Nationale Universität Kiew-Mohyla-Akademie
50.46578611111130.521327777778Koordinaten: 50° 27′ 56,83″ N, 30° 31′ 16,78″ O
| Nationale Universität Kiew-Mohyla-Akademie | |
|---|---|
| Gründung | 1632/1991 (Wiedergründung) |
| Trägerschaft | staatlich |
| Ort | H.-Skoworoda-str. 2, 04070, Kiew, Ukraine |
| Präsident | Prof. Serhij Mironowytsch Kwit |
| Studenten | ca. 3000 (2006) |
| Website | www.ukma.kiev.ua |
Die Nationale Universität Kiew-Mohyla-Akademie (NaUKMA) (Ukrainisch: Національний університет «Києво-Могилянська академія» (НаУКМА), Transliteration: Nazional'nyj uniwersytet „Kyjewo-Mohylans'ka akademija“; russisch Национальный университет «Киево-Могилянская академия»; Latein: Academia Kiioviensis Mohileana; Englisch: National University of "Kyiv-Mohyla Academy" (NaUKMA)) ist eine der führenden ukrainischen Hochschulen.
Wenn man die 1632 gegründete Kiew-Mohyla-Akademie als historische Vorgängerin der modernen Universität rechnet, ist die Nationale Universität Kiew-Mohyla-Akademie (von 1659 «Києво-Могилянська академія») die älteste Universität in der Ukraine. Die Universität befindet sich im Hafenbezirk Podol, in der Altstadt von Kiew. Die wiedereröffnete Kiew-Mohyla-Akademie ist an mehreren Kooperationen weltweit beteiligt und bietet international ausgerichtete Bachelor- und Masterstudiengänge an.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Kiew-Mohyla-Akademie in 17.-19. Jahrhundert [Bearbeiten]
Im Jahre 1632 gründete der Archimandrit des Kiewer Höhlenkloster Petro Mohyla eine orthodoxe Schule auf dem Territorium der Kiewer Höhlenlawra. Der Unterricht in der Klosterschule wurde auf Latein sowie auf Polnisch gehalten. Sie war sie nach dem Muster der damaligen polnischen Eliteschulen - den Kollegien - ausgerichtet. 1701 wurde dem Kollegium der Status einer Akademie zugesprochen. Die Akademie war im 18. Jahrhundert eine der renommiertesten Lehranstalten der orthodoxen Welt mit bekannten Professoren und Gelehrten. Die Akademie wurde 1817 durch den russischen Zar Alexander I. geschlossen. Im Jahre 1819 wurde eine Kiewer Theologische Akademie in den Gebäuden der Kiew-Mohyla-Akademie wieder eröffnet. Nach der Oktoberrevolution 1918 wurde die Akademie geschlossen und die Gebäude wurden an die Dnipro militärische Flottille übergeben.
Die Universität nach der Wiedereröffnung [Bearbeiten]
Erst 1992 konnte die Akademie wieder eröffnet werden. Initiatoren dafür waren zahlreiche Exil-Ukrainer aus den USA und Kanada sowie der erste Präsident der NaUKMA Wjatscheslaw Brjuhowetskij. 1994 erhielt die Hochschule den Rang einer staatlichen Universität zuerkannt.
Während der Orangen Revolution 2004 war die NaUKMA die erste Universität in der Ukraine, die sich an den Massendemonstrationen für den Kandidaten der Opposition und den bis 2010 amtierenden Präsidenten der Ukraine Wiktor Juschtschenko beteiligte.
Fakultäten [Bearbeiten]
- Geisteswissenschaften
- Wirtschaftswissenschaften
- Computerwissenschaften
- Rechtswissenschaften
- Naturwissenschaften
- Sozialwissenschaften
Studentenleben [Bearbeiten]
Trotz einer kleinen Anzahl Studierender ist die Kiew-Mohyla-Akademie bekannt für ihr sehr aktives Studentenleben. Unter mehreren Studentenorganisationen gibt es beispielsweise:
- Studentenvertretung
- Klub für intellektuelle Spiele
- Studentische Bruderschaft
- Campus Rundfunkstation KWIT[1]
- Kinoklub
- Theatergruppe
- Chor
Internationale Partnerschaften [Bearbeiten]
Die Kiew-Mohyla-Akademie ist an mehreren internationalen Partnerschaften beteiligt[2]. Unter anderen wird ein 2007 eingerichteter deutschsprachiger Masterstudiengang "Deutschland- und Europastudien" [3] in Kooperation mit Friedrich-Schiller-Universität Jena angeboten. Einige internationale Organisationen wie das Goethe-Institut[4], British Council[5] und American library[6] befinden sich auf dem Campus in der Umgebung der Kiew-Mohyla-Akademie.
