Nargess Eskandari-Grünberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Nargess Eskandari-Grünberg (* 20. Februar 1965 in Teheran) ist eine deutsche Kommunalpolitikerin (Bündnis 90/Die Grünen), Stadträtin und Dezernentin für Integration der Stadt Frankfurt. Von 2001 bis 2008 war sie dort Stadtverordnete.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

1985 flüchtete Eskandari als Verfolgte des islamischen Regimes aus dem Iran nach Deutschland und lebt seitdem in Frankfurt. Sie studierte Psychologie und promovierte. Als Psychotherapeutin hat sie eine eigene Praxis und leitet für das Deutsche Rote Kreuz die Beratungsstelle für ältere Migrantinnen und Migranten HIWA!.[1]

Sie ist verheiratet mit Kurt Grünberg.

[Bearbeiten] Funktionen

Im Stadtparlament von Frankfurt, wo sie von 2001 bis 2008 für die Grünen saß, war sie vier Jahre lang Vorsitzende des Integrationsausschusses. Am 24. April 2008 wurde sie vom Stadtparlament zur Nachfolgerin des verstorbenen Jean Claude Diallo als Stadträtin und Dezernentin für Integration gewählt.

[Bearbeiten] Engagement

[Bearbeiten] Kritischer Dialog mit Muslimen

Eskandari-Grünberg wurde wegen ihrer Opposition gegen das Mullah-Regime im Iran politisch verfolgt. Sie setzt sich für freie Religionsausübung und einen kritischen Dialog mit Muslimen ein.

[Bearbeiten] Kontroverse

Öffentliche Aufmerksamkeit erregte Eskandari-Grünberg durch eine Äußerung im Bildungs- und Integrationsausschuss am 5. November 2007:

„Migration ist in Frankfurt eine Tatsache. Wenn Ihnen das nicht passt, müssen Sie woanders hinziehen.“

– Frankfurter Rundschau (FR)[2]

Mit der Äußerung nahm Eskandari-Grünberg in der Sitzung des Bildungsausschusses der Stadtverordnetenversammlung Bezug auf die Aussage eines Hausener Bürgers zum Einwandereranteil an der dortigen Kerschensteinerschule. Die anwesenden Mitglieder der Bürgerinitiative fassten die Äußerung als persönliche Aufforderung zum Auswandern auf. Es kam zum Tumult und die Ausschussvorsitzende Bernadette Weyland (CDU) unterbrach die Sitzung. Die FR berichtete am 7. November 2007, dass Eskandari-Grünberg nach eigenen Angaben wegen ihrer Äußerung bedroht worden sei:

„In der Ausschuss-Sitzung musste sich Eskandari-Grünberg gegen wüste Beschimpfungen der Bürgerinitiative wehren. Sie sei sogar bedroht worden, berichtete sie am Dienstag: ‚Einer hat mir die Faust vors Gesicht gehalten und gesagt: Ihnen werden wir's noch zeigen.‘“

– FR am 7. November 2007[3]

Am 7. November 2007 erläuterte Eskandari-Grünberg ihre Äußerung in einem Interview mit der FR:

„Diese Aussage muss im Zusammenhang betrachtet werden. Dem ist ja eine andere Äußerung vorangegangen. Da hat jemand sich darüber beklagt, dass der Migrantenanteil an Schulen zu hoch sei. Das hörte sich so an, als seien die Kinder Ungeziefer. Darauf habe ich emotional reagiert. In den Reaktionen zu meiner Äußerung taucht das nicht mehr auf. Es wird so interpretiert, als hätte ich gesagt, die Deutschen sollen auswandern. Das ist doch Quatsch, so etwas habe ich nicht gesagt und nicht gemeint. Es ist absurd, mir so etwas in den Mund zu legen. Was ich sagen wollte ist: Einwanderer gehören zu Frankfurt. Wer in dieser internationalen Stadt lebt, muss sich dieser Realität stellen und es positiv betrachten.“

– Interview mit der FR am 7. November 2007[4]

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. www.frankfurt.de Vita von Nargess Eskandari-Grünberg
  2. Wie eine Gebetsmühle, Frankfurter Rundschau am 13. November 2007
  3. Raue Töne. Im Moscheestreit lassen Bürger ihren Gefühlen freien Lauf., Frankfurter Rundschau am 7. November 2007
  4. „Wir gehören zu dieser Stadt“. Nargess Eskandari-Grünberg im Interview mit Canan Topçu, Frankfurter Rundschau am 7. November 2007
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge