Narendra Modi

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Narendra Modi
Narendra Modi zusammen mit Rajnath Singh (Mitte) und Lal Krishna Advani (links) auf einer Parteiversammlung der BJP im Jahr 2014
Modi auf einer Wahlkampfveranstaltung in Goa bei der indischen Parlamentswahl 2014

Narendra Damodardas Modi (Gujarati: નરેંદ્ર દામોદરદાસ મોદી; * 17. September 1950 in Vadnagar, Gujarat) ist ein indischer Politiker der Bharatiya Janata Party (BJP) und amtierender Premierminister Indiens. Zuvor war er von 2001 bis 2014 Chief Minister (Regierungschef) des Bundesstaates Gujarat.

Biografie[Bearbeiten]

Modi wurde im Ort Vadnagar im Distrikt Mahesana (Mehsana) geboren. Er war das dritte von sechs Kindern eines Lebensmittelhändlers sowie Teestandbesitzers; als Jugendlicher sollte er später selbst einen Teestand mit seinem Bruder in Ahmedabad betreiben. Modi wurde im Alter von 13 Jahren verlobt, löste sich aber früh von seiner Familie. Er studierte Politikwissenschaft an der Gujarat University und hat einen Master-Abschluss.[1]

Bereits als junger Mann war er bei der Rashtriya Swayamsevak Sangh engagiert und kam in den 1980er Jahren zur Bharatiya Janata Party. 1988 wurde er Generalsekretär der BJP in Gujarat. Er war am politischen Aufstieg der Partei in den 1990er Jahren beteiligt. Im Jahr 2001, als Gujarat unter den Folgen vorangegangener Naturkatastrophen wie dem starken Erdbeben im Januar des Jahres litt, wurde er als Nachfolger des zurückgetretenen Keshubhai Patel Chief Minister von Gujarat. Er präsentierte sich als Pro-Hindu-Führer und propagierte Hindutva-Ideale. Modi modernisierte die Verwaltung des Bundesstaates und konnte neues Wachstum generieren.

Bei der Wahl im Dezember 2002 wurde er als Chief Minister im Amt bestätigt. Innerhalb von drei Jahren wurde er von India Today wegen seiner wirtschaftlichen und administrativen Erfolge zwei Mal als bester Chief Minister Indiens ausgezeichnet.[2] Er galt daher als aussichtsreicher Spitzenkandidat seiner Partei bei Wahlen zum indischen Parlament.

Im Dezember 2007 konnte Modi mit der BJP die Wahlen im Bundesstaat Gujarat erneut für sich gewinnen.[3] Im Dezember 2012 wiederholte er seinen Erfolg zum dritten Mal in Folge.[4]

Bei den nationalen Parlamentswahlen von 2014 erreichte Modi als Spitzenkandidat für die Bharatiya Janata Party eine absolute Mehrheit. Am 26. Mai 2014 wurde er als neuer indischer Premierminister vereidigt.[5]

Narendra Modi ist unverheiratet und pflegt einen kargen Lebensstil. Er ernährt sich vegetarisch, verfasst Gedichte und gilt als computeraffin.[1]

Kontroverse[Bearbeiten]

Nach einem Anschlag im Februar 2002 in Gujarat auf einen Zug mit hinduistischen Pilgern kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Hindus und Moslems, bei denen nach offiziellen Schätzungen 254 Hindus und 790 Muslime ums Leben kamen.[6] Die Behörden verhängten in Gujarat eine Ausgangssperre, erteilten der Polizei Schießbefehl und riefen die Armee auf, eine Eskalation der Gewalt zu verhindern.[7][8] Dennoch wurde Modis Regierung von Menschenrechtsgruppen vorgeworfen, zu wenig gegen die Ausschreitungen getan zu haben.[9] Modi trat zunächst zurück;[10] seine Partei konnte jedoch bei den Neuwahlen ihre Mehrheit im gujaratischen Parlament ausbauen und wählte ihn wieder zum Chief Minister.

Im Jahr 2005 wurde Modi von den USA wegen seiner „Verantwortlichkeit für schwere Verletzungen der Religionsfreiheit“ ein Einreisevisum verwehrt. Die indische Regierung protestierte hiergegen.[11] Auch fünf Jahre nach den Gewaltaktionen weigerte sich Modi, seine Rolle dabei kritisch zu betrachten. Er brach 2007 ein CNN-Interview ab, bei dem ihm Fragen zu diesem Thema gestellt wurden.[12]

Im April 2009 hat der Oberste Gerichtshof eine Sonderermittlungsgruppe (SIT) berufen mit dem Auftrag die Rolle Narendra Modis und seiner Regierung in den Ausschreitungen zu erkunden. Die SIT berichtete dem Gericht im Dezember 2010, dass keine wesentlichen belastende Beweise gegen Modi gefunden wurden und auch keine anklagefähigen Beweise vorliegen, dass Modi vorsätzlich die Ausschreitungen zugelassen hätte. Die SIT sprach Modi damit im April 2012 von juristisch relevanter Schuld an dem Gulbarg-Massaker während der Ausschreitungen in Gujarat 2002 frei.[13][14][15][16]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Narendra Modi – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Narendra Modi. In: Internationales Biographisches Archiv 34/2013 vom 20. August 2013, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 14/2014 (abgerufen via Munzinger Online).
  2. Face of Discord, India Today Cover Story, April 29, 2002
  3. http://news.bbc.co.uk/2/hi/south_asia/7158037.stm
  4. The Times of India, 20. Dezember 2012: "Modi scores a hat-trick in Gujarat, BJP loses HP to Congress".
  5. Ein Händedruck, der Hoffnungen weckt. In: tagesschau.de. 26. Mai 2014, abgerufen am 26. Mai 2014.
  6. Mindestens 57 Menschen bei Überfall auf Zug verbrannt. FAZ vom 27. Feb. 2002
    bbc-Meldung (engl.)
  7. Curfew imposed in 26 cities. In: The Hindu, 1. März 2002. Abgerufen am 17. April 2014. 
  8. Army too helpless as violence mounts. In: The Economic Times, 1. März 2002. Abgerufen am 17. April 2014. 
  9. We have no orders to save you
  10. Modi resigns; seeks Assembly dissolution. the hindu business line vom 20. Juli 2002 (engl.)
  11. India condemns US decision. BBC-Meldung (engl.)
  12. Quizzed on riots, Modi walks out (Telegraph of India vom 21. Okt. 2007; engl.)
  13. Somini Sengupta: Shadows of Violence Cling to Indian Politician. In: The New York Times, 28. April 2009. Archiviert vom Original am 30. August 2012. Abgerufen am 12. Mai 2013. 
  14. Dhananjay Mahapatra: SIT clears Narendra Modi of willfully allowing post-Godhra riots. In: The Times of India, 3. Dezember 2010. Abgerufen am 17. April 2014. 
  15. It's official: Modi gets clean chit in Gulberg massacre. In: The Pioneer, 10. April 2012. Archiviert vom Original am 12. April 2012. 
  16. Gujarat riots: Teesta Setalvad's plea for SIT report rejected. In: CNN-IBN, 16. Juli 2012. Abgerufen am 13. April 2013.