Naters

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Dieser Artikel erläutert die Schweizer Gemeinde Naters; für die deutsche Schriftstellerin siehe Elke Naters.
Naters
Wappen von Naters
Staat: Schweiz
Kanton: Wallis (VS)
Bezirk: Brigw
BFS-Nr.: 6007i1f3f4
Postleitzahl: 3904
UN/LOCODE: CH NAT (Naters)
Koordinaten: 642315 / 13062846.3257227.988101673Koordinaten: 46° 19′ 33″ N, 7° 59′ 17″ O; CH1903: 642315 / 130628
Höhe: 673 m ü. M.
Fläche: 147.04 km²
Einwohner: 9496 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 65 Einw. pro km²
Gemeindepräsident: Manfred Holzer (CVP)
Website: www.naters.ch
Naters

Naters

Karte
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Naters (walliserdeutsch: Natersch) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Brig des Kantons Wallis in der Schweiz.

Die Gemeinde ist mit 9496 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) die zweitgrösste Oberwalliser Gemeinde.

Geographie[Bearbeiten]

Naters liegt geographisch im Zentrum des Oberwallis und ist mit 101.26 km² Fläche eine der grössten Gemeinden im Wallis. 67.68 km² sind Teil des UNESCO-Weltnaturerbe-Gebietes Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch. Der tiefste Punkt der Gemeinde, das Rhoneufer, liegt auf 673 m ü. M., der höchste Punkt ist das Aletschhorn mit 4'195 m ü. M., damit ist Naters die Gemeinde mit dem grössten Höhenunterschied der Schweiz.

Zu Naters gehören auch die Orte Blatten bei Naters, Belalp, Birgisch und Mund.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Naters hat über 9'483 Einwohner (Stand 2013), davon sind rund 86,3 % Schweizerinnen und Schweizer und 13,7 % Ausländerinnen und Ausländer. Die Bevölkerung umfasst 2'596 Jugendliche und 6'887 Erwachsene. (Stand 21. August 2013)

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1970 1975 1980 1985 1990 1995 2000 2005 2009 2013
Einwohner 5517 6607 7074 7063 7339 7853 7758 7953 8254 9483

Wirtschaft[Bearbeiten]

Naters ist durch eine ausgesprochene Klein- und Mittelbetriebsstruktur geprägt. Die Gemeinde kann zirka 280 ortsansässige kleine und mittlere Unternehmen (KMU) verschiedener Art zählen. In der Jahrhundertwende hat sich im alten Dorfteil von Naters viel Kleingewerbe entwickelt.

Verkehr[Bearbeiten]

Naters ist durch die Hauptstrasse 19 an das nationale Strassennetz der A9 angebunden. Vom Bahnhof Brig ist die Gemeinde Naters innerhalb von fünf Gehminuten erreichbar.

Geschichte[Bearbeiten]

Kaiser Heinrich IV. schenkte 1079 Naters dem Bischof von Sitten auf ewige Zeiten. Zuvor war Naters im Besitz des Klosters St-Maurice. Die Herren von Ornavasso bauten 1250 den Ornavassoturm. Die Beziehungen zur norditalienischen Gemeinde Ornavasso werden bis heute mit regelmässigen Treffen gepflegt. Nach Aufständen des Oberwalliser Adels gelangte Naters an den Zehnden.

Bis in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde der Zehnden Naters in Gumperschaften eingeteilt: Naters, Rischinen, Mund, Brig, Brigerberg, Simplon und Zwischbergen. Naters war bis 1518 der Hauptort des Bezirks Brig, was der Nähe zum Bischof und der kirchlichen Macht zu dieser Zeit zuzuschreiben ist. Abgelöst wurde Naters durch Brig, als die Simplonroute zur wichtigen Handelsstrasse wurde.

Vom 1. November 1755 bis zum 7. März 1756 wurde Naters mehrfach von schweren Erdbeben erschüttert. Viele Gebäude, unter anderem auch die Kirche, wurden schwer beschädigt. Der Krieg gegen Frankreich von 1798/1799 zog auch Naters in Mitleidenschaft: 24 Männer fielen im Kampf. Viele Bewohner verliessen fluchtartig den Ort. Die Franzosen plünderten viele Häuser und brandschatzten Weiler in der Umgebung von Naters.

Im 19. Jahrhundert wanderten viele (rund ein Viertel) der damaligen Einwohner von Naters in der Hoffnung auf ein besseres Leben aus, hauptsächlich nach Südamerika.

