Nasiriya

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt die irakische Stadt Nasiriya. Der Sufi-Orden Nasiriyya ist unter Nasiriyya (Sufi-Orden) zu finden.
Nasiriya
Lage
Nasiriya (Irak)
Nasiriya
Nasiriya
Koordinaten 31° 3′ N, 46° 16′ O31.04777777777846.2611111111117Koordinaten: 31° 3′ N, 46° 16′ O
Staat Irak
Gouvernement Dhi Qar
Basisdaten
Höhe m
Einwohner 560.200 (2003)
Ein Gewürzladen in Nasiriyya mit importierten Gewürzsorten aus Indien, 2007
Ein Gewürzladen in Nasiriyya mit importierten Gewürzsorten aus Indien, 2007

Nasiriya (arabisch ‏الناصرية‎, DMG an-Nāṣiriya, in deutschen Medien meist Nassirija) ist die Hauptstadt der irakischen Provinz Dhi Qar. Sie liegt am Euphrat und ist 360 km von Bagdad entfernt. In der Nähe der Stadt liegen die Ruinen der Städte Ur und Larsa. 1987 hatte Nasiriyya 265.937 Einwohner und 2003 geschätzte 560.200. Die Mehrheit der Bevölkerung sind Schiiten.

Die Stadt wurde 1870 von Scheich Nasir Saʿdun vom Stamm Muntafiq gegründet. Nach ihm wurde dann auch die Stadt benannt. Bis zum Ersten Weltkrieg beherrschten die Osmanen die Stadt und verloren sie 1915 an die Briten. Im zweiten Golfkrieg 1991 rückten die Koalitionstruppen bis hierher vor. Das war ihr weitestes Vordringen. Aufgrund von Versprechen der Amerikaner, die sich als leer erwiesen, erhoben sich die Schiiten gegen Saddam Hussein. Die irakische Armee unterdrückte den Aufstand blutig, wobei sehr viele Menschen starben.

Während der amerikanischen Besetzung des Irak im Dritten Golfkrieg kam es bei Nasiriya zu dem einzigen größeren Gefecht zwischen irakischen Einheiten und US-Truppen, in deren Verlauf 29 US-Soldaten getötet und sechs gefangen genommen wurden (darunter Jessica Lynch). Einige Tage später hieß es in einem Bericht, dass bei einem Luftangriff mit Streubomben 10 Menschen getötet und 200 verletzt worden seien. Außerdem berichtete ein irakischer Arzt, dass 10 US-Soldaten bei einem Friendly-Fire-Unfall getötet wurden. Ein amerikanisches Kampfflugzeug warf versehentlich eine Bombe auf eine Stellung der US-Marineinfanteristen.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Guardien Unlimited; James Meek, War in the Gulf: Marines losing the battle for hearts and minds, The Guardian (London, 25. März 2003, S. 1)