Nationalpark Islas Atlánticas de Galicia

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Inselgruppe Cíes

Der Nationalpark Islas Atlánticas de Galicia (span. Parque Nacional de las Islas Atlánticas de Galicia = „Atlantikinseln Galiciens“) ist ein spanischer Nationalpark, der die an der Atlantikküste im Nordwesten des Landes gelegenen galicischen Inselgruppen der Islas Cíes, Islas Ons, die Inseln Sálvora und Cortegada sowie diverse kleinere Eilande umfasst. Er beinhaltet 12 km² Land- und 72 km² Meeresfläche. Er ist der einzige Nationalpark Galiciens und wurde als dreizehnter seiner Art in Spanien im Jahr 2002 gegründet.

Natur[Bearbeiten]

Das maritim-terrestrische Ökosystem des Nationalparks zeichnet sich durch die größten spanischen Kolonien von Mittelmeermöwen und Krähenscharben (einer Kormoranart) aus. Die im Gebiet des Parks liegenden Meeresgründe weisen eine hohe Biodiversität auf. Zu einer großen Vielfalt an Fischen, Weichtieren und Krustentieren kommen Algenwälder und die Anwesenheit mehrerer Delfinarten. In botanischer Hinsicht lassen sich 200 Arten von Algen und 400 verschiedene Landpflanzen feststellen. Eine Besonderheit ist der größte Lorbeer-Wald Europas auf der Insel Cortegada.

Geschichte[Bearbeiten]

Auf den Inseln finden sich Spuren menschlicher Besiedlung, die bis in die Eisenzeit zurück reichen. Es wurden auch Keramiken aus der Römerzeit gefunden. Die Inseln waren im Mittelalter von den Angehörigen verschiedener Mönchsorden bewohnt. Sie gehörten der katholischen Kirche, wurden Adeligen zum Lehen gegeben und wurden von Invasoren angriffen, die sie als Stützpunkt für ihre Vorstöße an die Küste nutzten. In der Neuzeit waren die Inseln bis ins 18. Jahrhundert bewohnt, als sie von der Bevölkerung wegen Überfällen von Piraten aufgegeben wurden. 1980 wurde die Inselgruppe zum Naturpark erklärt, sie ist auch Vogelschutzgebiet. Am 13. Juni 2002 folgte die Ausweisung des Gebietes als Nationalpark. Nur sechs Monate später ereignete sich an seinen Küsten, außer auf Cortegada, eine durch die Havarie des Tankers Prestige verursachte Ölpest.
Der Nationalpark könnte in der Zukunft um die Inselgruppen Sisargas und Loberiras erweitert werden.

Inseln und Inselgruppen[Bearbeiten]

  • Der Archipiélago de Ons bildet eine in der Ría de Pontevedra gelegene Inselgruppe. Sie enthält die Hauptinsel Isla de Ons, die Isla de Onza (auch Onzeta genannt) und andere kleine Felseilande, insbesondere El Corveiro. In der Sommersaison wird Ons von den Häfen Marín, Cangas, Bueu, Sanxenxo und Portonovo aus täglich mit Booten angefahren.
  • Der Archipiélago de Cíes ist eine Inselgruppe in der Ría de Vigo, die Teil der Rías Baixas in der Provinz Pontevedra ist. Der Archipel gehört zur Stadt Vigo (Ortsteil San Francisco de Afora) und befindet sich bei 42° 15' nördlicher Breite und 8° 54' westlicher Länge. Im Februar 2007 kürte die britische Zeitung The Guardian die Playa de Rodas auf der Insel Monteagudo zum „schönsten Strand der Welt“.
  • Die Isla de Cortegada ist eine im Inneren der Ría de Arousa in der Provinz Pontevedra gelegene Insel. Sie ist die größte Insel eines Archipels, der noch weitere Inselgruppen wie die Islas Malveiras und die Islas Briñas umfasst.
  • Die Isla de Sálvora befindet sich am Eingang zur Ría de Arousa, etwa 3 km vom nördlich gelegenen Festland entfernt. Sie besitzt eine Fläche von 190 Hektar und erhebt an ihrer höchsten Stelle 71 m über das Meer. Die Insel ist praktisch rundherum felsig, mit Ausnahme dreier kleiner Strände aus feinem weißen Sand.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nationalpark Islas Atlánticas de Galicia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

42.380555555556-8.9333333333333Koordinaten: 42° 22′ 50″ N, 8° 56′ 0″ W