National Democratic Alliance (Indien)

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Die National Democratic Alliance (NDA, „Nationale Demokratische Allianz“) ist ein Parteienbündnis in Indien. Sie wird von der Bharatiya Janata Party (BJP) angeführt und hatte bei der Gründung 1998 13 Mitgliedsparteien. Gegenspieler der NDA ist die United Progressive Alliance (UPA), die von der Indischen Kongresspartei angeführt wird.

Die NDA ist ein ausgesprochenes Zweckbündnis. Im Verlauf ihrer Geschichte haben sich die unterschiedlichsten Parteien unter ihrem Dach zeitweilig zusammengefunden. Echte ideologische Gemeinsamkeiten mit der hinduistisch-nationalistischen BJP haben eigentlich nur Shiv Sena, eine Regionalpartei aus Maharashtra sowie die Sikh-Partei Shiromani Akali Dal aus dem Punjab. Andere Parteien, die zeitweilig Mitglied der NDA waren, haben und hatten zum Teil so gut wie keine inhaltlichen Gemeinsamkeiten mit der BJP, beispielsweise die überwiegend muslimische Jammu & Kashmir National Conference. Die NDA ist damit kennzeichnend für den ausgeprägten Opportunismus in der Parteienlandschaft Indiens, wo in der Vergangenheit viele Klein- und Regionalparteien als Mehrheitsbeschaffer fungierten und im Gegenzug ihre Klientel-Interessen durchzusetzen suchten.

Bei der gesamtindischen Parlamentswahl im Oktober 1999 gewannen die Parteien der NDA unter Führung von Atal Bihari Vajpayee (BJP) die absolute Mehrheit und bildeten anschließend eine Koalitionsregierung unter Ministerpräsident Vajpayee. Bei der folgenden Parlamentswahl 2004 war die NDA – wieder unter Vajpayee – als klarer Favorit in das Rennen gegangen, verlor jedoch überraschend die Wahl. Auch die folgende Wahl im Jahr 2009 ging für die NDA verloren. Im Jahr 2014 konnte die NDA dagegen bei der Parlamentswahl einen erdrutschaltigen Sieg erringen und in der Folge wurde eine Koalitionsregierung unter Ministerpräsident Narendra Modi gebildet.

Die folgende Tabelle listet die wichtigsten NDA-Mitgliedsparteien mit Dauer ihrer Zugehörigkeit zur Allianz auf. Die Auflistung ist nicht vollständig. Vor der Wahl 2014 umfasste die NDA-Parteienkoalition zusammen mit der BJP insgesamt 29 Parteien.[1]

Derzeitige und frühere Mitgliedsparteien der
National Democratic Alliance
Partei Kürzel Mitglied der UPA
Bharatiya Janata Party BJP 1998–
Shiv Sena SHS 1998–
Shiromani Akali Dal SAD 1998–
Janata Dal (United) JD(U) 1998–2013[2] [A 1]
All India Anna Dravida Munnetra Kazhagam ADMK 1998–1999,[3] 2004–2006[4] [A 2]
Samata Party SAP 1998–2003[5][6] [A 3]
Biju Janata Dal BJD 1998–2009[7] [A 4]
All India Trinamool Congress AITC 1998–2001[8]
Dravida Munnetra Kazhagam DMK 1998–2003[9]
Pattali Makkal Katchi PMK 1998–2004,[10] 2014– [11] [A 5]
Marumalarchi Dravida Munnetra Kazhagam MDMK 1998– 2004,[12] 2014– [11] [A 5]
Janata Party JP 1998–2013[13] [A 6]
Mizo National Front MNP 1998–
Lok Shakti LS 1998–1999[14] [A 7]
Haryana Vikas Party HVP 1998–
Telangana Rashtra Samithi TRS 2009–2009 (?) [15]
Nagaland People’s Front NPF 1998–
Lok Janshakti Party LJP 2000–2002, 2014– [16] [A 8]
Jammu & Kashmir National Conference JKNC 1998–2003[17]
Rashtriya Lok Dal RLD
Jharkhand Mukti Morcha JMM
Indian National Lok Dal INLD 1998–2009[18] [A 9]
  1. nachdem Narendra Modi 2013 Spitzenkandidat der BJP für die Wahl 2014 geworden war, kündigte die JD(U) das Bündnis mit der BJP auf
  2. der Austritt der ADMK aus der regierenden NDA-Koalitionsregierung unter Premierminister Vajpayee war der Hauptanlass für die vorgezogene Neuwahl 1999; vor der Wahl 2004 ging die ADMK wieder eine Allianz mit der BJP ein, die sie 2006 wieder verließ
  3. der größte Teil der Samata Party vereinigte sich im Jahr 2003 mit der Janata Dal (United), ein kleiner Teil blieb allerdings weiter unter dem alten Parteinamen selbständig
  4. die BJD verließ die NDA, nachdem die Wahlkreisabsprachen mit der BJP in Orissa im Vorfeld der Wahl 2009 zu keiner Einigung geführt hatten
  5. a b Grund des Austritts der PMK und MDMK aus der NDA im Jahr 2004 waren die Bündnisverhandlungen der BJP mit der konkurrierenden ADMK, sowie Differenzen in der Tamil Eelam-Frage; im Vorfeld der Wahl 2014 schlossen sich beide wieder der NDA an
  6. Im Jahr 2013 vereinigte sich die Janata Party mit der BJP
  7. im Jahr 1999 vereinigte sich die Lok Shakti mit der Janata Dal (United)
  8. die LJP entstand im Jahr 2000 als Abspaltung der JD(U) und blieb zunächst weiter Mitglied der UPA, der Anlass für ihren Austritt waren die Ausschreitungen in Gujarat 2002; im Vorfeld der Wahl 2014 ging die LJP wieder ein Bündnis mit der BJP ein
  9. Grund des Ausscheidens der INLD aus der NDA waren unüberbrückbare Differenzen mit der BJP bei Wahlkreisabsprachen in Haryana

