Nathaniel Prentiss Banks

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nathaniel P. Banks
Signatur
Banks im Sezessionskrieg
Banks in jungen Jahren

Nathaniel Prentiss Banks, auch Nathaniel Prentice Banks (* 30. Januar 1816 in Waltham, Massachusetts; † 1. September 1894 ebenda), war ein amerikanischer Politiker, Gouverneur von Massachusetts und General der Unionsarmee im Amerikanischen Bürgerkrieg.

Jugend und politischer Aufstieg[Bearbeiten]

Banks wuchs ohne höhere Schulbildung auf und arbeitete bereits in jungen Jahren als Bobbin Boy ("Spindeljunge") in einer Baumwollspinnerei. Nach vorübergehenden Tätigkeiten als Maschinenbauer und Zeitungsverleger nahm er ein Jurastudium auf und wurde 1839 als Anwalt zugelassen. Aufgrund seiner energischen Persönlichkeit und seines Rednertalents erlangte er rasch einen gewissen Bekanntheitsgrad, der ihm eine politische Karriere ermöglichte.

1849 bis 1853 saß Banks als Abgeordneter der Demokraten im Repräsentantenhaus von Massachusetts, ehe er mit Unterstützung seiner eigenen Partei und der örtlichen Free Soiler ins US-Repräsentantenhaus gewählt wurde und in die Bundespolitik nach Washington ging. Dort machte er sich einen Namen als Gegner der Sklaverei und schloss sich zunächst der Know Nothing-Bewegung, 1856 schließlich den Republikanern an. Mit den Stimmen dieser beiden Parteien konnte er 1856 gegen den erbitterten Widerstand seiner ehemaligen demokratischen Parteifreunde für ein Jahr das Amt des Sprechers des Repräsentantenhauses übernehmen, ehe er 1857 sein Mandat niederlegte, da er zum Gouverneur von Massachusetts gewählt worden war. Nach Ablauf seiner Amtszeit bemühte er sich erfolglos um die republikanische Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 1860 und übernahm schließlich kurzzeitig die Stellung eines Betriebsdirektors der Illinois Central Railroad.

Bürgerkrieg[Bearbeiten]

Nach Ausbruch des Sezessionskrieges erhielt Banks wie zahlreiche andere Politiker auch von Präsident Abraham Lincoln das Angebot, als Offizier in die Unionsarmee einzutreten. Banks' Beliebtheit bei der Wählerbasis und sein Organisationstalent wurden sogar so hoch eingeschätzt, dass er mit Wirkung vom 16. Mai 1861 zu einem von zunächst nur drei Generalmajoren des Freiwilligenheeres (Major General of Volunteers) ernannt wurde. Seinen ersten Fronteinsatz erlebte Banks Anfang 1862 als Befehlshaber im Shenandoahtal. Hier wurde er jedoch unter erniedrigenden Umständen von seinem konföderierten Gegenspieler "Stonewall" Jackson vernichtend geschlagen und musste sich über den Potomac zurückziehen. Auch als Befehlshaber eines Korps der kurzlebigen Army of Virginia unter General John Pope blieb Banks weiterhin glücklos und verlor am 9. August 1862 die Schlacht am Cedar Mountain.

Ende 1862 wurde Banks als Nachfolger von General Butler zum Oberbefehlshaber in Louisiana ernannt und begab sich per Schiff nach New Orleans, das sich seit dem Frühjahr in der Hand der Unionstruppen befand. Von hier aus leitete er im Sommer 1863 die Operationen gegen die konföderierte Festung Port Hudson am rechten Mississippi-Ufer, deren Kapitulation er schließlich erzwingen konnte. Damit (und mit dem Fall von Vicksburg wenige Tage zuvor) stand das gesamte Mississippi-Tal unter der Kontrolle der Union, und die Konföderation war in zwei Teile gespalten. Anschließend befehligte Banks eine Expedition an die texanische Küste, um die französischen Interventionstruppen in Mexiko von einer möglichen Invasion abzuhalten.

Anfang 1864 erhielt die von Banks befehligte Golf-Armee den Auftrag, am Red River entlang nach West-Louisiana vorzustoßen und die Stadt Shreveport einzunehmen. Dies entsprach weder dem Wunsch von Banks, der lieber Galveston in Texas erobert hätte, noch den Vorstellungen des neuen Oberbefehlshabers Grant, der die Einnahme der Hafenstadt Mobile für vordringlicher hielt. Das Kriegsministerium erhoffte sich jedoch finanzielle Gewinne durch die zu erbeutende Baumwolle. Banks' Truppen wurden bei der Ortschaft Mansfield von den Konföderierten unter Richard Taylor geschlagen und mussten trotz eines Achtungserfolges in der Schlacht am Pleasant Hill den Rückzug nach New Orleans antreten. Daraufhin wurde Banks seines Kommandos enthoben und bis zu seiner Ausmusterung im Sommer 1865 nicht mehr im Felddienst verwendet.

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Von 1865 bis 1873 gehörte Banks erneut als Abgeordneter dem US-Repräsentantenhaus an und diente zeitweilig als Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses. Er befürwortete dabei die Ausdehnung der USA nach Westen und den Ankauf von Alaska. 1872 beteiligte sich Banks an einer innerparteilichen Revolte gegen Präsident Grant und trat für die Aufstellung von Horace Greeley als Präsidentschaftskandidat ein, verlor aber seinen Wahlkreis und musste vorübergehend aus dem Kongress ausscheiden. Er kehrte jedoch 1875 zurück und gehörte dem Repräsentantenhaus erneut bis 1879 an. Nach einer weiteren Wahlniederlage in diesem Jahr wurde er von Präsident Rutherford B. Hayes zum US Marshal für Massachusetts ernannt und verblieb bis 1888 in diesem Amt. Nach einer weiteren, letzten Amtszeit im US-Repräsentantenhaus zog sich Banks 1891 aus der aktiven Politik zurück und starb 1894 in seiner Geburtsstadt.

Literatur[Bearbeiten]

  • James G. Hollandsworth: Pretense of Glory. The Life of General Nathaniel P. Banks. ISBN 0-8071-2293-9 (engl.)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nathaniel Prentiss Banks – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien