NaturGut Ophoven

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Das Hauptgebäude von NaturGut Ophoven

Das NaturGut Ophoven ist ein Umweltbildungszentrum für Kinder und Erwachsene in Leverkusen. Es wurde 1984 als Natur- und Schulbiologiezentrum auf dem Gelände eines alten Gutshofes im Stadtteil Opladen gegründet.

Merkmale[Bearbeiten]

Das Gewächshaus mit Solarinstallationen

Zum NaturGut Ophoven gehört als eines der ältesten Gebäude der Stadt der Rest einer Burganlage aus dem 13. Jahrhundert. Die Anlage ist umgeben von Wald und Wiesen. Das NaturGut Ophoven ist bundesweit das erste CO²-neutrale Umweltinformationszentrum und umfasst das Kinder- und Jugendmuseum EnergieStadt und ein sechs Hektar großes Gelände mit Teichen, Wiesen und Gärten.

Tausende von Schülerinnen und Schülern sowie Kindergärten besuchen jährlich die zahlreichen Erlebnisprogramme zum Natur- und Umweltschutz, zum Klimawandel und zu erneuerbaren Energien. Das NaturGut Ophoven arbeitet nach den Grundsätzen der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Ziel der Pädagogik ist, die Teilnehmer für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur und einen gerechten Zugang aller Menschen zu unseren natürlichen Lebensgrundlagen zu sensibilisieren.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Kunstinstallation „Der Recyclist“ auf dem Gelände von NaturGut Ophoven

Im Dezember 1983 gründeten rund 20 Naturschützer den „Förderverein Natur- und Schulbiologiezentrum“. Im März 1984 übergab die Stadt Leverkusen dem „Förderverein Natur- und Schulbiologiezentrum Leverkusen e.V.“ Teile des Geländes vom Gut Ophoven zur Nutzung. Damit begann der Aufbau des Umweltzentrums durch freiwillige Naturschützer.

Das Pächterhaus und die Scheunendächer wurden als erste städtische Gebäude baubiologisch durch die Stadt Leverkusen renoviert. Unter dem Motto „Hineinfliegen und sich wohlfühlen“ wurden in die Außenmauern Vogelnistkästen gleich eingebaut.

1988 richtete der Rat der Stadt Leverkusen das Zentrum der Umweltbildung in städtischer Trägerschaft ein. Seither arbeiten die Stadt Leverkusen und der Förderverein gemeinsam mit der gleichen Zielsetzung für die Umweltbildung.

Nach und nach entstanden auf dem Gelände verschiedene Demonstrationsanlagen, Teiche, Wallhecken, Erlebnis- und Ruheplätze, ein Schulgarten und ein Bienenhaus. 1995 wurde um das Gelände herum ein Naturerlebnispfad errichtet, der die Betrachter dazu anregt, die Natur aus einer anderen Perspektive zu erleben. Die vielfältigen Erfahrungen bei der Entwicklung und Anlage dieses Pfades wurden in dem Buch „Vom Lehrpfad zum Erlebnispfad“ veröffentlicht.

Seit einigen Jahren zieren die Solarkunstwerke des Metallkünstlers Odo Rumpf das Gelände. Zwei SolarBlumen, SolarBlitze, eine SolarAllee und die Metallskulptur „Recyclist“[1], zusammengeschweißt aus alten Autobahnschildern und bestückt mit Solarzellen, stehen für eine nachhaltige Ressourcennutzung auf dem NaturGut Ophoven.

1998 begann der Umbau einer der beiden alten Scheunen. Die Außenmauern des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes wurden erhalten, im Inneren entstand die handlungsorientierte Erlebnisausstellung EnergieStadt, deren erster Teil, die EnergieStation, im Jahr 2000 von Umweltministerin Bärbel Höhn und Regierungspräsident Jürgen Roters eröffnet wurde. Zwei Jahre später folgte der Ausstellungsteil „StadtSpaß“ im Obergeschoss des Gebäudes. Das Kinder- und Jugendmuseum EnergieStadt gehört seitdem zum Bundesverband Deutscher Kinder- und Jugendmuseen und zum Verband der Erlebnismuseen am Rhein.

Ein Teil der Ausstellung im Obergeschoss wurde umgebaut, so dass im Frühjahr 2013 der neue Ausstellungsteil „Die Suche nach dem KlimaGlück“ eröffnet werden konnte. Hier eignen sich Kinder und Jugendliche Wissen über den Klimawandel in anderen Teilen der Welt an und erarbeiten miteinander Handlungswege zum Umgang mit dieser Problematik.

