Natalja Witaljewna Worobjowa

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Natalja Witaljewna Worobjowa (russisch Наталья Витальевна Воробьёва; * 27. Mai 1991 in Tulun) ist eine russische Ringerin. Sie ist mehrfache Junioren-Welt- und Europameisterin und belegte bei der Europameisterschaft der Frauen 2012 den 3. Platz in der Gewichtsklasse bis 72 kg Körpergewicht. 2012 wurde sie Olympiasiegerin.

Werdegang[Bearbeiten]

Natalja Worobjowa begann im Alter von 10 Jahren mit dem Ringen. Die dunkelhaarige Athletin gehört dem Sportclub Dovmont St. Petersburg, wo Kamil Dschigantschin ihr erster Trainer war. Ferner wurde sie auch von Boris Busuk und Michail Morojanow trainiert. Ihr gegenwärtiger Trainer ist Dimitri Gertscheglo. Sie ist Sportstudentin und startet bei einer Größe von 1,72 Metern in der Gewichtsklasse bis 72 kg Körpergewicht, also in der beim Frauenringen schwersten Gewichtsklasse.

Ihren ersten Start bei einer internationalen Meisterschaft absolvierte sie im Jahre 2007. Sie wurde dabei in Warschau Junioren-Europameisterin der Altersgruppe "Kadetten". Auch in den folgenden Jahren war sie bei den internationalen Meisterschaften im Juniorenbereich außerordentlich erfolgreich. Junioren-Europameisterin wurde sie noch in den Jahren 2008 (Cadets), 2009, 2010 und 2011. Junioren-Weltmeisterin wurde sie in den Jahren 2009, 2010 und 2011. Dies bedeutet, dass Natalja Worobjowa bei allen acht internationalen Meisterschaften im Juniorenbereich, an denen sie teilnahm, siegte.

Seit 2009 setzte der russische Ringerverband Natalja Worobjowa auch bei einigen internationalen Turnieren ein, bei denen sie immer hervorragende Ergebnisse erzielte. Ihr erster und bisher einziger Start bei einer internationalen Meisterschaft der Frauen war der bei der Europameisterschaft 2012 in Belgrad. Sie besiegte dort in ihrem ersten Kampf die amtierende Weltmeisterin Stanka Slatewa aus Bulgarien. In ihrem nächsten Kampf unterlag sie aber gegen die mehrfache Europameisterin Kateryna Burmistrowa aus der Ukraine. Sie konnte das Turnier aber in der Trostrunde fortsetzen und sich dabei mit Siegen über Karine Schabojan, Armenien und Jenny Fransson aus Schweden eine EM-Bronzemedaille sichern.

Bei den am letzten Märzwochenende 2012 stattgefundenen russischen Meisterschaften machte sie einen ganz großen Schritt in Richtung Olympische Spiele 2012 in London. Sie siegte dort im Endkampf dieser Meisterschaft gegen die zweifache russische Meisterin Jekaterina Borissowna Bukina auf Schultern und wurde damit russische Meisterin 2012.

Bei den Olympischen Spielen 2012 in London war sie in bester Form und besiegte mit Kateryna Burmistrowa, Güzäl Mänürowa, der Titelverteidigerin Wang Jiao und Stanka Slatewa vier Weltklasse-Athletinnen. Diese Siege brachten ihr die olympische Goldmedaille ein.

Ihre Erfolge setzte Natalja Worobjowa auch 2013 fort. Im März dieses Jahres wurde sie in Tiflis mit Siegen über Kateryna Burmistrowa, Marina Gastl, Agnieszka Wieszczek-Kordus und Maider Unda Gonzales de Audicana auch Europameisterin. Bei der Weltmeisterschaft im September 2013 in Budapest sah sie schon wie die sichere Siegerin aus. Sie hatte in den Vorkämpfen Otschirbatyn Burmaa, Mongolei, Hiroe Suzuki, Japan, Erica Wiebe, Kanada und Swetlana Sajenko aus Moldawien besiegt und stand damit im Finale der Chinesin Zhang Fengliu gegenüber. Kurz vor Schluß führte sie in der dritten Runde mit 5:3 Punkten, wurde dann aber von einem Konter der Chinesin überrascht und auf die Schultern gelegt. Für sie blieb damit nur der 2. Platz.

