Narzissengelber Wulstling

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Narzissengelber Wulstling
2009-07-21 Amanita gemmata.jpg

Narzissengelber Wulstling (Amanita gemmata)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Champignonartige (Agaricales)
Familie: Wulstlingsverwandte (Amanitaceae)
Gattung: Wulstlinge (Amanita)
Art: Narzissengelber Wulstling
Wissenschaftlicher Name
Amanita gemmata
(Fr.) Bertill.

Der Narzissengelbe Wulstling (Amanita gemmata, Syn. A. junquillea) ist eine giftige Pilzart aus der Familie der Wulstlingsverwandten.

Merkmale[Bearbeiten]

Der Narzissengelbe Wulstling hat einen blaßgelben bis gelbockerfarbenen Hut mit 3–10 Zentimeter Durchmesser. Er hat schneeweiße, flache und oft unregelmäßige Velumflocken. Bei jungen Pilzen ist der Hut glockenförmig, bei älteren Pilzen ist der Hut flach oder leicht gewölbt und die Haut schmierig. Der Rand des Hutes ist von hellerer Farbe als die Mitte des Hutes. Auffälliges Merkmal sind auch die kammartigen Riefen des Hutes. Die Lamellen sind weiß bis blassgelb und engstehend. Der Stiel des Pilzes erreicht eine Länge von 5–10 cm und kann bis 1 cm dick werden. Er ist von weißer bis hellgelber Farbe und an der Stielbasis verdickt mit wulstigem Velumrest und Flockengürtel. Das Fleisch ist weiß gefärbt. Der Narzissengelbe Wulstling ist geruchlos und schmeckt mild, etwas nussartig. Sein Sporenpulver ist weiß.

Artabgrenzung[Bearbeiten]

Aufgrund seines Erscheinungsbildes kann er leicht mit dem häufigeren, leicht giftigen Gelben Knollenblätterpilz verwechselt werden, der einen charakteristischen kartoffelkeimlingartigen Geruch und scharf abgeschnittenen Knollenrand hat. Ebenfalls ähnlich ist der seltenere Isabellfarbene Wulstling mit tief eingesenkter Volva. Dunkler gefärbte Exemplare dieser Pilzart können außerdem mit dem sehr giftigen Pantherpilz verwechselt werden.

Ökologie, Phänologie und Verbreitung[Bearbeiten]

Der Narzissengelbe Wulstling kommt in Nadel- und Laubwäldern vor. Er ist ein häufiger Mykorrhizapilz der Fichte und häufig auf sandigen und sauren Böden zu finden. Er erscheint als einer der ersten Wulstlinge unter guten Bedingungen bereits ab Ende Mai, zumeist von Juni bis Oktober. Sein Verbreitungsgebiet ist in Deutschland recht zerstreut.

Toxikologie[Bearbeiten]

Der Narzissengelbe Wulstling ist relativ häufig, weshalb die widersprüchlichen Angaben über dessen Giftigkeit ungewöhnlich erscheinen. Es ist möglich, dass verschiedene Varianten mit unterschiedlicher Zusammensetzung der Inhaltsstoffe existieren. Einige Todesopfer aus Chile, die zunächst mit dem Narzissengelben Wulstling in Verbindung gebracht wurden, sind wahrscheinlich der ähnlichen Art Amanita toxica zuzuschreiben.[1][2] Der Narzissengelbe Wulstling soll eine halluzinogene Wirkung haben, vermutlich enthält er Ibotensäure, Muskarin und Muscimol.[3]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Andreas Bresinsky, Helmut Besl: Giftpilze. Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte und Biologen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1985, ISBN 3-8047-0680-0, S. 110–111.
  2.  René Flammer, Egon Horak: Giftpilze – Pilzgifte. Pilzvergiftungen. Ein Nachschlagewerk für Ärzte, Apotheker, Biologen, Mykologen, Pilzexperten und Pilzsammler. Schwabe, Basel 2003, ISBN 3-7965-2008-1, S. 38.
  3.  Volkbert Kell: Giftpilze und Pilzgifte. Ziemsen, Wittenberg-Lutherstadt 1991, ISBN 3-7403-0254-2.

Weblinks[Bearbeiten]