Naturpark Kopački rit

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Naturpark Kopački rit
Kopacsiret.jpg
Naturpark Kopački rit (Kroatien)
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45.6318.89Koordinaten: 45° 37′ 48″ N, 18° 53′ 24″ O
Lage: Osijek-Baranja, Kroatien
Besonderheit: vielfältige Flora und Fauna
Nächste Stadt: Osijek
Fläche: 177 km²
Besucher: unbekannt
Adresse: www.kopacki-rit.com
Šandora Petefija 5
HR-31 000 Bilje
i3i6

Der Naturpark Kopački rit liegt im Osten Kroatiens und befindet sich in der Nähe der Stadt Osijek, unweit der Draumündung. Zu diesem Gebiet gehören auch mehrere Flussarme und Seen in der Nähe der Donau. Es ist eines der größten und wichtigsten erhaltenen Sumpfgebiete in Europa. Das Gebiet grenzt an den ungarischen Nationalpark Duna-Dráva und einen Teil eines Naturschutzgebietes in Serbien. Kopački rit ist also ein Feuchtbiotop, das sich über drei Länder erstreckt.

Allgemeine Daten und Schutz[Bearbeiten]

  • 1967: ist ein Teil des Gebietes unter Schutz gestellt worden: „Narodne novine“ 45/67. (1967. P.Z. br. 228.)
    • Die Fläche des Schutzgebiets beträgt 23.230 ha, davon 7.700 ha spezifisch zoologisches Reservat. Dieses Reservat steht unter strengem Schutz.
  • 1989: entspricht das Gebiet den „Wichtigen Vogellebensräumen“ (IBA) gestellten Forderungen: A1, A4i, A4iii, B1iii, B2, C1, C2, C4, C6, N.
  • 1993: gehört das Feuchtgebiet zu den Ramsar-Konvention.
  • 1999: hat man den Naturpark Kopački rit für die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes nominiert.
  • 2008: ein wichtiger Punkt des Natura 2000-Netzes.
  • Nachbarsiedlungen: Bilje, Kopačevo, Podunavlje, Vardarac, Grabovac, Suza, Zlatna Greda, Batina.
  • Die Koordinaten des Mittelpunkt des Gebietes: 45°32’ und 45°47’

Das Gebiet[Bearbeiten]

An diesem Punkt mündet die Drau in den Donau. Bei größeren Überschwemmungen werden große Flächen vom Wasser überflutet, wodurch wichtige Lebens- und vor allem Fortpflanzungsgebiete für viele Fischarten entstehen. Die Überschwemmungen machen das Gebiet zu einem der wichtigsten Fortpflanzungsgebiete für Fische in Europa. Das Erscheinungsbild des Gebiets verändert sich in Abhängigkeit von der Dynamik der Überschwemmungen.

  • Höhe über Meeresspiegel: 78-86 m.
  • Das Klima fällt zwischen Mitteleuropäisch und Pannon kontinental. Nach der Klassifizierung von Köppen: Cfwbx. Es werden die Durchschnittsdaten von den Messungen von Osijek und Brestovac-Bilje berechnet, so ist die Jahresdurchschnittstemperatur 10,7 °C, die Sommerdurchschnittstemperatur 21,6 °C, der Januardurchschnittstemperatur −1,4 °C.
  • Niederschlag: 649 mm/Jahr.
  • Boden: Sumpfboden, Staub, Ton, Torf, Feinsand. Hydro-morphologisch betrachtet Bodensatz und Ablagerungen aus dem Pleistozän und Holozän. Für den Donauabschnitt ist der Pleistozän Kalk-Schotter (glina, silt) charakteristisch. Seismotektonisch ist es ein sehr aktives Gebiet.
  • Das Hydrologische Netz hat folgende Teile: Hulovo als natürlicher Kanal, Čonakut, Novi Kanal, Renovo oder Pusta fok, Nađhat, Vemeljski und Dunavas natürliche Kanäle so wie die Kopačko-, Bijelo- und Sakadaško Teiche.

Vegetation[Bearbeiten]

Überschwemmung im spezifisch zoologischen Reservat

An der Donau entlang liegen Silber-Weiden Auenwälder (Galio-Salicetum albae, Salici-Populetum nigrae) und Sumpfgebiete. Die Weichholzwälder an der Mündung der Drau stellen das Kerngebiet des speziell geschützten Reservates dar. Nordwärts liegen beim Tikveš Schloss Hartholzwälder (Genisto elatae-Quercetum roboris, Carpino betuli-Quercetum roboris). Eschen-Flatterulmenwälder (Fraxino-Ulmetum laevis) haben gleich drei Varianten:

  • 1. Ulmeto-Fraxinetum typicum, prov. Jov. 1968.,
  • 2. Ulmeto-Fraxinetum quercetosum, prov. Jov. 1968.,
  • 3. Ulmeto-Fraxinetum populetosum, prov. Jov. 1968.

Weitere charakteristische Pflanzengesellschaften: Hoch-Riedgras (Magnocaricetum), Schilf (Phraghitetum communus), außerdem „Scirpetum lacustris”, „Scirpes lacustris”, „Typha latifolia”, „Roripa amphibia”, „Nymphaeo-nupharetum”; mit weise Seerose (Nymphaea albae) und Teichrose (Nuhar luteum) und Wasserpflanzengesellschaften; „Lemno-Spirodeletum polyrhizae”, „Spirodelo-Salvinietum”, „Riccietum fluitantis”, „Lemno-Utricularietum”, „Lemnetum Trisulcae”, „Wolffietum arhizae”, „Lemno-Azolletum”, „Potamogetonetum lucentis”, „Potamogetonetum graminei”, „Potamogetonetum graminei”, „Hottonietum palustris”, „Nymphoidetum peltatae”, „Trapetum natantis”, „Potameto-Ranunculetum circinati”, „Nymphoido-Hippuridetum”, „Eleocharetum acicularis”, „Nanocyperion”, „Scirpo-Phragmetetum”, „Caricetum elatae”, „Caricetum vesicariae”, „Caricetum gracilis”.

Nitrofil-frekvente Pflanzengesellschaften; „Lolio-Plantaginetum”, „Sclerochloo-Polygonetum avicularis”, „Descurainietum sophiae”, „Echio-Melilotetum”, „Polygono-Bidentetum”, „Ranunculetum scelerati”, „Alopecuretum aequalis”.

Es gibt mehr als 40 Pflanzengesellschaften in dem Naturpark Kopački rit.

Im Kroatien kommt nur hier der Laxmanns Rohrkolben (Typha laxmannii Lepech.) und der Zypergras-Segge (Carex bohemica Schreb.) vor.

Tierwelt[Bearbeiten]

Dank der herrschenden speziellen morphologischen und hydrologischen Verhältnisse hat sich eine sehr vielfältige Pflanzenwelt entwickelt, und diese enthält eine genauso vielfältige Tierwelt.

Ein interessantes wirbelloses Tier ist die Kopatscher Flussmuschel (Unio tumidus kopaciensis), die eine endemische Art des Naturparks ist. Sie unterscheiden sich durch ihre größeren Maßen von der normalen Flussmuschel. Die Muscheln spielen eine sehr wichtige Rolle. Sie sind nicht nur Nahrungsquelle für viele Vögel, sondern werden auch von dem Schneiderkarpfen (Rhodeus sericeus amarus) zur Eiablage benutzt und dienen als Wiege für die Eier und den Abkömmlingen.

Insekten[Bearbeiten]

Die Insektenwelt des Naturpark Kopački rit ist sehr reich, doch ist sie noch kaum erforscht. Allbekannt ist der Hirschkäfer (Lucanus cervus). Nach heutigen Kenntnissen sind 85 Käferarten, mehr als 40 Libellenarten, 35 Tagfalter, 60 Nachtfalter, 21 Arten von Mücken und mehr als 30 Bremsenarten bekannt. Die Larven der Libellen (Anisoptera) entwickeln sich in den Bächen, Flüssen und Seen. Aus diesem Grund sind sie in der Nähe von Süßwasser zu beobachten. In ganz Kroatien kommen mehr als 70 Arten vor. Sie sind voneinander unterschiedlich bunt, oft in sehr intensiven Farben zu sehen.

Fische[Bearbeiten]

In dem Naturpark kommen 44 Fischarten vor. Aber aus dem ganzen Gebiet hat man 55 Arte aufgezeichnet.

Lurche und Reptilien[Bearbeiten]

Man hat 11 Lurche und 10 Reptilien zusammengezählt. Den Lurchen ist es ein optimaler Lebensraum, mit einem Mosaik von Wasser- und Trockengebieten für die Fortpflanzung und Überwinterung. Die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) ist auch sehr häufig.

