Natternbach

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Natternbach
Wappen von Natternbach
Natternbach (Österreich)
Natternbach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Grieskirchen
Kfz-Kennzeichen: GR
Fläche: 30,96 km²
Koordinaten: 48° 24′ N, 13° 45′ O48.397513.75434Koordinaten: 48° 23′ 51″ N, 13° 45′ 0″ O
Höhe: 434 m ü. A.
Einwohner: 2.359 (1. Jän. 2014)
Postleitzahl: 4723
Vorwahl: 07278
Gemeindekennziffer: 4 08 16
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Vischerstraße 1
4723 Natternbach
Website: www.natternbach.at
Politik
Bürgermeister: Josef Ruschak (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(25 Mitglieder)
8 SPÖ, 14 ÖVP, 3 FPÖ,
Lage der Marktgemeinde Natternbach im Bezirk Grieskirchen
Aistersheim Bad Schallerbach Bruck-Waasen Eschenau im Hausruckkreis Gallspach Gaspoltshofen Geboltskirchen Grieskirchen Haag am Hausruck Heiligenberg Hofkirchen an der Trattnach Kallham Kematen am Innbach Meggenhofen Michaelnbach Natternbach Neukirchen am Walde Neumarkt im Hausruckkreis Peuerbach Pollham Pötting Pram Rottenbach St. Agatha St. Georgen bei Grieskirchen St. Thomas Schlüßlberg Steegen Taufkirchen an der Trattnach Tollet Waizenkirchen Wallern an der Trattnach Weibern Wendling OberösterreichLage der Gemeinde Natternbach im Bezirk Grieskirchen (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Natternbach ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Grieskirchen im Hausruckviertel mit 2359 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Eferding.

Geografie[Bearbeiten]

Natternbach liegt auf 434 Metern Höhe im Hausruckviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 8,6 Kilometer, von West nach Ost 6,6 Kilometer. Die Gesamtfläche beträgt 30,9 km². 35,6 % der Fläche sind bewaldet, 57,9 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 40 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Au bei Ed (27)
  • Au bei Natternbach (12)
  • Baumühl (22)
  • Berndorf (66)
  • Bernrad (40)
  • Dopl (17)
  • Eck (24)
  • Ed (16)
  • Fronberg (51)
  • Gaisbuchen (103)
  • Gschaid (26)
  • Haibach (31)
  • Hairet (8)
  • Hochstraß (62)
  • Hörmating (33)
  • Hörzingerwald (43)
  • Hungberg (31)
  • Kapping (20)
  • Kirchberg (23)
  • Knotzberg (12)
  • Kreuz (46)
  • Lichtberg (15)
  • Moos (16)
  • Natternbach (1011)
  • Oberhörzing (16)
  • Obermaggau (27)
  • Obertresleinsbach (94)
  • Pfeneberg (34)
  • Pötzenau (14)
  • Pötzling (46)
  • Püret (14)
  • Reiting (34)
  • Rittberg (28)
  • Schmiedparz (60)
  • Tal (72)
  • Traunolding (30)
  • Untereck (18)
  • Unterhörzing (23)
  • Untermaggau (46)
  • Wolfgrub (10)

Die Gemeinde besteht aus der einzigen Katastralgemeinde Natternbach.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Durch einen blau-silber geteilten Wellenbalken von Silber und Rot erniedrigt geteilt; oben ein flugbereiter, schwarzer Rabe.“ Die Gemeindefarben sind Blau-Weiß-Rot.

Das 1967 verliehene Gemeindewappen beruht auf dem Wappen des einst hier ansässigen Rittergeschlechts, als Vorlage diente ein Siegelabdruck des Pernhart von Nadernpach aus dem Jahr 1300. Der Wellenbalken verweist auf den Ortsnamen.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits im 9. Jahrhundert wurde Natternbach als „Norderenbar“ schriftlich erwähnt und entstand durch einen Vertrag Otto von Norderenbars mit dem Hause Babenberg.

Zur Zeit des Oberösterreichischen Bauernkriegs spielte Natternbach eine Schlüsselrolle. In Natternbach wurde im Jänner 1625 der Dechant Blasius de Livo und der von ihm eingesetzte italienische Pfarrer von einigen Hundert Bauern mit Steinen beworfen und verjagt. Dies blieb zunächst ohne Konsequenzen brachte aber eine Reihe von Ereignissen in Gang die im Oberösterreichischem Bauernkrieg endeten. Im Mai desselben Jahres wurde auch in Frankenburg am Hausruck der katholische Pfarrer verjagt und der Pfleger der Grafschaft im Schloss Frankenburg belagert. Um weitere Aufstände im Keim zu ersticken wurde von Adam Graf von Herberstorff mit dem Frankenburger Würfelspiel ein Exempel statuieren. Doch dadurch wuchs der Zorn der protestantischen Bauern noch mehr, worauf im Mai 1626 der Bauernkrieg durch die ersten Kampfhandlungen in Lembach im Mühlkreis begann.

