Napfbecherlinge

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Napfbecherlinge
Kerbrandiger Napfbecherling (Tarzetta cupularis)

Kerbrandiger Napfbecherling (Tarzetta cupularis)

Systematik
Abteilung: Schlauchpilze (Ascomycota)
Unterabteilung: Echte Schlauchpilze (Pezizomycotina)
Klasse: Pezizomycetes
Ordnung: Becherlingsartige (Pezizales)
Familie: Feuerkissenverwandte (Pyronemataceae)
Gattung: Napfbecherlinge
Wissenschaftlicher Name
Tarzetta
(Cooke) Lambotte

Die Napfbecherlinge (Tarzetta) sind eine Gattung der Echten Schlauchpilze aus der Familie der Feuerkissenverwandten (Pyronemataceae) mit 4 Arten in Mitteleuropa und 13 Arten weltweit[1].

Merkmale[Bearbeiten]

Die Napfbecherlinge bilden kleine bis mittelgroße, schalenförmige, mehr oder weniger kurz gestielte Fruchtkörper, deren Siel meist im Boden eingesenkt ist. Ihre Fruchtkörper zeigen grau bis blasrosa Farben. Die Napfbecherlinge haben ähnlich den Öhrlingen ein zelliges Excipulum und ein Trama, das aus verschlungenen Hyphen aufgebaut ist. Auch ihre glatten, elliptischen Sporen, die meist zwei Öltropfen aufweisen, ähneln den Öhrlingen. Allerdings sind ihre Apothecien napf- oder kelchförmig und nie ohrförmig oder einseitig eingeschnitten. Ihre Ränder sind oft typisch gezähnelt. Auch ihre Paraphysen sind stets gerade. Die Außenseite des Excipulums ist kleiig, da sich dessen äußere Zellen ablösen. Die Ascusspitze blaut nicht in Lugol (inamyloid).

Ökologie[Bearbeiten]

Die Napfbecherlinge leben saprophytisch am Boden, aber auch an Brandstellen und unter Moosen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass zumindest einige Napfbecherlinge Mykorrhiza mit Pflanzen eingehen.[2]

Systematik[Bearbeiten]

Tarzetta gehört zusammen der eng verwandten Gattung Geopyxis, und den trüffelähnlichen Gattungen Paurocotylis und Stephensia in die Klade 2 innerhalb der Feuerkissenverwandten. Als Schwestergruppe zusammengefasst in derselben Klade sind auch die Vertreter der ehemaligen Familie Ascodesmidaceae und die Gattung Pulvinula [3]. Dagegen ist Tarzetta nicht so eng mit Otidea verwandt wie lange angenommen[4]. Tarzetta ist monophyletisch.[3]

Arten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • E. Gerhardt: Pilze. Verlag BLV, München 2006, S. 590/599, ISBN 978-3-8354-0053-5
  • A. Bollmann, A. Gminder und P. Reil: Abbildungsverzeichnis europäischer Großpilze. 4. Auflage, Gattungs-CD, Schwarzwälder Pilzlehrschau, Hornberg 2007, ISSN 0932-920X

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Index Fungorum
  2. Tedersoo, L., K. Hansen, B. A. Perry & R. Kjoller (2006). Molecular and morphological diversity of pezizalean ectomycorrhiza. New Phytologist 170: 581-596.
  3. a b Perry BA, Hansen K, Pfister DH. A phylogenetic overview of the family Pyronemataceae (Ascomycota, Pezizales). Mycol Res. 2007 111(Pt 5):549-71.
  4. Kimbrough JW, 1970. Current trends in the classification of Discomycetes. The Botanical Review 36: 91–161.