Narbonne

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Dieser Artikel behandelt die französische Stadt im Arrondissement Narbonne. Zum französischen General, Kriegsminister und Diplomaten siehe Louis Marie de Narbonne-Lara.
Narbonne
Wappen von Narbonne
Narbonne (Frankreich)
Narbonne
Region Languedoc-Roussillon
Département Aude
Arrondissement Narbonne (Unterpräfektur)
Kanton Chef-lieu von drei Kantonen
Gemeindeverband Communauté d’agglomération de la Narbonnaise.
Koordinaten 43° 11′ N, 3° 0′ O43.1847222222223.003611111111110Koordinaten: 43° 11′ N, 3° 0′ O
Höhe 0–285 m
Fläche 172,96 km²
Einwohner 51.546 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 298 Einw./km²
Postleitzahl 11100
INSEE-Code
Website www.mairie-narbonne.fr

Canal de la Robine unter dem Pont des Marchands (beidseitig mit Häusern geschlossene Straßenbrücke). Der Kanal führt aus dem Bild heraus in Richtung Mittelmeer.
Blick über Narbonne, links die Kathedrale Saint Just.
Ein vor dem Rathaus freigelegtes Stück der Via Domitia.

Narbonne (auf okzitanisch Narbona [narˈβunɔ]) ist eine Stadt mit 51.546 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Aude in der Région Languedoc-Roussillon.

Narbonne ist Hauptort des Arrondissements Narbonne.

Etymologie[Bearbeiten]

Der Name kommt wahrscheinlich von dem iberischen bzw. baskischen Stamm *narb-.[1]

Geografie[Bearbeiten]

Narbonne liegt am Canal de la Robine im Süden Frankreichs, über den es eine Verbindung zum nahen Mittelmeer beim Ort Port-la-Nouvelle hat. Über den Canal de Jonction, der den Canal de la Robine am anderen Ende fortsetzt, besteht Anschluss an den Canal du Midi.

Geschichte[Bearbeiten]

Narbonne war die erste römische Kolonie außerhalb Italiens. Sie wurde um 118 v. Chr. im damaligen Gallien als Colonia Narbo Martius errichtet. Durch Narbonne führte die Via Domitia, die erste Römerstraße in Gallien, deren Bau etwa in die Gründungszeit der Kolonie fällt und Italien mit den spanischen Kolonien verband. Bei Narbonne verband sich die Via Domitia mit der Via Aquitania, die über Toulouse und Bordeaux zum Atlantischen Ozean führte.

Später wurde die Provincia des südlichen Gallien als Gallia Narbonensis nach ihrer Hauptstadt benannt. Als Verwaltungssitz der römischen Provinz, so konnten Archäologen nachweisen, florierte Narbonne wirtschaftlich und beherbergte architektonische Meisterwerke.

Nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches war Narbonne bis ins 8. Jahrhundert die Hauptstadt der Provinz Septimania der Westgoten (413–720). Narbonne war 719 die erste Stadt im Frankenreich, die, von den Mauren gehalten, islamisch wurde. Bis 759 wurde es von König Pippin zurückerobert (siehe Islam in Frankreich). Im Jahre 793 wurde es von Hischam I. von Andalusien zerstört, gebrandschatzt und entvölkert.

Im Mittelalter wurde Narbonne vor allem als Heimat der Katharer bekannt. Von 1272 bis 1332 wurde in Narbonne die Kathedrale Saint-Just errichtet, die mit einer Chorhöhe von 41 Metern eine der höchsten Frankreichs ist.

Narbonne ist mit ca. 50.000 Einwohnern eine der größeren Städte der historischen Provinz Languedoc.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Neben der Kathedrale sind die römischen Reste besonders sehenswert, dazu gehören:

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Städtepartnerschaft mit Weilheim entstand aus einer Begebenheit im Jahr 1965, als französische Pfadfinder aus Narbonne nahe Weilheim zelteten und dabei vom Hochwasser überrascht wurden. Weilheimer Bürger halfen, und daraus entstanden freundschaftliche Kontakte in die französische Stadt, die mit dem Unterzeichnen einer Partnerschaftsurkunde 1971 in Narbonne und 1974 in Weilheim gefestigt wurden. Diese Partnerschaft wird auf Initiative und Organisation durch den Gewerbeverband Weilheim seit 1988 mit der „Französischen Woche“ an jedem ersten Juliwochenende des Jahres auf dem Weilheimer Marienplatz gefeiert. Alle zwei Jahre findet die Bayerische Woche in der Partnerstadt in Narbonne statt. Die jeweiligen Feste werden durch entsprechende hochrangige Delegationen der jeweiligen Partnerstadt begleitet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rémy Cazals, Daniel Fabre (Hrsg.): Les Audois. Dictionnaire biographique. Association des amis des Archives de l'Aude, u. a., Carcassonne 1990, ISBN 2-906442-07-0.
  • Jacques Crémadeills (Hrsg.): L'Aude. De la préhistoire à nos jours. Bordessoules, Saint-Jean-d’Angély 1989, ISBN 2-903504-24-5 (L'Histoire par les Documents = Collection Hexagone. L'Histoire par les Documents).
  • Michel Gayraud: Narbonne antique des origines à la fin du IIIe siècle. Boccard, Paris 1981 (Revue archéologique de Narbonnaise. Supplément 8, ISSN 0153-9124).
  • Jacques Michaud, André Cabanis (Hrsg.): Histoire de Narbonne. Privat, Paris 2004, ISBN 2-7089-8339-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Narbonne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. M. Morvan, Dictionnaire étymologique basque