Nationalpark Los Katíos

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7.8-77.15Koordinaten: 7° 48′ 0″ N, 77° 9′ 0″ W Los Katíos ist ein Nationalpark im südamerikanischen Kolumbien, der im Jahr 1994 zum Weltkulturerbe ernannt worden ist. Seit 2009 wird das Gebiet wegen der anhaltenden Abholzung im und an den Grenzen des Nationalparks von der UNESCO als gefährdet eingestuft. Des Weiteren leidet das Gebiet unter der illegalen Rodung von Edelhölzern, dem illegalen Fischen und Jagen [1].

Los Katíos hat eine Fläche von 720 km³ und liegt im nordwestlichen Kolumbien im Norden des Departaments Chocó, zwischen der Grenze zu Panama und dem Westufer des Río Atrato. Der Park schließt außerdem die Sumpfgebiete von Tumaradó östlich des Flusses ein, sowie Land zwischen den Flüssen Cacarica, Perancho and Peye. Im Norden schließt sich an Los Katíos der panamaische Darién-Nationalpark an.

Bedeutung[Bearbeiten]

Die Bedeutung von Los Katíos liegt in seiner außergewöhnlich hohen Artenvielfalt und dem Schutz von nur in der Region Darién vorkommenden Arten. Auf Grund der geographischen Lage im nördlichen Kolumbien am Südrand der mittelamerikanischen Landbrücke diente diese Region im Tertiär und Pleistozän als Filter für den Wechsel von Tierarten zwischen Nord- und Südamerika. Dieser Prozess setzt sich auch heute noch fort. Los Katíos ist die einzige Region in Südamerika, in dem mittelamerikanische Eiben (taxus) vorkommen.

Der Park dient auch dem Schutz bedeutender Landschaftselemente wie dem 25 m hohen Tendal- und dem 100 m hohen Tilupo-Wasserfall und den Tumaradó-Sümpfen.

1990 wurde der Park durch Pfade und Unterkünfte für kleine Besuchergruppen erschlossen, die über die Parkverwaltung in Sautatá Zugang zum Nationalpark haben.

Geographie[Bearbeiten]

Der Park erstreckt sich zwischen 50 und 600 m Höhe entlang der Ausläufer der Serranía del Darién und besteht aus einer sanft geschwungenen Hügellandschaft. Er umfasst im Wesentlichen zwei Hauptregionen, je etwa zur Hälfte die Berglandschaft der Serranía del Darién im Westen und die Flusslandschaft des Atrato. Der Atrato ist der am schnellsten fließende Fluss der Erde und ergießt 4.900 m³ Wasser pro Sekunde in das Karibische Meer.

Die Durchschnittstemperatur innerhalb des Parks liegt bei 27 °C und der Jahresniederschlag mit 2000–4500 mm ist sehr hoch, so dass die Luftfeuchtigkeit zwischen 75 % und 95 % liegt. Die geringsten Niederschlagswerte weisen die Monate Dezember bis März auf.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Region wurde ursprünglich von den Kuna bewohnt, einer indigenen Gruppe, die nach internen Kämpfen die Choco-Region den Katío-Embera überlassen musste und nach Panama abwanderte. Die Region Darién, zu der auch Los Katíos gehört, war historisch wichtig für die ersten Besiedler, die vor rund 20.000 Jahren die Landbrücke von Nord- nach Südamerika benutzten. In der nachkolumbischen Zeit waren es die spanischen Konquistadoren Rodrigo de Bastidas, Alonso de Ojeda und Vasco Núñez de Balboa, die im Jahr 1501 als erste diese Region entdeckten.

In neuerer Zeit waren etwa 1 % des Parks im Raum Sautatá landwirtschaftlich erschlossen und wurden in erster Linie für den Anbau von Zuckerrohr genutzt. Nach der Einrichtung des Parks im Jahr 1974 wurden in den folgenden sieben Jahren die ansässigen rund 150 Familien in die nahegelegenen Ortschaften Unguía, Puente América, Tumaradó und Cacarica umgesiedelt.

Vegetation und Tierwelt[Bearbeiten]

Tiefland-Sumpfwälder bedecken etwa die Hälfte des Parks, während die andere Hälfte von tropische Bergregenwäldern bedeckt ist. Die Caesalpinie Cativo erreicht Höhen von bis zu 50 m, und im Tropenwald kommen vor allem Ceiba petandra, Cavanillesia platanifolia und Hura crepitans vor. 1993 wurden im Park 669 Pflanzenspezien nachgewiesen, von denen 20–25 % endemisch sind, d.h. nur in dieser Region auftreten.

Los Katíos beherbergt eine Reihe von Tierarten, die charakteristisch für Mittelamerika sind und in Südamerika nur in dieser Region vorkommen, wie zum Beispiel die Maus Heteromys desmarestianus und der Graukopfguan Ortalis cinereiceps, außerdem bedrohte Tierarten wie das Spitzkrokodil Crocodylus acutus, der Waldhund Speothos venaticus, der Große Ameisenbär Myrmecophaga tridactyla und der Mittelamerikanische Tapir Tapirus bairdii.

Weblinks[Bearbeiten]

Quelle[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://whc.unesco.org/en/news/530