Natriumpolywolframat

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Kristallstruktur
Keine Zeichnung vorhanden
Allgemeines
Name Natriumpolywolframat
Andere Namen
  • Natriummetawolframat
  • hexa-Natriumwolframat (W12)
Verhältnisformel 3 Na2WO4 · 9 WO3 · H2O
CAS-Nummer 12141-67-2
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 2986,01 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[2]

Dichte

3,1 g/cm3 (20 °C, gesättigte Lösung)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
05 – Ätzend 07 – Achtung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​318​‐​412
P: 261​‐​280​‐​273​‐​305+351+338 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][2]
Gesundheitsschädlich
Gesundheits-
schädlich
(Xn)
R- und S-Sätze R: 22​‐​41​‐​52/53
S: 22​‐​26​‐​39​‐​61
Toxikologische Daten
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Natriumpolywolframat (auch Natriummetawolframat, engl. sodium polytungstate, kurz SPT) ist ein relativ neues Mittel zur Herstellung einer Schwerflüssigkeit.[4]

Eigenschaften[Bearbeiten]

SPT ist im Festzustand ein weiß, kristallines Pulver bzw. in wässriger Lösung eine leicht gelbgrüne, transparente Flüssigkeit. In kristalliner Form handelt es sich um ein 12-fach aggregiertes Isopolywolframat mit einer molaren Masse von 2986,12 g·mol-1. Den Modellen nach ist das Polywolframat aus Oktaedern aufgebaut, wobei sich die Sauerstoffionen an den Ecken und die Wolframionen in der Mitte der Oktaeder befinden. In der Darstellung als Kugelmodell bilden die Sauerstoffionen eine dichteste Kugelpackung, wobei die Wolframionen sich in den jeweiligen Oktaederlücken befinden. Der Struktur nach handelt es sich bei dieser Verbindung um ein sogenanntes "echtes" Metawolframat mit der Formel Na6[H2W12O40]. Von den echten Metawolframaten ist bekannt, dass die beiden Wasserstoffatome im zentralen Hohlraum des Polyanions vorhanden sind und die Kugelschale nicht durchdringen können.[5]

Verwendung[Bearbeiten]

Durch seine extrem hohe Löslichkeit in Wasser (max. Dichte bis 3,1 g/cm3) eignet es sich als Schwerflüssigkeit. Gegenüber einer ätzendenen Zinkchloridlösung oder den toxischen Halogenkohlenwasserstoffen hat es trotz des höheren Preises Vorteile bei der Sink-Schwimm-Analyse oder der Dichtegradientenzentrifugation.

SPT ist nicht toxisch, nicht brennbar, geruchsneutral und darüber hinaus besitzt es als Lösung eine sehr geringe Viskosität, wobei jedoch die Lösungen hoher Konzentration schon relativ hohe Viskositäten aufweisen.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Eintrag zu CAS-Nr. 12141-67-2 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 10. März 2013 (JavaScript erforderlich).
  2. a b c d e Datenblatt Sodium polytungstate, purum p.a., for the preparation of heavy liquid, for sink-float analysis, ≥85% WO bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 10. März 2013 (PDF).
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. a b  Heinrich Schubert: Handbuch der Mechanischen Verfahrenstechnik. John Wiley & Sons, 2012, ISBN 352766103-4, S. 621 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. TC-Tungsten Compounds: Natriumpolywolframat/Natriummetawolframat Informationsdatenblatt