Nationalität
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Die Nationalität beschreibt die Zugehörigkeit einer Person zu einer Nation oder einem Volk. Der Begriff „Nation“ wird für verschiedene Konzepte angewandt (siehe Nation). Im Deutschen wird für die Zugehörigkeit zu einer politisch definierten Nation der Begriff der Staatsbürgerschaft und als juristischer Fachbegriff Staatsangehörigkeit verwendet. Es wird dort aber auch für die Zugehörigkeit zu einem ethnisch definierten „Volk“ der Begriff der Volkszugehörigkeit gebraucht, so dass der Begriff der Nationalität genauso wenig für die eine als für die andere Bedeutung von Nation benötigt wird, sondern die Verwendung letztendlich von der politischen Einstellung des Verwenders abhängt.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Nationalität als ethnische Zuordnung
Am häufigsten wird im deutschen Sprachgebrauch mit Nationalität die Zugehörigkeit zu einem Volk (Herkunftsbezeichnung beziehungsweise Abstammung) bezeichnet, auch wenn dies nicht zwingend den Besitz der entsprechenden Staatsbürgerschaft voraussetzt.
Beispiel: Nationalitätenstreit zwischen Albanern und Serben im Kosovo. Die Kosovo-Albaner fühlen sich der albanischen Nation zugehörig, besitzen aber die Staatsbürgerschaft Serbiens. Demnach können Personen gleicher Nationalität auch verschiedene Staatsangehörigkeiten besitzen, z. B. Kurden in der Türkei, im Irak und in den mitteleuropäischen Staaten.
Kinder besitzen die Nationalität ihrer Eltern. Sind die Eltern von unterschiedlicher Nationalität, spricht man von multinationaler Herkunft.
Beispiel: Kinder aus der Ehe zwischen einem Serben und einer Palästinenserin in den Niederlanden sind demnach entweder Personen mit arabischer und serbischer Nationalität mit niederländischer Staatsangehörigkeit.
Die Nationalität ist am leichtesten am Familiennamen einer Person zu erkennen. Das Konzept ist allerdings schwierig anzuwenden auf manchen Beispielfällen, z. B. die Nachkommen von deutschen Einwanderer, die seit Generationen in den USA leben (→ Deutschamerikaner). Auch auf die afrikanischstämmige Bevölkerung der Neuen Welt ist das Konzept unpassend, da die Abstammung aus den verschiedenen in Afrika beheimateten Völkern durch den Sklavenhandel meist vermischt wurde, und die Nachkommen weder kulturell noch sprachlich mit den Vorfahren zu tun haben – häufig ist der Familiennamen von der ehemaligen Besitzerfamilie angenommen worden.
[Bearbeiten] Nationalität als politische Zuordnung
Neben dem Gebrauch von Nationalität als Zuordnung zu einer Ethnie wird Nationalität auch in einem politischen Sinne gebraucht. Nationalität bezeichnet danach die Zugehörigkeit zu einer politisch verstandenen Nation. Dieser Begriff der Nationalität entspricht weitgehend dem Begriff des Staatsbürgers.
[Bearbeiten] Gebrauch in den USA, Kanada und Frankreich
In den USA, Kanada und Frankreich wird das eigene Land ebenfalls als Nation bezeichnet und es wird deshalb von amerikanischer bzw. kanadischer und französischer Nationalität gesprochen. Verfechter von völkischen Nationalitätskonzepten bezeichnen solche Nationen oft als Vielvölkerstaaten und behaupten, der Sprachgebrauch in diesen Ländern geschehe mit dem Zweck, ein Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen unterschiedlicher Herkunft mit dem Ziel zu erzeugen, kulturell bedingte Konflikte und Spannungen zu verringern und so eine Nation zu schaffen. Dass solche Konflikte und Spannungen ohne die völkischen Nationalitätskonzepte entstehen würden, ist jedoch nicht bewiesen. US-Amerikaner, Kanadier und Franzosen erklären diesen unterschiedlichen Gebrauch durch das weniger völkisch geprägte Nationsverständnis, das in diesen Kulturen herrsche. Aus ihrer Sicht bestehe die Nation (und folglich auch die Nationalität) als Ergebnis von politischen und verfassungsmäßigen Entwicklungen (was in Deutschland auch schon als „Verfassungspatriotismus“ (Dolf Sternberger) bezeichnet wurde). Die Nationalität, als Zugehörigkeit zur Nation, ergebe sich nicht aus der Abstammung, sondern aus einem kulturellen und politischen Bekenntnis. Durch das kulturelle Bekenntnis hat dieses Konzept jedoch ebenfalls einen völkischen (ethnischen) Aspekt, weil es nicht von ethnischer Zugehörigkeit frei ist und nicht multikulturell verstanden wird. Auch die Anhänger von völkischen Nationalitätstheorien räumen ein, dass im Verlauf von Generationen (besonders im Fall einer ethnischen Vermischung) innerhalb der sogenannten Vielvölkerstaaten ein neues „Volk“ mit eigener Identität (Sprache und Kultur), und daher auch eigene Nationalität (im ethnischen Sinne), entstehen kann.

