Naturhistorisches Museum Basel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hauptfassade des Museums, 2008

Das Naturhistorische Museum Basel Archive des Lebens ist ein Naturkundemuseum in Basel. Es wurde 1821 gegründet und befindet sich seit 1849 im damals eröffneten Museum an der Augustinergasse. Es deckt die meisten Bereiche der Naturwissenschaften ab. Sein Auftrag ist das Erweitern, Bewahren, Erforschen, Dokumentieren und Vermitteln der naturwissenschaftlichen Sammlungen.

Ausstellungen[Bearbeiten]

Auf einer Fläche von über 3'000 m2 zeigt das Museum Dauerausstellungen zu verschiedenen Themen: Fink & Star (Vögel der Schweiz); Bär & Luchs (Säugetiere der Schweiz); Gold & Rubin (Mineralien der Welt); Pyrit & Bergkristall (Mineralien der Schweiz & der Region Basel); Höhlenbär (Aus dem Jura); Ammonit & Donnerkeil (Versteinerungen der Region Basel); Feuer & Wasser (Dynamik der Erde); Dino & Saurier (Dinosaurier & ihre Umwelt); Mammut & Säbelzahntiger (Geschichte der Säugetiere); Tintenfisch & Schmetterling (Wirbellose Tiere); Fisch & Frosch (Fische, Reptilien & Amphibien der Schweiz); Kolibri & Kakadu (Vögel der Welt); Quagga & Dodo (Bedroht & Ausgestorben); Grottenolm & Fledermaus (Höhlenwelt)

Es werden Tiere aus der Region wie auch exotische Exemplare präsentiert. Im Dinosauriersaal erhält man einen Rückblick in die Urzeit mit Modellen ausgestorbener Tiere bzw. Fossilien und kann diverse Mineralien entdecken. Unter Lupen und Mikroskopen können auch Kleinstlebewesen sichtbar gemacht werden.

Sonderausstellungen, die naturwissenschaftliche Fragestellungen in einen zeitgemäßen, aktuellen Kontext stellen, ergänzen die Dauerausstellung, so zum Beispiel mit dem Thema «Tiefsee» (2007/2008), «Animatus» (fiktiver Knochenbau von Zeichentrickfiguren, 2008), «Die Fliegen» (2008/2009).

Im Museum finden viele Veranstaltungen, Führungen, Exkursionen und Sonderausstellungen statt. Man kann auch lebende Tiere beobachten: Honigbienen und eine Kolonie von Blattschneiderameisen.

Sammlungen[Bearbeiten]

Das Museum wurde 1821 gegründet, doch gehen die ältesten Sammlungen auf das Amerbachkabinett zurück. Dabei handelt es sich um eine Wunderkammer des 16. Jahrhunderts, die Stadt und Universität Basel 1661 erwarben und der Öffentlichkeit zugänglich machten.

Heute beherbergt das Naturhistorische Museum Basel über 7,7 Millionen Objekte, die laufend erweitert und unter dem Titel «Archive des Lebens» geführt werden. Das Museum beherbergt zum Teil weltweit berühmte und einzigartige Schwerpunktsammlungen.

  • Fossile Wirbeltiere ca. 600'000 Objekte
  • Fossile Wirbellose ca. 3'280'000 Objekte
  • Anthropologie ca. 10'000 Objekte
  • Insekten ca. 1'750'000 Objekte
  • Käfer (Sammlung Frey) ca. 1'675'000 Objekte
  • Mineralogie ca. 125'000 Objekte
  • Zoologie ca. 292'000 Objekte

Forschung[Bearbeiten]

Rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Naturhistorischen Museums sind an anthropologischen, klassischen biowissenschaftlichen und paläontologischen Forschungsprojekten beteiligt die national und international vernetzt sind. In der Anthropologie werden die Lebensbedingungen und die Krankheitsgeschichte von Menschen untersucht deren Skelette man bei verschiedenen Grabungen in der Stadt Basel gefunden hat (z.B. alter Spitalfriedhof St. Johann).[1] In der biowissenschaftlichen Forschung liegt der Forschungsschwerpunkt in der Systematik, der Ökologie und der Naturschutzbiologie.[2] Basis für systematische Arbeiten ist meist die eigene umfangreiche Sammlung die auch externen Forschern für ihre Untersuchungen dient. In der paläontologischen Forschung werden unter anderem Saurierspuren in Mexico[3], Wirbellose Tiere in Meeressedimenten und die dreidimensionale Abbildung von Mikrofossilien [4] untersucht.

Gebäude[Bearbeiten]

Das ausgesprochen monumentale Gebäude wurde vom Architekten Melchior Berri als Museums- und Universitätsgebäude in den Jahren 1842−1849 erbaut. Berri erhielt für diesen Bau, der als sein Hauptwerk gilt, die Ehrendoktorwürden der Universität Basel. Dieses Gebäude ist ein sehr frühes Beispiel eines bürgerlichen Museums. Mit seiner Kombination von Ausstellungsräumen, Bibliothek und Hörsaal hat es in der Schweiz keine Vorläufer. Im Eingangsbereich sind drei Fresken von Arnold Böcklin zu sehen.[5]

Leitung[Bearbeiten]

(derzeit September 2013): Christian A. Meyer

Quellen[Bearbeiten]

  1. Naturhistorisches Museum Basel, Projekt Sterbealterschätzung - The Basel Project, Stand 9. Dezember 2009
  2. Naturhistorisches Museum Basel, Forschung Biowissenschaften, Stand 9. Dezember 2009
  3. Naturhistorisches Museum Basel, Projekt Dinosaurierspuren Mexiko, Stand 9. Dezember 2009
  4. Naturhistorisches Museum Basel, Projekt AMOR, Stand 9. Dezember 2009
  5. Dorothee Huber: Architekturführer Basel, Die Baugeschichte der Stadt und ihrer Umgebung. Architekturmuseum Basel, Basel 1993 S. 112 ff.

Weblinks[Bearbeiten]

47.5576333333337.5905111111111Koordinaten: 47° 33′ 27″ N, 7° 35′ 26″ O; CH1903: 611432 / 267447