Natacha Gachnang

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Natacha Gachnang

Natacha Gachnang (* 27. Oktober 1987 in Vevey) ist eine Schweizer Automobilrennfahrerin. Sie ist eine Cousine des Rennfahrers Sébastien Buemi. Ihr Großvater Georges Gachnang war ebenfalls Rennfahrer und konstruierte in den 1960er Jahren Renn- und Sportwagen der Marke Cegga.

Karriere[Bearbeiten]

Natacha Gachnang fuhr im Alter von fünf Jahren erstmals in einem Kart. Ihr Vater trainierte sie zusammen mit ihrem Cousin Sébastien Buemi auf einem abgesteckten Kurs des Garagenbetriebs ihres Grossvaters in Aigle. Mit neun Jahren fuhren sie ihr erstes Kartrennen und fielen trotz Regens gleich mit beachtlichen Resultaten auf. Fortan verlief die Karriere der beiden über alle Serien parallel, zuerst im Kart über die Mini-Serien bis zu den Junioren. Gachnang setzte ihre Karriere mit einem Schweizer Meistertitel, einem dritten Platz in der französischen Meisterschaft und einem fünften Platz in der Europameisterschaft im gleichen Jahr fort. Es folgte ein Vertrag mit Willi Weber, dem Manager von Michael Schumacher, welcher auf die Schweizerin aufmerksam geworden war.

2003 wechselte sie in den Formelsport und trat in der deutschen Formel BMW an. Mit einem vierten Platz als bestes Resultat belegte sie den 19. Gesamtrang. 2004 startete auch ihr Cousin Buemi in der deutschen Formel BMW. Während Buemi Dritter in der Gesamtwertung wurde, wurde Gachnang Zwölfte in der Meisterschaft. 2005 bestritt die Schweizerin ihre dritte Saison in der deutschen Formel BMW. Sie wechselte zu Josef Kaufmann Racing und wurde Teamkollegin von Nico Hülkenberg und Nick de Bruijn. Während Hülkenberg acht Rennen für sich entschied und vor Buemi Meister wurde, konnten de Bruijn und Gachnang keine Rennen gewinnen. Die Schweizerin beendete zwei Rennen auf dem zweiten Platz und belegte am Ende der Saison den sechsten Platz im Gesamtklassement. Während Buemi mit Unterstützung von Red Bull in die Formel-3-Euroserie wechselte, trat Gachnang 2006 im deutschen Formel-3-Cup an. Sie beendete ein Rennen auf dem Podium und wurde 13. in der Gesamtwertung. Ausserdem startete sie bei vier Rennen in der österreichischen Formel 3, in der sie ein Rennen gewann. Darüber hinaus debütierte sie ebenfalls in der Formel-3-Euroserie und nahm an acht Rennen der Saison 2006 teil. Für verschiedene Teams startend belegte sie punktelos den 24. Gesamtrang.

2007 verliess Gachnang Europa um in der nordamerikanischen Star Mazda Series anzutreten. Sie fuhr gleich beim zweiten Rennen aufs Podest und belegte mit einer weiteren Podest-Platzierung den 15. Platz in der Fahrerwertung. Obwohl sie Angebote aus der Atlantic Championship hatte, kehrte sie nach Europa zurück. Im Spätsommer 2007 wurde sie Rookie-Pilotin im A1-Grand-Prix-Team der Schweiz. Zu Renneinsätzen kam sie nicht. 2008 wechselte sie in die spanische Formel-3-Meisterschaft und trat für das spanische Team Campos Racing an. Mit drei zweiten Plätzen als beste Resultate belegte Gachnang den dritten Platz in der Meisterschaft und liess unter anderem Adrián Campos jr., einen ihrer Teamkollegen, der im Gegensatz zu ihr über ein aktuelles Auto verfügte, hinter sich. Da sie mit einem älteren Boliden antrat, gingen ihre Ergebnisse zudem in die Wertung Copa de España ein. Diese entschied sie mit fünf Siegen für sich.

2009 wechselte Gachnang in die wiederbelebten Formel 2, einer Rennserie, in der es keine Teams gab und alle Piloten von derselben Organisation betreut wurden. Die Schweizerin erzielte lediglich beim zweitletzten Rennen, als sie als Siebte ins Ziel kam, Punkte und schaffte es ansonsten nie unter die besten zehn. Somit belegte sie am Saisonende Platz 23 in der Gesamtwertung. Außerdem trat sie in der Radical European Master Series an und wurde mit einem Sieg Fünfte in der SR5-Wertung. Zudem wurde sie Zehnte in der Formula Le Mans.

2010 plante Gachnang parallel in den ersten Saisons der FIA-GT1-Weltmeisterschaft für Matech Competition und der Auto GP für Charouz-Gravity Racing anzutreten. Allerdings hatte sie bereits im Qualifying zum ersten Rennen der FIA-GT1-Weltmeisterschaft 2010 auf dem Yas Marina Circuit einen schweren Unfall. Sie fuhr mit hoher Geschwindigkeit in die Streckenbegrenzung. Sie war nach dem Unfall ansprechbar und wurde in ein Hospital geflogen. Bei dem Unfall erlitt sie einen doppelten Bruch des rechten Beins.[1] Sie musste daher zunächst pausieren und konnte am Saisonauftakt der Auto GP nicht teilnehmen. Beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans gab sie ihr Comeback für Matech Competition. Sie trat zusammen mit Cyndie Allemann und Rahel Frey an, das Team erreichte jedoch mit technischen Problemen nicht das Ziel. Anschließend trat sie in der FIA-GT1-Weltmeisterschaft nur bei einem weiteren Rennwochenende an. Ausserdem bestritt Gachnang in der Auto GP drei Rennwochenenden und belegte den 21. Gesamtrang.

Statistik[Bearbeiten]

Karrierestationen[Bearbeiten]

Einzelergebnisse in der Formel 2[Bearbeiten]

Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Punkte Rang
2009 VAL
1
11
VAL
2
DNF
BRN
1
14
BRN
2
DNF
SPA
1
11
SPA
2
13
BRH
1
14
BRH
2
15
DON
1
13
DON
2
DNF
OSC
1
11
OSC
2
12
IMO
1
15
IMO
2
DNF
CAT
1
7
CAT
2
13
2 24.

Le-Mans-Ergebnisse[Bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallsgrund
2010 SchweizSchweiz Machtech Competition Ford GT1 SchweizSchweiz Cyndie Allemann SchweizSchweiz Rahel Frey Ausfall Wagenbrand
2013 SchweizSchweiz Morand Racing Morgan LMP2 FrankreichFrankreich Franck Mailleux FrankreichFrankreich Olivier Lombard Rang 12

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Gachnang hat Operation gut überstanden“ (Motorsport-Total.com am 17. April 2010)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Natacha Gachnang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien