Naturgegenstand

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Der Ausdruck Naturgegenstand, Naturobjekt oder Naturding (lat. res naturae) wird bisweilen in der Epistemologie oder Ontologie verwendet zur Bezeichnung eines konkreten materiellen Objektes.

Dabei können u.a. folgende Näherbestimmungen durch Abgrenzungen zu Gegenbegriffen vorliegen:

  • "Naturgegenstand" im Gegensatz zu Kunstprodukt bzw. Artefakt, also zu einem Objekt, das nicht in der Natur vorliegt, sondern erst durch Anwendung von Kultur bzw. Technik hervorgebracht wird.[1]
  • "Naturgegenstand" im Gegensatz zu Erkenntnisgegenstand, der ein Ding bezeichnet, insofern es seinem Wesen nach durch den Verstand erkannt bzw. klassifiziert wird.[2]
  • "Naturgegenstand" als Gegenbegriff zu nicht naturalistisch bzw. nicht naturwissenschaftlich beschreibbaren Gegenständen, ggf. verbunden mit einer Abgrenzung von Natur als Bereich materieller Objekte von Mentalem, sofern Materie und Geist als sich ausschließende ontologische Kategorien verstanden werden.[3]
  • "Naturgegenstand" als Gegenbegriff zu gedanklichen Konstrukten, fiktiven Objekten[4], Chimären[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. etwa K.-H. Bernhardt: Art. Bild, in: Biblisch-historisches Handwörterbuch, Bd. 1, S. 250. So unterscheidet schon Aristoteles, Physik II, 1 192b ff.; Chrysippos, SVF 2, 308, 11ff., hier nach A. Reckermann: Art. Kunst, Kunstwerk, in: HWPh, Bd. 4, S. 1366. Derartiger Wortgebrauch auch etwa bei Karl Marx: Einleitung [zur Kritik der politischen Ökonomie], in: Marx/Engels: Ausgewählte Werke, MEW Bd. 13, S. 623: "ein Haus, das nicht bewohnt wird, ist in fact kein wirkliches Haus; also als Produkt, im Unterschied von bloßem Naturgegenstand, bewährt sich, wird das Produkt erst in der Konsumtion." Oder: Ders.: Das Kapital, MEW Bd. 23, S. 217: "Der Mensch selbst, als bloßes Dasein von Arbeitskraft betrachtet, ist ein Naturgegenstand, ein Ding".
  2. Vgl. z.B. Burkhard Mojsisch: Der neue Begriff des Bewusstseins, Aristoteles-Rezeption und Aristoteles-Transformation im 13. Jahrhundert, in: Dirk Ansorge et al. (Hgg.): Wegmarken europäischer Zivilisation, Wallstein 2001, S. 135-147, hier 140-142. Mojsisch hat die dort dargebotene Analyse insb. in mehreren Studien zu Dietrich von Freibergs Epistemologie vertieft. Vgl. etwa auch Nicolai Hartmanns These, dass ein Naturgegenstand nie vollständig empirisch erkannt wird, in: Grundzüge einer Metaphysik der Erkenntnis, de Gruyter, Berlin 5. A. 1965, S. 280.
  3. Vgl. etwa T. Borsche: Art. Leib, Körper, in: HWPh, Bd. 5, S. 178; R. Specht: Art. Nisus, in: HWPh, Bd. 6, S. 866. Friedrich Jaeger: Handbuch der Kulturwissenschaften: Themen und Tendenzen', Bd. 3, Metzler, Stuttgart 2004, S. 179.
  4. Vgl. etwa die Entgegensetzung bei David Hume: Untersuchung in Betreff des menschlichen Verstandes, Berlin 1869, S. 18: "Der Dichter kann selbst mit den glänzendsten Farben seiner Kunst einen Naturgegenstand nicht so ausmalen, dass man seine Beschreibung für eine wirkliche Landschaft hält."
  5. Vgl. etwa die Entgegensetzung bei Johann Gottlieb Gerhard Buhle: Geschichte der neuern Philosophie seit der Epoche der Wiederherstellung der Wissenschaften, Band 3, Teil 2, J. G. Rosenbusch, Göttingen 1802, S. 580.