Nationalrevolutionäre Armee

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Flagge der Republik ChinaFlagge der Republik China Nationalrevolutionäre Armee
(國民革命軍)

NRA
Flagge der NRA
Führung
Oberbefehlshaber: Chiang Kai-shek
Militärische Führung: Nationaler Militärrat
Sitz des Hauptquartiers: Nanjing
Militärische Stärke
Aktive Soldaten: 5.300.000
Wehrpflicht:
Wehrtauglichkeitsalter:
Geschichte
Gründung: 1925
Ablösung: 1947

Die Nationalrevolutionäre Armee, abgekürzt NRA (chinesisch 國民革命軍Pinyin Guómín Gémìng Jūn, W.-G. Kuo-min Ke-ming Chün), vor 1928 oft verkürzt zu 革命軍 bzw. Revolutionäre Armee und zwischen 1928–1947 als 國軍 bzw. Nationale Armee bezeichnet, war im 20. Jahrhundert eine Organisation bewaffneter Verbände, der militärische Arm der Kuomintang-Diktatur. Die Armee wurde unter Mithilfe ausländischer Kommunisten geschaffen. Während der Zeit ihres gesamten Bestehens gab es keine friedliche Periode in China, sodass die Armee permanent in mehreren aufeinanderfolgenden Kriegen und einzelnen kleineren Konflikten Schlachten focht. Weitere bewaffnete Organe waren ihre Luftstreitkräfte und eine Marine.

Geschichtlicher Hintergrund[Bearbeiten]

Yuan Shikai und Sun Yatsen

Die bürgerliche Xinhai-Revolution führte zum Sturz des Mandschu-Dynastie. Sun Yatsen, der Gründervater der Kuomintang (KMT) und Hauptinitiator der Revolution, ging zur Gründung der Republik einen Kompromiss ein, indem er Yuan Shikai, einen in Ungnade gefallenen höheren Befehlshaber der kaiserlichen Armeen, zum Präsident des neuen bürgerlichen Staates ernannte. Nur so war der Kaiser Puyi, zum Rücktritt bzw. zur Abdankung am 12. Februar 1912, bereit. Dass der Verzicht auf den Thron, vereinbart im sogenannten „Wohlwollenden Vertrag“, lediglich ein formeller war, Puyi bewohnte weiterhin die Verbotene Stadt und musste den Titel nicht ablegen, bedeutete, dass die Machtverhältnisse in der Ersten Republik instabil blieben.

Zudem brach Yuan die Vereinbarungen zwischen Sun Yatsen und Yuan Shikai, indem er wie er es bereits im Kaiserreich tat, wiederum Seiten wechselte. Da die junge Republik jedoch noch keine eigenen Streitkräfte hatte, hieß das paradoxerweise, das die ehemaligen kaiserlichen Truppen, die Yuan schon während der Xinhai-Revolution gegen die Revolutionäre befehligte, faktisch zu Truppen der Republik wurden. So konnte Yuan einen Staatsstreich, mit Unterstützung dieser ehemals kaiserlichen Truppen, anzetteln. Er stürzte die im August 1913, legitim durch Wahlen eingesetzte Regierung. Sun Yatsen musste nach Japan ins Exil flüchten. Im Dezember 1915 rief Yuan Shikai, sich dann selbst zum Kaiser aus und versuchte so die Monarchie wieder einzuführen. Die Restauration des Kaisertum in China misslang aber und endete bereits im März 1916. Mehrere militärische Befehlshaber der Truppen revoltierten und zwangen Yuan Shikai zum Rücktritt. Für 12 Tage kam es durch einen erneuten Militärputsch, im Juli 1917 sogar zu einer kurzen Inthronisation Kaiser Puyi. Jedoch die Kriegsherren zerstritten sich und hauptsächlich der Norden und Westen Chinas, zerfiel so in viele Machtbereiche, womit das, als Zeitalter der Warlords, bezeichnete Kapitel in der Geschichte Chinas begann. 1917 kehrte Sun Yatsen nach China zurück und begann in der im Süden gelegen Stadt Kanton, ein Zentrum zum Kampf gegen die Warlords einzurichten.

Whampoa-Militärakademie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Whampoa-Militärakademie

Durch das auf dem 1. Nationalkongress der Kuomintang beschlossene Bündnis der Partei mit der Sowjetunion und der KP Chinas kam es auch zur Zusammenarbeit auf militärischem Gebiet. 1924 gründete die Kuomintang so, unter Mithilfe der Sowjetunion und der Komintern, eine Militärakademie in Kanton, deren erste Studenten zum Kern der Nationalrevolutionären Armee wurden. Die Kuomintang stellte 1925 die NRA auf, und wie schon bei der Akademie mit der gleichen ausländischen Unterstützung.

Militärische Operationen[Bearbeiten]

Soldaten der Nationalrevolutionären Armee in Hankou während des Nordfeldzugs

Sun Yatsen plante eine militärische Aktion gegen die zersplitterten Warlords, den sogenannten Nördlichen Militaristen. Der Nordfeldzug begann im Sommer 1926. Zu dem gemeinsamen Kampf gegen die Warlords, bildeten die Kuomintang- und die Kommunistische Partei, eine Erste Einheitsfront.

Das erste gemeinsame Engagement gegen die Warlords, zerbrach gegen Ende des Nordfeldzuges, nachdem der Befehlshaber Chiang Kai Shek, mit der Triaden-Gesellschaft einen Aufstand von Gewerkschaften und Kommunisten im April 1927 in Shanghai, blutig niederschlug. Das veranlasste den Ausbruch des Chinesischen Bürgerkrieg 1927, dem nächsten militärischen Konflikt der Kuomintang, die sich jedoch spaltete. Militärische Einheiten bzw. einzelne Angehörige der linker Kuomintang, innerhalb der Nationalrevolutionären Armee, wie beispielsweise Zhu De, die nun nicht mehr weiter auf Seiten Chiang Kai Shek kämpften, schlossen sich mit aufständischen Bauern, Gewerkschaftern und Kommunisten weiterer Erhebungen, wie dem Aufstand von Nanchang, zusammen. Aus dieser Vereinigungen entstand, der künftige Gegner der Nationalerevolutionäre Armee im Bürgerkrieg, die chinesische Rote Armee, die spätere Volksbefreiungsarmee.

Neben dem Bürgerkrieg war die NRA an kleineren Konflikten beteiligt, wie beispielsweise die Auseinandersetzung:

Antijapanisches Propaganda-Plakat der NRA
Struktur der NRA

Während des Zweiten Japanisch-Chinesischem Krieg von 1937 bis 1945, kam es, zur Aussetzung des Bürgerkrieges, mit Abschluss von Stillhalteabkommen. Gemeinsames Ziel von Kuomintang und Kommunisten war zunächst die Befreiung Chinas, wodurch es zu einer erneuten, Kooperation beider Streitkräfte. der KP Chinas und der Kuomintang kam. Wie bei der ersten Koalition kämpften beide Seiten, diesmal gegen den gemeinsamen Gegner, die Kaiserliche Japanische Armee, in einer Zweiten Einheitsfront, aber jeweils strukturiert, in eigenen Verbänden.

Nach dem Sieg über Japan wurde der Bürgerkrieg fortgesetzt, in dem die Volksbefreiungsarmee die Oberhand über die NRA gewann und in dessen Konsequenz bereits 1949, zwei chinesische, ungleich große De-facto-Staaten gegründet wurden. Der Krieg endete letztlich mit der Eroberung der Insel Hainan 1950 durch die Volksbefreiungsarmee, wodurch der Kuomintang als Territorium für ihren Staat, nur das Inselreich Taiwan übrig blieb.

Ablösung[Bearbeiten]

Die Nationalrevolutionäre Armee wurde nach der Errichtung Nationalchinas bzw. der Chinesischen Republik auf Taiwan, Grundlage der bis in die Gegenwart existierenden Streitkräfte der Republik China. Die Änderung, dass die Armee nach 1947 dem Verteidigungsministerium und damit staatlicher Kontrolle unterstellt wurde, ergab sich aus der 1946 entstandenen Verfassung der Republik China.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ah Xiang: „Red Terror vs white Terror - Political, Social, Cultural, Historical Analysis Of China“ 1998 RepublicanChina.org
  • Mehrere Autoren: „Post Japanese“ The Shanghai Triad and the KMT. In: Veröffentlichungen des Geschichtsprojekts des Takao Club Taiwan 2012 Takao Club

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 22. Juli 1923 „China: C.E.R, Seize“ In: The Time Magazin New York City, 1923 Time