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Devesh Kumar: BJP + 29 Parties = National Democratic Alliance. 20. Mai 2014, abgerufen am 11. September 2014 (englisch).
  2. Rahi Gaikwad: JD(U) severs ties with BJP on Modi issue. 17. Juni 2013, abgerufen am 11. September 2014 (englisch).
  3. Jayalalitha: Actress-turned-politician. BBC News, 14. April 1999, abgerufen am 11. September 2014 (englisch).
  4. BJP-AIADMK join hands in Tamil Nadu. rediff.com, 28. Januar 2004, abgerufen am 11. September 2014 (englisch).
  5. Gargi Parsai: Fernandes to head Janata Dal (United). The Hindu, 31. Oktober 2003, abgerufen am 11. September 2014 (englisch).
  6. Know your party: Janta Dal (united). rediff.com, 29. April 2004, abgerufen am 11. September 2014 (englisch).
  7. BJD-BJP alliance splits in Orissa. rediff.com, 7. März 2009, abgerufen am 11. September 2014 (englisch).
  8. K.V. Prasad: Left to readjust campaign in Bengal. The Hindu, 28. März 2001, abgerufen am 11. September 2014 (englisch).
  9. DMK pulls out from Vajpayee government. rediff.com, 20. Dezember 2003, abgerufen am 13. September 2014 (englisch).
  10. Tamil Nadu's PMK quits NDA. rediff.com, 12. Januar 2004, abgerufen am 11. September 2014 (englisch).
  11. a b Sruthisagar Yamunan: BJP clinches deal in Tamil Nadu. The Hindu, 20. März 2014, abgerufen am 11. September 2014 (englisch).
  12. K. Ramachandran, R.K. Radhakrishnan: MDMK quits NDA. The Hindu, 30. Dezember 2003, abgerufen am 1. August 2014 (englisch).
  13. Swamy merges Janata Party with BJP. The Hindu, 12. August 2013, abgerufen am 1. August 2014 (englisch).
  14. Samata, Lok Shakti merge with JD's breakaway faction. rediff.com, 21. Juli 1999, abgerufen am 11. September 2014 (englisch).
  15. Nitish shares stage with Modi in Ludhiana; TRS joins NDA. The Hindu, 11. Mai 2009, abgerufen am 1. August 2014 (englisch).
  16. For Paswan and son, Gujarat 2002 is history for 2014. Indian Express, 27. Februar 2014, abgerufen am 11. September 2014 (englisch).
  17. Luv Puri: National Conference pulls out of NDA. The Hindu, 13. Juli 2003, abgerufen am 11. September 2014 (englisch).
  18. INLD walks out of NDA, says won’t join BJP ever again. 26. August 2009, abgerufen am 1. August 2014 (englisch).