Natan Scharanski

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Natan Scharanski (2007)

Natan Scharanski (hebräisch ‏נתן שרנסקי‎, russisch Натан Щаранский; * 20. Januar 1948 in Stalino, Sowjetunion; heute Donezk, Ukraine), ursprünglich Anatoli Borissowitsch Schtscharanski (Анатолий Борисович Щаранский), ist ein israelischer, zionistischer und antikommunistischer Politiker und Autor. Weltweit bekannt wurde er durch sein Engagement als sowjetischer Dissident und Refusnik.

Leben[Bearbeiten]

Nach seinem Studium am Moskauer Institut für Physik und Technologie erhielt Schtscharanski ein Diplom in Angewandter Mathematik.

Nachdem sein Gesuch um eine Ausreise nach Israel 1973 verweigert wurde, arbeitete er als Dolmetscher für den dissidenten Physiker Andrej Sacharow. Daneben wurde er Aktivist für Menschenrechte und war einer der Gründer und Sprecher der „Refusnik“-Bewegung in der Sowjetunion.

Im März 1977 wurde er verhaftet. Nach einer Anklage auf Hochverrat und Spionage zugunsten der USA wurde er im Juli 1978 zu 13 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Nach 16 Monaten im Moskauer Lefortowo-Gefängnis verbrachte er neun Jahre in einem sibirischen Gulag namens Perm 35. Der Prozess von Schtscharanski und seinen Leidensgenossen in der Sowjetunion weckte das Interesse internationaler Menschenrechtsaktivisten über die Lage der sowjetischen Juden.

1986 wurde er nach Berlin geflogen und an der Glienicker Brücke gegen einen sowjetischen Spion ausgetauscht, worauf er nach Israel auswanderte und seinen Vornamen in Natan änderte.

Von 2003 bis 2005 war er Minister ohne Geschäftsbereich, im Kabinett aber zuständig für Jerusalem und soziale sowie Diaspora-Fragen. Aus Protest gegen den geplanten israelischen Abzug aus dem Gazastreifen trat er im April 2005 von seinem Amt zurück. Davor war er seit März 2001 stellvertretender Ministerpräsident Israels und Bauminister, 2000 war er nach knapp einem Jahr als Innenminister zurückgetreten. Außerdem war er zwischen 1996 und 1999 Handels- und Industrieminister.

1995 hatte er die politische Einwandererpartei „Israel Ba-Aliya“ gegründet, die die Immigration sowjetischer Juden und deren Integration in die israelische Gesellschaft propagierte.

Im März 2006 wurde Scharanski als Mitglied der Likud-Fraktion wieder in die Knesset gewählt. Sechs Monate später kündigte er seinen Rückzug aus der Politik an.

Ende Juni 2009 wurde er einstimmig zum Leiter der Jewish Agency gewählt.

Kritik[Bearbeiten]

Kritiker werfen ihm vor, die Menschenrechte, die er für sich eingeklagt hat, den Palästinensern nicht zubilligen zu wollen.[1]

Ehrungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Natan Scharanski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sharansky’s Double Standard