Mit dem Baubeginn des Simplontunnels und der Lötschberglinie setzte in Naters der Aufschwung ein. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahm die Bevölkerungszahl stark zu. Zahlreiche italienische Gastarbeiter liessen sich nieder. Noch heute pflegt Naters zum grenznahen Raum in Oberitalien und besonders zur Schwestergemeinde Ornavasso enge Beziehungen.

Zwischen 1960 und 1970 erfuhr Naters wie das gesamte Wallis eine ungeahnte wirtschaftliche Entwicklung. Die Einwohnerzahl stieg in diesem Zeitabschnitt um 45 % auf 5'517. Heute ist Naters die zweitgrösste Oberwalliser Gemeinde.

Aus Naters kamen in den letzten 120 Jahren etwa 80 Schweizergardisten. Naters ist damit die Gemeinde der Schweiz mit den meisten Gardisten.[2]

Am 26. September 2010 stimmten sowohl die Mitglieder der Einwohnergemeinden als auch der Burgergemeinden der Fusion von Naters mit Birgisch und Mund mit grosser Mehrheit zu.[3] Der Zusammenschluss erfolgte auf den 1. Januar 2013, die fusionierte Gemeinde trägt den Namen Naters.[4][5]

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Rot zwei gekreuzte goldene Bischofsstäbe unter einer Mitra.

Politik[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Naters besteht aus sieben Mitgliedern. In der Legislaturperiode 2009–2012 sind folgende Parteien im Gemeinderat vertreten: CSP (1 Sitz), CVP (3 Sitze), SP (1 Sitz) und SVP (2 Sitze).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der alte Dorfteil von Naters besitzt viele historisch wertvolle Gebäude. Zu den ältesten natischer Gebäude zählen die katholische Pfarrkirche St. Mauritius mit Kirchturm (12. Jahrhundert), das Pfarr- (1461) und Beinhaus (1514), der Ornavassoturm (1250), der Zendenstadel (1650), das Schloss uf der Flüe (1701)[6] und der Salzmann Stadel (1859).

Die ältesten Wohnhäuser sind der Junkerhof (14./15. Jahrhundert), das Krämerhaus mit Kramplatz (1508), das Supersaxo-Haus (1597)[7], das Lergjen-Haus (1599), das Megetschen-Haus (1606) und das Waldenhaus (1653). Sehenswert sind die Brunnenplastik «Sonnengesang» von e.w. bregy und die alte Linde.

Im Museum der ehemaligen Artilleriefestung Naters befindet sich auch das Schweizergarde-Museum

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Georg Michel-Supersaxo (um 1550–1625/26), Landeshauptmann (1593–1595)
  • Georg Michel-Supersaxo (um 1601–1676), Enkel des Georg, Landeshauptmann (1664–1670)
  • Meinrad Michlig (1906–1968), Nationalrat (1950–1951)
  • Paul Biderbost (1927–1999), Nationalrat (1975–1983)
  • Richard Gertschen (1936–2004), Staatsrat (1985–1997)
  • Norbert Brunner (* 1942), Bischof von Sitten (1995–)
  • Steffan Biffiger (* 1952), Kunsthistoriker und Ausstellungskurator
  • Hansrüedi Zbinden (* 1960), Entertainer
  • Sven Epiney (* 1972), Fernseh- und Radiomoderator

Literatur[Bearbeiten]

  •  Erwin Jossen: Naters. Das grosse Dorf im Wallis. Rotten, Visp 2000, ISBN 3-907 816-99-4.
  •  Walter Ruppen: Naters und „Natischer Bärg“. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 1984, ISBN 3-85782-351-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Naters – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatWerner Bellwald: Schweizergarde-Museum. In: www.zentrumgarde.ch. Abgerufen am 3. August 2009.
  3. Resultate Fusionsabstimmung. In: www.naters.ch. Abgerufen am 18. Oktober 2010.
  4.  Herold Bieler: Ein überraschend klares Ja des Souveräns. In: Walliser Bote. Jg. 170, Nr. 224, 27. September 2010, S. 7.
  5. Naters, Birgisch und Mund fusionieren! In: 1815.ch. 26. September 2010, abgerufen am 30. September 2012.
  6. Schloss «Uf der Flüe». Gemeinde Naters, abgerufen am 12. Juni 2013.
  7. Das Supersaxo Haus. Gemeinde Naters, abgerufen am 12. Juni 2013.