National Crime Syndicate

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National Crime Syndicate (engl. „Nationales Verbrechersyndikat“) war in der Presse der Name eines US-amerikanischen Verbrecher-Syndikats, das in den 1930er-Jahren in New York City gebildet wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Zwischen 1930 und 1931 fand in den USA ein Mafia-Krieg, der sogenannte Krieg von Castellammare statt, der überwiegend in New York City ausgetragen wurde. Als Sieger hatte sich zunächst Salvatore Maranzano gegen Joe Masseria durchgesetzt. Die beiden Mustache Petes waren im Prinzip jedoch durch die „young turks“ um Lucky Luciano gegeneinander ausgespielt worden. Auch Maranzano wurde umgebracht.

Lucky Luciano, Boss der größten der Fünf Familien von New York City, die unter seinem Nachfolger als Genovese-Familie klassifiziert wurde, spielte nun die dominierende Rolle innerhalb der US-amerikanischen La Cosa Nostra.

Die Idee eines Zusammenschlusses war bereits durch Johnny Torrio aus Chicago angedacht worden; auch Maranzano plante einen derartigen überregionalen Verbund, dem er als „capo di tuti capi“ (ital.: Boss aller Bosse) vorstehen wollte. Beide sahen eine derartige Allianz allerdings auf Sizilianer begrenzt.

Die Zusammenarbeit mit Nicht-Sizilianern war unter den traditionellen Mustache Petes suspekt. Allein die Zulassung von Nicht-Sizilianern in der Unione Siciliane war dort immer ein Streitpunkt gewesen. Al Capone, ein Mann mit Wurzeln in Kampanien, hatte letztendlich die Kontrolle über die Unione gewonnen und diese für nicht aus Sizilien stammende Italiener geöffnet.

Lucky Luciano war durch seine Allianz mit seinem Jugendfreund Meyer Lansky auch über diese Grenze hinausgegangen. Die Zusammenarbeit mit den Kosher Nostras hatte sich unter anderem im Broadway Mob bewährt. Auf der Atlantic City Conference von 1927 traten die Interessen der Seven Group bereits deutlich hervor. 1929 wäre Luciano wegen seiner Zusammenarbeit mit Nicht-Sizilianern (Frank Costello) und Nicht-Italienern (Meyer Lansky) durch seinen eigenen Boss Masseria fast ermordet worden.

Zusammen mit Meyer Lansky war Luciano zu der Erkenntnis gekommen, dass Gewalt schlecht für das Geschäft war; zu dieser Erkenntnis war Johnny Torrio bereits in den 1920er-Jahren gelangt. Als die Prohibition sich dem Ende näherte, gab es immer noch zahlreiche lukrative illegale Aktivitäten, die Raum für Banden jeglicher Nationalität boten. Das schloss Prostitution, Erpressung und Glücksspiel mit ein. Anstatt nun Revierkämpfe darüber zu riskieren, sollte das National Crime Syndicate sowohl eine Gebietsaufteilung als auch eine Festlegung der Aktivitäten der einzelnen Familien und Banden festlegen.

1931 organisierten Meyer Lansky und Doc Stacher ein Treffen von „Kosher Nostras“ im Franconia Hotel, das heute als Auftakt für die Bildung des National Crime Syndicate nach dem Krieg von Castellammare gewertet werden kann. Das Treffen wurde durch eine Razzia der New Yorker Polizei beendet. Alle Beteiligten wurden kurzzeitig in Gewahrsam genommen, um umfangreich Daten der Verdächtigen aufzunehmen und einen Teil der Führungsriege auf Polizeifotos festzuhalten. An dem Treffen nahmen unter anderem Louis Buchalter, Bugsy Siegel, Harry Rosen, Harry Greenberg und Harry Teitelbaum teil.

Trotzdem blieben die Italiener die dominierende Gruppe im National Crime Syndicate. Die Anführer der Fünf Familien, deren Assoziierte sowie Angehörige von Mafia-Clans anderer großer Städte (insbesondere des Chicago Outfit, aber auch „Kosher Nostras“ wie Meyer Lansky) trafen sich, um über Aktivitäten und Territorien zu entscheiden. Würde sich nun ein neues Geschäft ergeben oder wollte eine andere „Familie“ expandieren, würde sich das „Syndicate“ treffen, um darüber zu verhandeln.

Diese Vereinbarung bedeutete, dass eine ehrgeizige Familie, welche die Grenze ohne Absprache überschritt, nicht nur einer, sondern allen anderen Familien den Krieg erklärte, genauso als würde sich ein Außenseiter mit dem gesamten Syndikat anlegen. Als bewaffneter Arm wurde die Murder, Inc. gebildet, in die vor allem die La Cosa Nostra und die „Kosher Nostra“ bewaffnete Kräfte einbrachten.

Wichtige Tagungen[Bearbeiten]

  • 1927: Atlantic City Conference: Gründung der Commission; Pläne für die Zeit nach der Prohibition.[1]
  • 1931: Franconia Hotel: Vorabtreffen der Kosher Nostra – durch örtliche Polizeiaktion beendet
  • 1946: Havana Conference: Dezember 1946 in Havanna auf Kuba – Kasino-Geschäfte mit dem kubanischen Diktator; Beschließung der Ermordung Bugsy Siegels; siehe auch Meyer Lansky: Las Vegas und Kuba
  • 1957: Apalachin-Meeting: 14. November 1957 – durch örtliche Polizeiaktion beendet

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „The Meet“ (englisch)