Gemeinsam mit anderen Ortschaften des „Dunklen Ecks“, wie Herberstorff die aufständischen Bauernortschaften nannte, stellte man eine für damalige Verhältnisse extrem starke und gleichzeitig schlagkräftige Truppe bestehend aus mehreren Hundert Bauern unter dem Kommando des Hansen Vischer bereit, um die bayerischen Truppen gemeinsam mit Truppen aus St. Agatha, Neukirchen am Walde und selbst Peuerbach aus derselben Stadt zu vertreiben. In einer ersten Schlacht gelang dies, und die Bauern erbeuteten Kanonen und moderne Waffen der bayerischen Soldaten.

Als Graf Herberstorff mit einer großen Abteilung bayerischer Berufssoldaten ausrücken wollte, um die Aufständischen noch in Peuerbach zurückzuschlagen, wurde er mitten im Marsch auf der Ledererwiese von einem Hinterhalt der Bauern überrascht. Diese kämpften zu allem entschlossen gegen Herberstorffs Elitesoldaten, den Schwarzen Reitern Münchens, sodass sich der Graf nur mit einer kleinen Truppe durch eine unkontrollierte Flucht retten konnte. Sämtliche Infanterie der Bayern blieben am Schlachtfeld zurück. Auch durch diese Schlacht erbeuteten die Bauern große Mengen an Kriegsmaterial. Als man jedoch an einer Belagerung der Landeshauptstadt Linz scheiterte, wurden alle hohen Persönlichkeiten der Bauern gefangen genommen, mit ihnen auch Hansen Vischer. Man ließ sie entscheiden zwischen Bekehrung zum Katholizismus oder dem Tod. Hansen Vischer war der einzige von ihnen, der den Tod wählte, um so sein Gesicht nicht zu verlieren.

Seit 1490 wird Natternbach dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Pfarrkirche hl. Margarita
  • Pfarrkirche hl. Margarita
Ein spätgotischer einschiffiger Sakralbau mit neugotischer Einrichtung. Das barocke Gewölbe des Langhauses stammt aus dem Ende des 18. Jahrhunderts.

Sport[Bearbeiten]

Natternbach ist seit 1955 um den Ausbau seiner Sportanlagen bemüht und kann auf viele große sportliche Erfolge verweisen. Erwähnenswert ist der Leichtathletikverein IGLA Long Life mit Obmann Hubert Lang, dem erfolgreichsten Turnlehrer Oberösterreichs und Initiator des jährlichen Silvesterlaufs Peuerbach (von 1981 bis 1996 Silvesterlauf Natternbach). Dieser Verein zählt mit zu den besten Österreichs und ist international bekannt, lediglich der LV Wien kann auf noch mehr Erfolge verweisen.

Auch der Fußballverein Natternbach machte sich einen Namen. Immer wieder kommen Nachwuchsspieler in die Landesauswahl, ein Torhüter brachte es sogar in die Nationalmannschaft und war dort sehr erfolgreich. Auch der Verein selbst war lange Zeit unerreicht im Bezirk: Man schaffte es bis in die 2. Landesliga, wo beinahe ausschließlich große Städte rangieren.

Weltberühmt wurden zwei Natternbacher, die immer wieder Europameister im Skibobfahren ihrer Klasse wurden, einer von ihnen schaffte es sogar zum mehrmaligen Weltmeister.

Mit einer großen Sportanlage und überdachten Zuschauerrängen, einem eigenen Trainingsplatz, Tennisplätzen, vorgefahrenen Langlaufloipen, einem Skilift („Liftomat 2000“ und Flutlichtern), groß angelegten Wanderwegen usw. bietet Natternbach eines der umfangreichsten sportlichen Angebote überhaupt, die man in einem Dorf mit dieser Einwohnerzahl finden kann.

Freizeitgestaltung[Bearbeiten]

Mit dem größten „Indianerspielgelände“ Österreichs, aber auch vielen Pensionen, Reiterhöfen, einem Beachvolleyballplatz und Asphaltstockplätzen ist es ein beliebter Tourismusort des Bezirks Grieskirchen.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Josef Ruschak von der ÖVP.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 2300 Einwohner, 2001 dann 2338 Einwohner.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Natternbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Herbert Erich Baumert: Die Wappen der Städte, Märkte und Gemeinden Oberösterreichs (2. Nachtrag). In: Oberösterreichische Heimatblätter, Heft 1/2, 1970, S. 62 (PDF)