Das Gelände des NaturGuts Ophoven wurde 2013 zum ersten KlimaErlebnisPark in Deutschland weiterentwickelt.[2] Zahlreiche Installationen und Stationen sollen die Besucher für die Ursachen und die Folgen des Klimawandels sensibilisieren.

Kompetenzzentrum für Klimabildung[Bearbeiten]

Spielerisch Erneuerbare Energien entdecken
Erlebnisausstellung „Auf der Suche nach dem KlimaGlück“, Themenbereich Australien

Als Kompetenzzentrum für Klimabildung sind Klimaschutz und erneuerbare Energien Schwerpunkte und integraler Bestandteil der gesamten Arbeit auf dem NaturGut Ophoven. Zahlreiche Kurse im Kinder- und Jugendmuseum EnergieStadt sowie auf dem Gelände machen auf den Einfluss von Ernährung, Mobilität und Konsumverhalten auf den Klimawandel aufmerksam und geben Anregungen, wie wir nachhaltiger leben können.

An städtischen Schulen und Kindergärten organisiert das NaturGut Ophoven das Energiesparprojekt „energieLux“. Durch Aufklärungsarbeit und Aktionen sollen Schüler, Lehrer, Erzieher und Kindergartenkinder lernen, effizienter mit unseren Ressourcen umzugehen.[3]

2013 erscheint das bundesweit erste Handbuch für Erzieherinnen und Erzieher zum Thema Klimaschutz. Der Leitfaden „Klimaschutz im Kindergarten“ gibt Tipps und Informationen zur Behandlung dieses wichtigen Themas bereits im Kindergarten.

Neben der pädagogischen Arbeit führen der Förderverein NaturGut Ophoven, der BUND und der NABU seit 2008 außerdem die Kampagne „Klimaschutz – Jeder, jeden Tag“ durch. Die Informations- und Öffentlichkeitskampagne in Leverkusen und Köln bringt mit Bannern, Fahnen und vielfältigen Presseveranstaltungen Bürgern die Wichtigkeit des Klimaschutzes nahe. Es gibt zahlreiche Aktivitäten, viele Tipps und Anregungen, wie im täglichen Leben das Klima geschützt werden kann.

Im Rahmen der Klimaschutz-Kampagne organisiert das NaturGut Ophoven jährlich gemeinsam mit der Stadt Leverkusen, der Wirtschaftförderung Leverkusen, der örtlichen IHK, der Kreishandwerkerschaft und großen Partnerunternehmen eine Technologiemesse für Leverkusener Unternehmer, um auf energieeffiziente Verfahren und Technologien aufmerksam zu machen.

Das NaturGut Ophoven arbeitet mit vielen Partnern zusammen, u. a. der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltschutz ANU, dem NABU-Leverkusen, dem BUND-Leverkusen und der NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln, deren Büro auch in einem der Gebäudeteile des NaturGuts untergebracht ist.

Bildungsprojekte[Bearbeiten]

Natur erleben

Im Laufe der Jahre hat das NaturGut Ophoven zahlreiche regionale, aber auch internationale Projekte durchgeführt und sich an deutschlandweiten Kampagnen beteiligt. Einige Beispiele:

Seit 2006 nimmt das NaturGut Ophoven an der nationalen BioBrotbox-Kampagne. Jedes Jahr erhalten alle i-Dötzchen in Leverkusen und im Rheinisch-Bergischen Kreis bei ihrer Einschulung eine Brotbox mit gesundem Inhalt. Mit dieser Aktion sollen die Eltern angeregt werden, ihren Kindern ein (gesundes) Schulfrühstück mitzugeben. Die Kinder lernen dabei, dass ein Schokoriegel nicht unbedingt ein Vollkornbrot und Obst ersetzen kann.[4]

„Kreuzfahrt Familie“ war ein Projekt, in dem einkommensschwache Familien gemeinsam eine Ferienwoche auf dem NaturGut Ophoven genießen können. Die gemeinsame Zeit soll ihnen ermöglichen, Werte- und Erziehungsvorstellungen zu klären und so für den Erziehungsalltag gestärkt zu werden. Dabei gibt es viele gemeinsame Erlebnisse und viel Spaß.