Berühmte Studenten und Professoren [Bearbeiten]
Absolventen der alten Kiewer-Mohyla-Akademie haben eine wichtige Rolle in alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens gespielt. Viele Hetmane der Saporoscher Kosaken haben hier studiert. Dazu zählen Iwan Masepa, Pylyp Orlyk, Pavlo Polubotok, Iwan Skoropadskyj and Ivan Samoylovych. Alexander Bezborodko, der Kanzler Russlands war, war ukrainischer Herkunft und hatte die Kiewer Akademie abgeschlossen.
- Michail Lomonossow (1711-1765), russischer Wissenschaftler und Dichter
- Iwan Masepa (1644-1709), Hetman der ukrainischen Kosaken
- Petro Mohyla (1596-1647), Metropolit von Kiew und Galizien
- Pylyp Orlyk (1672-1742), Hetman der ukrainischen Kosaken
- Theophan Prokopowitsch (1681-1736), Erzbischof von Nowgorod und Vizepräsident des Heiligen Synod
- Iwan Skoropadskyj (1646-1722), Hetman der ukrainischen Kosaken
- Hryhorij Skoworoda (1722-1794), ukrainischer Philosoph, Dichter und Musiker
- Jepifanij Slawynezkyj (?-1675), Orthodoxer Geistlicher
- Meletij Smotryzkyj (1577-1633), ruthenischer (ukrainischer) Gelehrter und Theologe
- Dimitrij Tuptalo (1651-1709), Metropolit von Rostow
- Artem Wedel (1770-1808), ukrainischer Komponist
Literatur [Bearbeiten]
- "Eine Schule der Nation Die Mohyljanski-Akademie in Kiew will aus dem "Homo sowjeticus" einen "Homo ukrainicus" machen" - Von Brigitte Schulze. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Dezember 1993
- Nichyk, V. Kyievo-Mohylians’ka akademiia i nimets’ka kul’tura (Kyiv 2001) (auf Ukrainisch)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ http://www.radiokvit.com.ua/
- ↑ http://www.dfc.ukma.kiev.ua/index.php?page=11
- ↑ http://dsg.mohyla.uni-jena.de/
- ↑ http://www.goethe.de/ins/ua/kie/deindex.htm
- ↑ http://www.britishcouncil.org/ukraine.htm
- ↑ http://www.library.ukma.kiev.ua/amer/
Siehe auch [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
- National University of Kyiv-Mohyla Academy (englisch)
- NaUKMA History (englisch)
- NaUKMA Department for Foreign Cooperation (englisch)
- Rede des Bundesaußenministers, Dr. Frank-Walter Steinmeier, an der Mohyla-Akademie in Kiew anlässlich seines Besuches in der Ukraine am 28.2.2006
- Nazional'nyj universytet "Kyjevo-Mohylans'ka Akademija" beim Informationssystem zur Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse
Universität Charkiw | Technische Universität Charkiw | Universität für Luft und Raumfahrt Charkiw | Universität Czernowitz | Universität Dnipropetrowsk | Universität Donezk | Medizinische Universität Donezk | Technische Universität Donezk | Universität Iwano-Frankiwsk | Technische Universität Iwano-Frankiwsk | Iwan-Ohijenko-Universität Kamjanez-Podilskyj | Universität Kiew | Technische Universität Kiew | Boris-Grintschenko-Universität Kiew | Universität "Kiew-Mohyla-Akademie" | Wirtschaftsuniversität Kiew | Universität für Handel und Wirtschaft Kiew | Universität für Bauwesen und Architektur Kiew | Universität des Innenministeriums Kiew | Akademie für Verwaltungswissenschaften Kiew | Luftfahrtuniversität Kiew | Agrarwissenschaftliche Universität Kiew | Medizinische Universität Kiew | Universität Lemberg | Polytechnische Universität Lemberg | Katholische Universität Lemberg | Medizinische Universität Luhansk | Universität Odessa | Polytechnische Universität Odessa | Universität der Marine Odessa | Medizinische Universität Odessa | Pädagogische Universität Odessa | Wirtschaftsuniversität Odessa | Universität Saporischschja | Universität Simferopol | Wirtschaftsuniversität Ternopil | Technische Universität Ternopil | Medizinische Universität Winnyzja | Technische Universität Winnyzja