Nationalratswahl in Österreich 1970

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Nationalratswahl 1970
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0,37
(-2,96)
Sonst.
1966


   
Von 165 Sitzen entfallen auf:

Die Nationalratswahl am 1. März 1970 war die zwölfte in der Geschichte Österreichs. Stimmen- und mandatstärkste Partei wurde die SPÖ von Bruno Kreisky. Den zweiten Platz belegte die ÖVP von Josef Klaus, die Stimmen und Mandate verlor. Die FPÖ, die mit dem ehemaligen SS-Obersturmführer Friedrich Peter als Spitzenkandidaten antrat, konnte leichte Stimmengewinne verbuchen.

Wahlberechtigt waren 5.045.841 Menschen. Die Wahlbeteiligung betrug 90,95 Prozent (1966: 92,74). Nach der Wahl bildete Kreisky die Bundesregierung Kreisky I; er blieb Bundeskanzler bis zum April/Mai 1983.

Endergebnis[Bearbeiten]

Ergebnis unter Berücksichtigung der Wiederholungswahlen vom 4. Oktober 1970

Wahlwerber Stimmen Anteil Mandate
1970 ± 1970 ±
Sozialistische Partei Österreichs (SPÖ) 2.221.981 48,4 % +5,8 % 81 +7
Österreichische Volkspartei (ÖVP) 2.051.012 44,7 % -3,3 % 78 -7
Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) 253.425 5,5 % +0,1 % 6 ±0
Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) 44.750 1,0 % +0,6 % 0 ±0
Demokratische Fortschrittliche Partei (DFP-Liste Franz Olah) 14.925 0,3 % -3,0 % 0 ±0
Nationaldemokratische Partei (NDP) 2.631 0,1 % n.k. 0
Für Menschlichkeit, Recht und Freiheit in Österreich (Adolf Glantschnig) 237 0,01 % n.k. 0

n.k. = nicht kandidiert

Nach dem ursprünglichen Wahlergebnis erhielt die SPÖ 48,2 % der Stimmen und 81 Sitze, die ÖVP 44,8 % und 79 Sitze, die FPÖ 5,5 % und 5 Sitze.[1] Durch ein Urteil des Verfassungsgerichtshofs vom 24. Juni 1970 wurde die Nationalratswahl in 3 Wiener Wahlkreisen für ungültig erklärt und die Wahl dort am 4. Oktober 1970 wiederholt. Durch die Wiederholungswahl erhielt die FPÖ einen zusätzlichen Sitz auf Kosten der der ÖVP.[2]

Folgen[Bearbeiten]

Nach langwierigen Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP bildete die SPÖ mit Unterstützung der FPÖ eine Minderheitsregierung. Es wird spekuliert, Kreisky habe von vorneherein dieses Ziel gehabt und mit der ÖVP nur zum Schein verhandelt. Preis für die FPÖ-Unterstützung war eine Wahlrechtsänderung, die kleinere Parteien wie damals die FPÖ weniger benachteiligt und eine damit verbundene Anhebung der Mandatszahl im Nationalrat. Bruno Kreisky wurde Bundeskanzler und sollte es bis 1983 bleiben. Die Bundesregierung Kreisky I nahm am 21. April 1970 ihre Arbeit auf. Josef Klaus legte 1970 den ÖVP-Vorsitz zurück, ihm folgte sein bisheriger Stellvertreter Hermann Withalm.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Veröffentlichung des Innenministeriums über die Nationalratswahl vom 1. März 1970 (PDF; 7,5 MB)
  2. Ergänzungsteil zur Veröffentlichung des Innenministeriums über die Nationalratswahl 1970 (PDF; 647 kB)

Weblinks[Bearbeiten]