Napo

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Dieser Artikel behandelt den Fluss Napo, für die nach ihm benannte Provinz siehe Provinz Napo. Für den Kreis Napo (那坡县; Pinyin: Nàpō Xiàn) des Autonomen Gebiets Guangxi der Zhuang-Nationalität in der Volksrepublik China, siehe Napo (Bose).
Río Napo
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Der Napo östlich von Puerto Francisco de Orellana

Der Napo östlich von Puerto Francisco de Orellana

DatenVorlage:Infobox Fluss/GKZ_fehlt
Lage Ecuador, Peru
Flusssystem Amazonas
Abfluss über Amazonas → Atlantischer Ozean
Quelle am Fuße des CotopaxiVorlage:Infobox Fluss/QUELLKOORDINATE_fehlt
Mündung östlich von Iquitos in den Amazonas-3.4583333333333-72.716666666667Koordinaten: 3° 27′ 30″ S, 72° 43′ 0″ W
3° 27′ 30″ S, 72° 43′ 0″ W-3.4583333333333-72.716666666667
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Länge 1480 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 115.000 km²[1]
Abfluss[2] MQ
4600 m³/s
Linke Nebenflüsse Coca, Aguarico
Rechte Nebenflüsse Curaray
Kleinstädte Puerto Francisco de Orellana

Der Río Napo ist ein 1480 Kilometer langer Fluss mit einer Wasserführung von 4600 m³/s[2], nach anderen Quellen sogar von 6.300 m³/s[3].

Er entsteht an den westlichen Hängen der Vulkane Antisana, Sincholagua und Cotopaxi, fließt durch den ecuadorianischen und peruanischen Teil des Amazonasbeckens und mündet 65 km nordöstlich von Iquitos in den Amazonas.

Bevor der Napo die Tiefebene erreicht, fließen ihm eine Vielzahl in den Páramos der Anden entstehender und aus den Gletschern der genannten Vulkane gespeister Flüsse zu. Der obere Napo wird in diesem Bereich auch Jatunyacu (quichua für großes Wasser) genannt. Bereits im Amazonasbecken fließt der obere Napo bei Puerto Napo mit dem Fluss Anzuni zusammen und heißt ab dort Napo (bzw. unterer Napo).

Ab diesem Punkt fließt der Napo nach Nordost, bis er sich mit dem linksseitigen Zufluss Coca vereint. An diesem Punkt befindet sich Puerto Francisco de Orellana (auch El Coca genannt), die Hauptstadt der ecuadorianischen Provinz Orellana. Von hier fließt der Napo Richtung Osten und wird an der ecuadorianisch-peruanischen Grenze wiederum linksseitig durch die Wasser des Aguarico gespeist, der in den Falten des Vulkans Cayambe entspringt. Der Flussverlauf wendet sich auf peruanischem Staatsgebiet südostwärts. Von rechts fließt ihm im weiteren Verlauf bei Cucuray der Curaray zu. Beim peruanischen Ort Francisco de Orellana in der Provinz Maynas mündet der Napo in den Amazonas.

Weitere, kleinere Zuflüsse des Napo sind linksseitig der Misahuallí, der Suno, der Jivino und der Río Tambo Yacu sowie rechtsseitig der Arajuno, der Tiputini und der Yasuní.

Der Napo ist vom Amazonas aus bis mindestens zur Einmündung des Curucay schiffbar. Ebenfalls ist er vom Coca her schiffbar. Auf der ecuadorianischen Seite sind insbesondere der Oberlauf und zahlreiche Zuflüsse für das Rafting beliebt.

Der Napo wurde 1541 unter Führung von Francisco de Orellana auf der Gonzalo-Pizarro-Expedition, die unter anderem die Suche nach dem legendären Goldland Eldorado zum Ziel hatte, von Quito aus bis zum Amazonas vollständig befahren. Die Gruppe fand sich jedoch in dem riesigen Delta nicht zurecht, Pizzaro entschloss sich zur Umkehr nach Quito und erlebte mit seinem Rückmarsch entlang den sumpfigen Flussufern des Rio Napo und durch die Regenwälder an der Ostabdachung der Anden die wohl entbehrungsreichste Unternehmung der südamerikanischen Entdeckungsgeschichte.[4]

Die umgekehrte Fahrt machte vom Amazonas ausgehend erstmals der portugiesische Kartograph Pedro Teixeira 1637–1639.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Río Napo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Barthem, R.B. et al.: Global International Waters Assessment, Regional Assessment 40B - Amazon Basin, UN Environment Programme, Kalmar 2004
  2. a b E.M. Latrubesse et al.: Tropical rivers, Geomorphology 70, S. 187-206, 2005; siehe auch: [1]
  3. Jean L. Guyot et al.: Suspended sediment yields in the Amazon basin of Peru: a first estimation, Water Quality and Sediment Behaviour of the Future: Predictions for the 21st Century Proceedings of Symposium HS2005 at IUGG2007, Perugia, July 2007. IAHS Publ. 314, 2007, 3-10
  4. Urs Bitterli: Die Entdeckung Amerikas, München 1991 (2006), S. 275