Nationale Anti-Doping Agentur Deutschland

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Nationale Anti-Doping Agentur Deutschland

(NADA)

Logo der NADA
Zweck: Förderung des Sports
Vorsitz: Dr. Andrea Gotzmann und Dr. Lars Mortsiefer
Bestehen: seit 2002
Sitz: Bonn
Website: www.nada.de

kein Stifter angegeben

Sitz der deutschen NADA in Bonn

Die Nationale Anti-Doping Agentur Deutschland (NADA) ist eine selbständige privatrechtliche Stiftung, die am 15. Juli 2002 in Bonn gegründet und zum 1. Januar 2003 rechtskräftig tätig wurde. Ihr Ziel ist die Bekämpfung des Dopings.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Begonnen hatten die Antidopingaktivitäten des DSB 1989/1990 zusammen mit dem Bundesausschuss Leistungssport (BA-L) mit dem Pilotprojekt „Dopingkontrollen im Training“, das wenig erfolgreich verlief. Alle Trainingskontrollen waren negativ, was nach selbstkritischer Aussage an internen Mängeln lag. Die Kontrollinstanz war nicht unabhängig.

Ende Januar 1991 wurde beim DSB eine „Ständige Kommission zur Überwachung der Doping-Kontrollen außerhalb der Wettkämpfe“ eingerichtet. Diese wurde zum Jahresende in die Anti-Doping-Kommission (ADK) umbenannt. Ab Februar 1993 wurde daraus eine gemeinsame Sache mit dem NOK: die ADK DSB/NOK. Diese direkte Vorgängerinstitution der NADA wurde zum Jahresende 2002 zugunsten der NADA eingestellt. Der Name „DADA“ für „Deutsche Anti-Doping Agentur“ wurde wegen des unerwünschten Bezugs zum Dadaismus verworfen.

Struktur[Bearbeiten]

Die NADA hat einen Vorstand, eine hauptamtliche Geschäftsführung und ein Kuratorium. Das Kuratorium besteht aus Vertretern der Wirtschaft, des Bundesinnenministeriums und des organisierten Sports. Deren Aufgabe besteht in der "Beratung und Überwachung des Vorstandes". Es handelt sich also um eine Art Aufsichtsrat. Den vom Kuratorium auf Zeit benannten Vorstandsmitgliedern obliegt pro forma die Geschäftsführung und Außenvertretung der Stiftung. Die eigentliche "operative" Arbeit erledigt die hauptamtliche Geschäftsleitung mit ihren Angestellten.

Vorstandsvorsitzende seit Mitte September 2011 ist Andrea Gotzmann. Sie löste damit Martin Nolte ab, der weiterhin als beratendes Aufsichtsratsmitglied tätig bleibt. Lars Mortsiefer trat seine Stelle als Vorstandsmitglied im Juli 2012 an und er löste Hanns-Michael Hölz ab, der Ende Oktober 2011 zum Präsidenten des Deutschen Snowboard Verbandes gewählt worden war.[1]

Rechtliche Grundlage sind die freiwilligen Selbstverpflichtungen der Rahmen-Richtlinien des DSB.

Zielsetzungen[Bearbeiten]

Die satzungsgemäßen Zielsetzungen der NADA sind:

  • Koordinierung auf nationaler Ebene durch Einrichtung eines Doping-Kontroll-Systems innerhalb und außerhalb von Wettkämpfen
  • Durchführung und Fortentwicklung des Doping-Kontroll-Systems, insbesondere durch Herstellung und Durchsetzung der Kontrollmechanismen, Analyseverfahren, Dopingverbote, Sanktionskataloge und Disziplinarverfahren
  • Beratung und Förderung der mit Dopingfragen befassten wissenschaftlichen, politischen und weiteren Institutionen[2] sowie Sportorganisationen
  • internationale Zusammenarbeit bei der Dopingbekämpfung, vor allem mit anderen Anti-Doping-Institutionen sowie durch Beratung und Hilfe für Länder, die zu einer eigenständigen Anti-Doping-Agentur nicht in der Lage sind
  • Erstellung und Verbreitung von Aufklärungs- und Schulmaterial zur Problematik des Dopings im Sport
  • Einrichtung und Durchführung eines Sportschiedsgerichts in Fällen von Sanktionen
  • Tätigkeit als Auskunftsstelle für Sportler, Sportlerinnen und Sportverbände in Dopingfragen

sowie ggf. weitere ähnliche Aufgaben.

Rechtlicher Rahmen[Bearbeiten]

Aktuell gilt der Anti-Doping-Code 2009 und mit Jahresbeginn 2015 tritt ein neuer Code der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) in Kraft.[3][4] Die Änderungen beinhalten im Wesentlichen:

  • Die Standard-Sperre wird bei schweren Vergehen von zwei auf vier Jahre erhöht.
  • Die Zusammenarbeit zwischen den Anti-Doping-Organisationen und den strafrechtlichen Ermittlungsorganen wird geändert, sodass Zeugen in einem Anti-Doping-Verfahren bei Nichterscheinen künftig von einem ordentlichen Gericht vorgeladen werden können.
  • Athleten ist es künftig untersagt, mit verurteilten Trainern, Betreuern oder Funktionären zusammen zu arbeiten.

Eingeführt wird der neue Anti-Doping-Code im Januar 2015 und aktuell werden im deutschen Innen- und Justizministerium mögliche gesetzliche Adaptionen geprüft.[5]

Kritik[Bearbeiten]

Die WADA kritisiert den mangelnden Handlungsspielraum und die finanzielle Unsicherheit der NADA. WADA-Generaldirektor David Howman bemängelt, dass die NADA keine Ermittlungen durchführen kann und kaum Möglichkeiten hat, Informationen von der Polizei zu bekommen. Darüber hinaus wird ein Problem in der unüblichen Mischfinanzierung der NADA durch Staat, Sport und Privaten gesehen, denn in den meisten Ländern werden die nationalen Agenturen voll vom Staat finanziert.[6]

In der Deutschen Bundesliga wurde (Stand: Mai 2010) an einem Spieltag bei drei Spielen kontrolliert. Dabei wurden von beiden Mannschaften jeweils zwei Spieler getestet. Als einziger Fußballverband testet der DFB seit 2004 freiwillig 12,5 Prozent aller Proben auf EPO. Die Forderung der NADA, Blutbanken von den Spielern anzulegen, mit denen man Veränderungen wie z. B. des Hämatokrit-Werts überprüfen kann, wurde vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) abgelehnt. Ebenso verhält es sich mit geforderten unangekündigten Hausdurchsuchungen. Der DFB und die NADA haben Anfang 2015 einen neuen Vertrag über Trainings- und Wettkampfkontrollen ausgehandelt, welcher Doping-Tests für die Nationalmannschaft und die ersten drei Profi-Ligen enthält.[7]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Unruhe bei der NADA: Aufsichtsratschef geht (5. Dezember 2011).
  2. Siehe auch § 257a RiStBV, BAnz AT 18.08.2014 B1
  3. Klug: Anti-Doping-Gesetz wird verschärft (12. September 2014).
  4. WADA Anti-Doping Code 2009 (PDF, 1,3 MB).
  5. Entwurf für Anti-Doping-Gesetz (Süddeutsche Zeitung, 29. September 2014).
  6. Sportbetrug: Wada hält deutsche Anti-Doping-Agentur für unwirksam (13. Februar 2013).
  7. Fußball-Regionalligen nicht im Vertrag von DFB und NADA (8. März 2015)