Nasjonal Samling

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sonnenkreuz-Symbol der Nasjonal Samling

Nasjonal Samling (NS) (no. ‚Nationale Vereinigung‘) war eine norwegische faschistische politische Partei in den 1930er und 1940er Jahren, die am 13. Mai 1933 unter anderem von Vidkun Quisling und Johan Bernhard Hjort gegründet wurde. Die Partei hatte in Telemark und im Osloer Hauptstadtgebiet ihre Hochburgen und wurde vor allem von Norwegern mit „nationaler Gesinnung“ gewählt.

Quisling in Oslo (1942)

In den 1930er Jahren arbeitete sie eng mit der norwegischen Bauernpartei (Bondepartiet, der heutigen Zentrumspartei) zusammen, unter anderem gegen eine Enteignung von Bauernhöfen. Des Weiteren schürte die Partei den norwegischen Nationalismus und Antikommunismus und hegte gemeinhin Sympathien für das Deutsche Reich und das faschistische Italien.

Bekannte Mitglieder waren der ehemalige norwegische Premierminister Jens Hundseid, der Polarforscher Adolf Hoel, der Opernsänger und Innenminister Albert Viljam Hagelin und der Komponist Christian Sinding. Der Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Knut Hamsun hingegen unterstützte zwar die politischen Ziele der Partei, war jedoch nie Parteimitglied.

Bei ihrer Auflösung nach Kriegsende im Mai 1945 zählte sie etwa 50.000 Mitglieder.

Nach dem Krieg wurden gegen 900.000 Norweger Nachforschungen wegen des Verdachts auf Landesverrat angestellt. Über die Hälfte der Ermittlungsverfahren führten zu Freiheitsstrafen, Vermögenseinzug, Geldstrafen oder Wahlrechtsentzug. In 26 Fällen - allen voran der Parteiführer Quisling - wurden Todesurteile verhängt. Die Mehrheit der Verurteilten waren Unterstützer oder Mitglieder des Nasjonal Samling.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Hans-Dietrich Loock: Quisling, Rosenberg und Terboven. Zur Vorgeschichte und Geschichte der nationalsozialistischen Revolution in Norwegen. In: Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte. Nr. 18, Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1970, ISSN 0481-3545 (Zugleich: Berlin, Freie Univ., Habil.-Schr., 1968).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bernd Wegner : Das Kriegsende in Skandinavien in Karl-Heinz Frieser (Hrsg.) : Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, Band 8 : Die Ostfront 1943/44 - Der Krieg im Osten und an den Nebenfronten, München, 2011, S. 1005.