Nach der Neueinteilung der Gewichtsklassen durch den Internationalen Ringer-Verband (FILA) zum 1. Januar 2014 erschien Natalja Worobjowa beim "Iwan-Yarigin"-Memorial in Krasnojarsk im Januar 2014 in der Gewichtschklasse bis 69 kg und holte sich den Turniersieg vor Darima Sanschejewa, Russland, Kaeko Kugo, Japan und Alina Stadnik-Machinja, Ukraine. Auch beim Mannschafts-Welt-Cup in Tokio im März 2014 vertrat sie die russischen Farben in der Gewichtsklasse bis 69 kg. Sie kam dort zu Siegen über Dorothy Yeats, Kanada und Oksana Waschtschuk, Ukraine, unterlag aber im Endkampf, den Russland gegen Japan mit 0:8 verlor, gegen Sara Dosho nach Punkten. Bei der Europameisterschaft im April 2014 in Vantaa/Finnland überzeugte sie wieder und gewann mit Siegen über Adina Popescu, Rumänien, Aline Focken, Deutschland, Alina Stadnik-Machinja und Ilana Kratisch, Israel ihren zweiten Europameistertitel. Bei der russischen Meisterschaft dieses Jahres pausierte sie. Sie war aber wieder bei der Weltmeisterschaft in Taschkent in der Gewichtsklasse bis 69 kg am Start. Sie besiegte dort Suman Kundu, Indien, Zhou Feng, China und Dorothy Yeats, verlor aber im Halbfinale gegen Sara Dosho (3:6 Punkte). Im Kampf um eine der Bronzemedaillen besiegte sie dann Jenny Fransson aus Schweden. Sara Dosho verlor etwas überraschend im Finale gegen Aline Focken.

