Narzissen-Windröschen

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Narzissen-Windröschen
Anemone narcissiflora

Anemone narcissiflora

Systematik
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Unterfamilie: Ranunculoideae
Tribus: Anemoneae
Gattung: Windröschen (Anemone)
Art: Narzissen-Windröschen
Wissenschaftlicher Name
Anemone narcissiflora
L.
Anemone narcissiflora auf der Schynigen Platte (Schweiz) in 2.000 m Höhe

Das Narzissen-Windröschen (Anemone narcissiflora) ist auch unter den Namen Narzissenblütiges Windröschen, Berghähnchen, Berghähnlein und Berghünlein[1] bekannt. Die Windröschen (Anemone) sind eine Gattung aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Die ausdauernde krautige Pflanze kommt auf feuchten und schattigen Bergwiesen vor. Als eiszeitliche Reliktpflanze ist sie auf bestimmte Standorte beschränkt, mäßig häufig, und daher geschützt. Carl Linné beschrieb die Art zuerst im Jahr 1753 in seinem Werk Species plantarum in Band 1 auf Seite 542. Wohl infolge eines Druckfehlers steht an dieser Stelle aber der Name Anemone uarcissifolia. Nur das Wort narcissiflora (narzissenblütig) hat aber einen Sinn, da die Blüten des Berghähnleins wie bei Narcissus tazetta in einer mehrblütigen Dolde angeordnet sind. Das Wort narcissifolia (narzissenblättrig) hätte keinen Sinn, da die Blätter der Art überhaupt keine Ähnlichkeit mit denen der Narzissen haben. Um diesen Fehler zu korrigieren, der inzwischen in verschiedenen Werken als Anemone narcissifolia weitergegeben wurde, wurde durch den Internationalen Botaniker-Kongress 1999 in St. Louis (USA) entschieden, dass der Name Anemone narcissiflora nun mit dieser Schreibweise festgelegt wird (nomen conservandum).[2]

Beschreibung[Bearbeiten]

Die behaarte ausdauernde krautige Pflanze bildet einen aufrechten Stängel mit einer Wuchshöhe von 20 bis 50 cm. Die weißen Blüten erscheinen an einem Stiel zu drei bis acht in einer Dolde. Zuweilen sind die Blütenblätter äußerlich rötlich überlaufen. Unterhalb der Blütendolde befinden sich drei ungestielte, fingerförmig eingeschnittene Hochblätter (wie bei allen Anemone-Arten), sie sind dreifach bis fünffach geteilt und quirlig angeordnet.

Die Früchte (Nüsschen) besitzen einen geschnäbelten Griffel (im Unterschied zu den Küchenschellen).

Blütezeit ist zwischen Mai und Juli.

Die Art ist diploid; sie hat die Chromosomenzahl 2n = 14.[3]

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Pflanze ist häufig auf den Wiesen der Alpen, auch in Felsspalten und Felsschutt zu finden. In der Regel trifft man sie zwischen 700 bis 2500 Meter Höhe über dem Meeresspiegel an. Es handelt sich um eine ausgesprochen kalkliebende Pflanze. Das Verbreitungsgebiet umfasst in Europa die Alpen, Jura, Vogesen und die Sudeten.

Außerhalb Europas kommt die Art auch in Asien und in Nordamerika vor.

Unterarten[Bearbeiten]

Die Art tritt in Europa in folgenden Unterarten auf:[4]

  • Anemone narcissiflora subsp. biarmiensis (Juz.) Jalas; sie kommt in Europa nur im Ural vor
  • Anemone narcissiflora subsp. narcissiflora; sie kommt in Europa, im Kaukasus und in Westasien vor

Literatur[Bearbeiten]

  •  Xaver Finkenzeller, Jürke Grau: Alpenblumen. Erkennen und bestimmen (= Steinbachs Naturführer). Mosaik, München 2002, ISBN 3-576-11482-3.
  •  Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.

Belege[Bearbeiten]

  1. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 28, online.
  2. Werner Greuter et al.: International Code of Botanical Nomenclature (Saint Louis Code). In: Regnum Vegetabile. Band 138, Koeltz Scientific Books, Königstein 2000, ISBN 3-904144-22-7, Online-Version (engl.)
  3. Jaakko Jalas, Juha Suominen: Atlas florae europaeae. Band 8 (Nymphaeaceae to Ranunculaceae). Seite 80, Helsinki 1989. ISBN 951-9108-07-6
  4. Jaakko Jalas, Juha Suominen: Atlas florae europaeae. Band 8 (Nymphaeaceae to Ranunculaceae). Seite 80-81, Helsinki 1989. ISBN 951-9108-07-6

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Narzissen-Windröschen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien