Nationalstrasse

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Dieser Artikel behandelt die Schweizer Nationalstrassen. Für Nationalstraßen anderer Länder siehe Nationalstraße.

In der Schweiz sind Nationalstrassen vom Bund betriebene Strassen wie Autobahnen, Autostrassen oder Hauptstrassen. Das Nationalstrassennetz der Schweiz entspricht also nicht dem Autobahnnetz der Schweiz, da erstens auch manche Nichtautobahnen (Autostrassen und Hauptstrassen) zum Nationalstrassennetz gehören, und zweitens es auch kantonale Autobahnen gibt. Bei Strassen, die als Nationalstrasse klassiert sind, kommt der Bund für Finanzierung, Betrieb, Unterhalt und Ausbau auf. Zuständig ist das Bundesamt für Strassen («Astra»). Vergleiche Liste der Nationalstrassen der Schweiz.

Geschichte[Bearbeiten]

Bis in die 1950er Jahre fiel der Strassenbau ausschliesslich in die Zuständigkeit der Kantone, welche Strassenbau und Strassenunterhalt nach ihren Finanzen ausrichteten. Von diesem Prinzip abweichend war der Bund 1958 ein erstes Mal im Strassenbau involviert, indem er für den Bau des Strassentunnels unter dem Grossen St. Bernhard einen Staatsvertrag mit Italien abschloss, stellvertretend für die Kantone Wallis und Waadt.

1960 verabschiedete das Parlament das Gesetz über ein Nationalstrassennetz, das dem Bund Kompetenzen im Strassenbau übertrug. Nationalstrassen sind in diesem Gesetz definiert als Strassen von gesamtschweizerischer Bedeutung. Planung, Finanzierung, Bau und Unterhalt fallen in die Zuständigkeit des Bundes. Die groben Streckenverläufe wurden festgelegt und mit der «N»-Nummerierung versehen, die einzelnen Streckenabschnitte in drei bis heute gültige Ausbauklassen eingeteilt:

Klasse Eigenschaft Ausführung
Nationalstrassen
1. Klasse
nur Motorfahrzeuge, zwingend niveaufrei, richtungsgetrennte Fahrbahnen in der Regel als Autobahn ausgeführt
Nationalstrassen
2. Klasse
nur Motorfahrzeuge, zwingend niveaufrei, nicht zwingend richtungsgetrennte Fahrbahnen meist als Autostrasse gebaut
Nationalstrassen
3. Klasse
grundsätzlich alle Strassenbenutzer, Gebot zur Vermeidung niveaugleicher Kreuzungen und Ortsdurchfahrten vom Bund mitfinanzierte Hauptstrassen

Eine Sonderform ist der Klassifikationszusatz «E», der Expressstrassen (auch Hochleistungsstrasse oder städtische Nationalstrasse genannt) in städtischen Gebieten kennzeichnet – der Motivationsgrund hierfür ist ein veränderter Finanzierungsschlüssel.

Im Jahr 1963 wird als erstes Teilstück des Nationalstrassennetzes die Autobahn N1 zwischen Genf und Lausanne eröffnet, welche als Zubringer zur Landesausstellung «Expo 64» dient.

Das projektierte Nationalstrassennetz wird vom Parlament etwa um 1970 und ein weiteres Mal um 1986 in grösserem Masse erweitert. Wie auch bei den kantonalen Strassenprojekten bringen Finanzprobleme und Einsprachen viele Nationalstrassenprojekte zum Erliegen. Etwa 20 Jahre nach Baubeginn sind in den 1980ern über 80 % des projektierten Netzes fertiggestellt – ausgelassen hat man dabei allerdings viele technisch anspruchsvolle und teure Bauten. 1985 wird deswegen für die Autobahnen und Autostrassen des Nationalstrassennetzes die Mautpflicht in Form einer Jahresvignette eingeführt.

1996 wurde für die Strassenbenützer von der N-Signierung zur A-Signierung gewechselt, intern wird das N-Schemata aber weitergeführt.

Pläne[Bearbeiten]

Ende 2008 gab das Bundesamt für Strassen bekannt, dass in den kommenden 20 Jahren rund 5,5 Milliarden Franken in die Beseitigung von Engpässen auf dem Nationalstrassennetz investiert werden sollen. In einer ersten Etappe sollen für 1,58 Milliarden Franken zusätzliche Fahrstreifen auf den Abschnitten Härkingen–Wiggertal (A1/A2), Blegi–Rütihof (A4), der Nordumfahrung Zürich (A1/A4) und im Raum Crissier (A1/A9) realisiert werden.[1]

Es steht ferner die Aufklassierung von Kantons- zu Nationalstrassen zur Debatte. Zu Nationalstrassen aufklassiert werden sollen unter anderem die Zürcher Oberlandautobahn, die Julierpassstrasse, die Strasse zum Grossen St.-Bernhard-Pass im Wallis sowie die Strassen Basel - Délémont und Kreuzlingen - A 1.1.[2] Vorgesehen ist hingegen auch, die N4 zwischen Schaffhausen und Bargen aus dem Nationalstrassennetz zu entlassen, womit zum ersten Mal seit der ersten verbindlichen Festlegung des Netzes im Jahre 1960 eine bereits gebaute Strasse aus dem Netz herausfallen würde.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. admin.ch: Programm zur Beseitigung der Engpässe auf dem Nationalstrassennetz, vom 19. Dezember 2008
  2. Mehr Nationalstrassen - höhere Benzinpreise, in: Neue Zürcher Zeitung, Nr. 10 vom 14. Januar 2009, S. 15.