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse Ergebnisse
2007 1. Junioren-EM (Cadets) in Warschau bis 65 kg vor Marzena Michalik, Polen, Irina Netreba, Ukraine und Adina Popescu, Rumänien
2008 1. Junioren-EM (Cadets) in Daugavpils bis 70 kg vor Alina Stadnik-Machinja, Ukraine, Cynthia Vanessa Vescan, Frankreich und Julia Drawatschuk, Ukraine
2009 2. Großer Preis von Deutschland in Dormagen bis 72 kg hinter Jekaterina Borissowna Bukina, Russland, vor Jenny Fransson, Schweden und Swetlana Sajenko, Ukraine
2009 1. Junioren-EM in Tiflis bis 72 kg vor Cynthia Vanessa Vescan, Eva-Maria Maierhofer, Österreich und Epp Mae, Estland
2009 1. Junioren-WM in Ankara bis 72 kg nach Siegen über Epp Mae, Dajanara Tivery Suarez, Puerto Rico, Oksana Waschtschuk, Ukraine und Roxana Camelia Ianvolovici, Rumänien
2010 2. Weltcup in Nanjing/China bis 72 kg hinter Ali Sue Bernard, USA, vor Kyoko Hamaguchi, Japan und Ohenewa Akuffo, Kanada
2010 12. Großer Preis von Deutschland in Dormagen bis 72 kg Siegerin: Jekaterina Bukina vor Marina Gastl, Österreich
2010 1. Junioren-EM in Samokow/Bulgarien bis 72 kg vor Cynthia Vanessa Vescan, Kubra Yücel, Türkei und Natalja Murachowa, Ukraine
2010 1. Junioren-WM in Budapest bis 72 kg nach Siegen über Patricia Kiecana, Polen, Liu Xinyi, China, Kang Han-bit, Südkorea, Brittany Delgado, USA und Cynthia Vanessa Vescan
2011 3. Golden-Grand-Prix in Krasnojarsk bis 72 kg hinter Jelena Perepelkina und Alena Starodubzewa, beide Russland, gemeinsam mit Kateryna Burmistrowa, Ukraine
2011 2. Großer Preis von Frankreich in Tourcoing bis 72 kg hinter Qing Xu, China, vor Ali Sue Bernard und Jekaterina Bukina
2011 1. Großer Preis von Deutschland in Dormagen bis 72 kg vor Leah Callahan, Kanada, Agnieszka Wieszczek, Polen und Marina Gastl
2011 1. Junioren-EM in Zrenjanin bis 72 kg vor Cynthia Vanessa Vescan, Una Swetlana Tuba, Serbien und Epp Mae
2011 2. Golden-Grand-Prix in Baku bis 72 kg hinter Stanka Slatewa Christowa, Bulgarien, vor Aljona Starodubzewa und Hiroe Suzuki, Japan
2011 1. Junioren-WM in Bukarest bis 72 kg vor Cynthia Vanessa Vescan, Elmira Sisdikjowa, Kasachstan und Feng Zhou, China
2011 1. Tropheo Milone in Ostia bis 72 kg vor Angelika Pilajewa, Russland und Elena Diana Mudrag, Rumänien
2011 1. Helsinki Open bis 72 kg vor Epp Mae und Jonna Konivuori, Finnland
2012 1. Mongolian Open in Ulan-Bator bis 72 kg vor Otschirbatyn Burmaa, Mongolei, Stephany Lee, USA und Badrachyn Odontschimeg, Mongolei
2012 3. Golden-Grand-Prix in Krasnojarsk bis 72 kg hinter Stanka Slatewa und Otschirbatyn Burmaa, vor Aljona Starodubzewa
2012 1. Golden-Grand-Prix in Klippan bis 72 kg vor Maider Unda Gonzales de Audicana, Spanien, Sheherazade Bentorki, Frankreich und Jenny Fransson
2012 3. EM in Belgrad bis 72 kg nach einem Sieg über Stanka Slatewa Christowa, einer Niederlage gegen Kateryna Burmistrowa und Siegen über Karine Schabojan, Armenien und Jenny Fransson
2012 Gold OS in London bis 72 kg nach Siegen über Kateryna Burmistrowa, Gusel Manjurowa, Wang Jiao und Stanka Slatewa
2013 1. Golden-Grand-Prix in Klippan bis 72 kg vor Marina Gastl, Österreich, Rino Abe, Japan und Maider Unda Gonzales de Audicana
2013 1. EM in Tiflis bis 72 kg nach Siegen über Kateryna Burmistrowa, Marina Gastl, Agnieszka Wieszczek-Kordus und Maider Unda Gonzales de Audicana
2013 1. Grand Prix von Spanien in Madrid bis 72 kg vor Wasilisa Marsalijuk, Weißrussland, Adeline Gray, USA und Otschirbatyn Burmaa
2013 1. Intern. Turnier in Olympia/Griechenland bis 72 kg vor Ksenia Burakowa, Russland und Ekaterini Pitsiava, Griechenland
2013 3. "Waclaw-Ziolkowski"-Memorial in Spala/Polen bis 72 kg hinter Erica Wiebe, Kanada und Güzal Manurowa
2013 2. WM in Budapest bis 72 kg nach Siegen über Otschirbatyn Burmaa, Hiroe Suzuki, Japan, Erica Wiebe und Swetlana Sajenko und einer Niederlage gegen Zhang Fengliu, China
2013 1. Sportaccord-Combat-Games in St. Petersburg bis 72 kg vor Mae Epp, Estland
2013 1. Golden-Grand-Prix in Baku bis 72 kg vor Hiroe Suzuki, Japan, Jenny Fransson und Badrachyn Odontschimeg
2014 1. "Iwan-Yarigin"-Memorial in Krasnojarsk bis 69 kg vor Darima Sanschejewa, Russland, Kaeko Kugo, Japan und Alina Stadnik-Machinja, Ukraine
2014 1. EM in Vantaa/Finnland bis 69 kg nach Siegen über Adina Popescu, Rumänien, Aline Focken, Deutschland, Alina Stadnik-Machinja, Ukraine und Ilana Kratisch, Israel
2014 1. Poland-Open in Dabrowa/Polen bis 69 kg vor Laura Skujina, Lettland, Elmira Sisdikowa, Kasachstan und Swetlana Sajenko
2014 3. WM in Taschkent bis 69 kg nach Siegen über Suman Kundu, Indien, Zhou Feng, China und Dorothy Yeats, einer Niederlage gegen Sara Dosho, Japan und einem Sieg über Jenny Fransson, Schweden

Russische Meisterschaften[Bearbeiten]

Jahr Platz Gewichtsklasse Ergebnisse
2011 3. bis 72 kg hinter Jekaterina Bukina und Jelena Perepelkina
2012 1. bis 72 kg vor Jekaterina Bukina und Jelena Perepelkina
2013 3. bis 72 kg hinter Jekaterina Bukina und Wiktorija Frolow
Erläuterungen
  • alle Wettbewerbe im freien Stil
  • OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft

Literatur[Bearbeiten]

  • Fachzeitschrift Der Ringer

Weblinks[Bearbeiten]