seite 4, linke Spalte.
  5. Städtepartnerschaften von Assenowgrad (bulgarisch)