Die Ergebnisse des zweijährigen Forschungsprojekts „Wir erleben Energie“ war die Ausgangsbasis für ein umfangreiches Praxishandbuch. Dieses 2007 erschienene Buch „Ein Königreich für die Zukunft – Energie erleben durch das Kindergartenjahr“ gibt Erzieher/innen und Lehrer/innen die theoretischen Grundlagen und praxisorientierte Anleitungen, um das Thema „Energie erleben“ schon Kindergartenkindern anschaulich zu vermitteln.

Mit dem zweijährigen Projekt im Rahmen der Regionale 2010 „:wasser verbindet – Alles im Fluss“ wurde das Thema Wasser als verbindendes und kommunikatives, regionales Element in den Blickpunkt gerückt.

Das Triangel-Projekt hatte das Ziel Europas Kinder fit zu machen für die Zukunft und Bürger aktiv in den bewussten Umgang mit Energie einbeziehen. Seit Mai 2007 arbeiten die Partnerstädte Leverkusen (Deutschland), Villeneuve d’Ascq (Frankreich) und Ratibor/Raciborz (Polen) auf dem Gebiet des Klimaschutzes erstmals zusammen um den bewussten Umgang mit Energie im Kindergarten voranzubringen.[5]

Das Europaprojekt Inspire half mit den Unterricht an Schulen zu optimieren, indem es die Nutzung von außerschulischen Lernorten, insbesondere in den Bereichen erneuerbare Energien und Klimawandel, weiterentwickelte.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

1997 wurde das NaturGut als weltweites Projekt der Weltausstellung EXPO 2000 registriert. Ein Jahr später wurde es Preissieger im Landeswettbewerb „Nachhaltige Stadtentwicklungsprojekte“. 2003 folgte die Auszeichnung des Landes NRW „best practice“ – als beispielhaftes zukunftsweisendes Projekt.

Im Dezember 2010 wurde das NaturGut Ophoven mit dem Ehrenpreis „Klimaschutz Aktiv NRW“ vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz ausgezeichnet. Dieser Preis wurde in diesem Jahr erstmals an eine Organisation für herausragende Bildungsaktivitäten im Klimaschutz in NRW verliehen.

2012 war das Leverkusener Umweltbildungszentrum als Klimakompetenzzentrum einer von 365 ausgewählten Orten der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“.

Die Auszeichnung durch das Nationalkomitee der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung als „Anerkanntes Dekade-Projekt" für die Jahre 2006/2007 wurde für 2008/2009 und 2010/2011 erneuert. 2013 erfolgte die Ernennung zur offiziellen Maßnahme der UN-Dekade. Das NaturGut ist das erste Umweltbildungszentrum in Deutschland, das diese Auszeichnung erhielt. Dekade-Maßnahmen setzen Maßstäbe im Bereich der Umweltbildung und dem Eine-Welt-Gedanken und sollen einen dauerhaften strukturellen Beitrag zur nationalen Verankerung von Bildung für Nachhaltige Entwicklung im deutschen Bildungswesen leisten.

Gäste[Bearbeiten]

Der steigende Bekanntheitsgrad des NaturGuts bescherte ihm zunehmende Anerkennung. Kommunalpolitiker sind häufig zu Besuch, daneben auch Landes- und Bundespolitiker wie Frau Dr. Angela Merkel in ihrer damaligen Funktion als Bundes-Umweltministerin und der amtierende Bundesumweltminister Peter Altmaier[6]. Ebenso die NRW-Schulministerinnen, der ehemalige NRW-Umweltminister Klaus Matthiesen, Bärbel Höhn, Jürgen Rüttgers und Eckhard Uhlenberg[7] sowie die NRW-Minister für Umwelt Johannes Remmel und Svenja Schulze[8]. Johannes Rau besuchte das NaturGut 1996 als Ministerpräsident und 2002 noch einmal als Bundespräsident. Unter den ausländischen Besuchergruppen finden sich auch immer wieder Gäste aus China, Japan oder Korea.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: NaturGut Ophoven – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Solarkunstwerk für Naturgut Ophoven
  2. NRW Umweltminister Johannes Remmel eröffnet KlimaErlebnisPark
  3. energieLux: Erste Prämienausschüttung an Leverkusener Schulen und Kitas
  4. Gesundes Frühstück für ABC-Schützen
  5. Oberbürgermeister und Bürgermeister gratulieren vor Ort
  6. Bundesumweltminister Peter Altmaier besucht das NaturGut Ophoven
  7. NRW-Umweltminister Uhlenberg besuchte das NaturGut zum 25. Jubiläum
  8. Gut Ophoven ausgezeichnet


51.070257.0131388888889Koordinaten: 51° 4′ 13″ N, 7° 0′ 47″ O