Narva-Kultur

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Keramik der Narva-Kultur

Die Narva-Kultur war eine semi-neolithische Kultur im 5. bis 4. Jahrtausend v. Chr. (Waldneolithikum), die sich von Estland im Norden über Lettland und Litauen bis ins ehemalige Ostpreußen im Süden findet. Die Narva-Kultur entwickelte sich aus der mesolithischen Kunda-Kultur.

Name[Bearbeiten]

Die Kultur ist nach Fundorten am Ufer des Narva-Flusses benannt, der die Grenze zwischen Estland und Russland bildet und wurde laut Marija Gimbutas nach der Stadt Narva benannt.

Charakteristika[Bearbeiten]

Die Wirtschaft der Narva-Kultur beruhte auf Jagd und Sammeln. Funde von Knochen und Geweihartefakten belegen die Jagd auf Vögel, Fische, Seehunde und Land-Säugetiere. Insbesondere im Vergleich mit der zeitgleichen, südlich anschließenden Nemunas-Kultur spielte der Feuerstein keine wichtige Rolle. Es finden sich auch Hacken, Tüllenäxte und Handreibmühlen, so dass Pflanzbau möglich scheint. Die Kultur kannte die Tonverarbeitung. Ein Zusammenhang in der Gestaltung der spitzbodigen Keramik wird mit der Kammkeramik-Kultur gesehen.

Varianten[Bearbeiten]

Zur Zeit der Schnurkeramik, in Ostpreußen als Haffküsten-Kultur ausgeprägt, werden zwei Varianten unterschieden:

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin E. Huld, Karlene Jones-Bley (Hrsg.): The Indo-Europeanization of Northern Europe. Institute for the Study of Man, Washington DC 1996, ISBN 0-941694-52-6 (Journal of Indo-European Studies. Monographs No. 17).

Weblinks[Bearbeiten]