Natriumhexafluorosilikat

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Strukturformel
2 Na+ Strukturformel der Hexafluorokieselsäure
Allgemeines
Name Natriumhexafluorosilikat
Andere Namen
  • Natriumsilicofluorid
  • Kieselfluornatrium
  • Natriumhexafluorosilicat
  • Natriumhexafluoridosilicat
  • Natriumfluorsilicat
Summenformel Na2SiF6
CAS-Nummer 16893-85-9
PubChem 28127
Kurzbeschreibung

farbloser bis weißer, geruch- und geschmackloser Feststoff[1][2]

Eigenschaften
Molare Masse 188,06 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,68 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

800 °C (Zersetzung)[1]

Löslichkeit
  • schwer löslich in Wasser (7,62 g·l−1 bei 20 °C)[1]
  • unlöslich in Ethanol[2]
Brechungsindex

1,312[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
06 – Giftig oder sehr giftig

Gefahr

H- und P-Sätze H: 331​‐​311​‐​301
P: 261​‐​280​‐​301+310​‐​311 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
Giftig
Giftig
(T)
R- und S-Sätze R: 23/24/25
S: 26​‐​45
Toxikologische Daten

125 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Natriumhexafluorosilikat ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Natriumverbindungen, Hexafluorosilikate und Fluorokomplexe.

Vorkommen[Bearbeiten]

Natriumhexafluorosilikat kommt natürlich in Form des Minerals Malladrit vor.[5]

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Natriumhexafluorosilikat kann durch Neutralisation von Hexafluoridokieselsäure mit Natriumhydroxid, Natriumcarbonat oder Natriumchlorid gewonnen werden.[2]

\mathrm{H_2SiF_6 + 2 \ NaCl\rightarrow Na_2SiF_6 + 2 \ HCl}

Es entsteht auch als Nebenerzeugnis bei der Herstellung von Superphosphaten über Siliziumfluorid.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Natriumhexafluorosilikat ist ein farbloser bis weißer, geruch- und geschmackloser Feststoff, welcher schwer löslich in Wasser ist. Bei Erhitzung zersetzt er sich ab etwa 800 °C, wobei Fluorwasserstoff und Siliciumtetrafluorid entstehen.[1]

Natriumhexafluorosilikat besitzt eine hexagonale (trigonale) Kristallstruktur mit a = 885,9 pm, c = 503,8 pm, Z = 3 und der Raumgruppe P321.[6]

Verwendung[Bearbeiten]

Natriumhexafluorosilikat wird als Geliermittel bei der Schaumgummiherstellung, als Trübungsmittel bei der Email- und Milchglasfabrikation, als Insektizid und Rodentizid und zur Herstellung von synthetischem Kryolith verwendet.[1] Es wird weiterhin bei der Herstellung von Beryllium durch Rösten von Berylliumsalzen mit Natriumhexafluorosilikat, wobei sich Berylliumfluorid bildet, welches durch Reaktion mit Magnesium zu Beryllium überführt wird.[7]

In der Europäischen Union ist Natriumhexafluorosilikat nicht als Wirkstoff von Pflanzenschutzmitteln zugelassen.[8] In Deutschland und Österreich sind keine Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff zugelassen. In der Schweiz war ein Präparat zugelassen, dessen Bewilligung mit einer Aufbrauchsfrist bis 1. Juli 2012 beendet ist.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Eintrag zu CAS-Nr. 16893-85-9 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 4. Februar 2012 (JavaScript erforderlich).
  2. a b c d Eintrag zu Sodium silicofluoride in der Hazardous Substances Data Bank, abgerufen am 29. Juli 2012.
  3. a b Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 16893-85-9 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich).
  4. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. Mindat: Malladrite
  6. A. Zalkin, J. D. Forrester, D. H. Templeton: The crystal structure of sodium fluorosilicate, Acta Cryst. (1964) 17, S. 1408–1412; doi:10.1107/S0365110X64003516,
  7. Uni-Regensburg: Erdalkalimetalle
  8. Verordnung (EG) Nr. 2076/2002 der Kommission vom 20. November 2002 ...
  9. Nationale Pflanzenschutzmittelverzeichnisse: Schweiz, Österreich, Deutschland; abgerufen am 4. Februar 2012.