Vögel[Bearbeiten]

Der Naturpark ist in erster Linie durch seine reiche Vogelwelt bekannt. Es kommen 296 Vogelarten auf dem Gebiet vor (2009). Es brüten über 40 Seeadler (Haliaeetus albicilla) Paare, 18-20 Paare Schwarzstorche (Ciconia nigra), 4-5 Paare Sakerfalke (Falco cherrug). 40 Paare Seidenreiher (Egretta garzetta), 100 Paare von Graugänsen (Anser anser), über 100 Paare von Moorenten (Aythya nyroca), um die 900 Paare Graureiher (Ardea cinerea). Für die Zugvögel ist die Kopatscher Aue eine sehr wichtige Erholungs-, Überwinterungs- und/oder Nahrungshaltestelle. Während des Vogelzuges ist es keine Seltenheit, über 30-35 tausend Gänsevögel (Anseriformes) an einer Stelle zu sehen, und eine Armee von über tausend Löffler (Platalea leucorodia). Die mittlerweile verbreiteten Kormorane (Phalacrocorax carbo) haben einen Kolonie von über 1500 Nestern in dem zoologischen Reservat. Auch der Kiebitz (Vanellus vanellus) kommt in großen Mengen vor. Nicht nur die Purpurreiher (Ardea purpurea), Silberreiher (Egretta alba) oder der Seidenreiher (Egretta garzetta) fühlen sich in dem Naturpark wohl. Auch die Nachtreiher (Nycticorax nycticorax) kommen im Überfluss mit 400 Brutpaaren vor. Auch der Wachtelkönig (Crex crex) brütet hier und der Brauner Sichler (Plegadis falcinellus) hatte auch schon Brutversuche gezeigt. Von den Lachmöwen (Larus ridibundus), Weißbart-Seeschwalben (Chlidonias hybrida), Trauerseeschwalben (Chlidonias nigra) und Fluss-Seeschwalben (Sterna hirundo) sind immer wieder welche zu beobachten.

  • Nationalpark Duna-Dráva in Ungarn
  • Naturpark Kopački rit in Kroatien
  • Gornje Podunavlje in Serbien (Oberer Abschnitt der Donau)

Die Verwirklichung eines über die Staatsgrenzen reichenden komplexen und wirksamen Naturschutzes würde das Gebiet zu Europas einzigartigem Feuchtland-Schatz machen.

Säugetiere[Bearbeiten]

Einst waren 55 Säugetierarten auf dem Gebiet vorhanden, das sind mehr als 50 % der Säugetierarten Kroatiens. Heute kann man den Ziesel (Citellus citellus), die Hausratte (Rattus rattus) oder den Wolf (Canis lupus) von der Liste streichen. Der Goldschakal (Canis aureus) und der Europäischer Biber (Castor fiber) sind aber nun wieder nach einiger Zeit anzutreffen.

Von der Schutzliste der IUCN kommen hier 10 Arten (20,41 %) vor; unter anderem die Wimperfledermaus (Myotis emarginatus), die Teichfledermaus (Myotis dasycneme) oder der Otter (Lutra lutra). Außerdem sind noch die Große Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum), die Eichhörnchen (Sciurus vulgaris), das Zwergmaus (Micromys minutus), das Haselmaus (Muscardinus avellanarius) oder der Siebenschläfer (Myoxus glis) häufig zu beobachten.

Von den Fledermäusen gibt es 12 Arten. Am seltensten sind die Kleine Bartfledermaus (Myotis mystacinus).

Die Wildkatze (Felis silvestris) kommt in guter genetischer Qualität vor. Man kann noch den Dachs (Meles meles), dem Steinmarder (Martes foina), dem Baummarder (Martes martes), dem Iltisse (Mustela putorius), dem Mauswiesel (Mustela nivalis) und dem Rotfuchs (Vulpes vulpes) begegnen.

Nicht nur für die Vogelwelt ist die Kopatscher Aue berühmt. Auch die Rothirschpopulation (Cervus elaphus) ist hochwertig. Interessant ist, dass das Geweih sehr vielfältig ist, vermutlich weil sie aus großen Bezirken hier her zum Futtern und Paaren kommen. Das Wildschwein (Sus scrofa) ist der größte Allesfresser in dem Naturpark.

Die Bisamratte (Ondatra zibethicus) kommt an den Kanälen vor und man hat auch schon Biberratten (Myocastor coypus) bei den Fischteichen gesehen. Letztere sind vielleicht ursprünglich Flüchtlinge aus einem Zoo gewesen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Kopački rit : pregled istraživanja i bibiliografija; Melita Mihaljević i suradnici po područjima: Darko Getz, Zdenko Tadić, Branka Živanović, Dragica Gucunski, Jasenka Topić, Irma Kalinović, Jozsef Mikuska. Zagreb - Osijek : Hrvatska akademija znanosti i umjetnosti, Zavod za znanstveni rad u Osijeku, 1999. ISBN 953-154-343-7
  • KOPAČKI RIT, PARK PRIRODE - ekološki turistički vodič (2003): BARBAT, ZAGREB
  • GLASNIK, Javne ustanove „Park Prirode Kopački Rit”, broj 1, 2005./2006.
  • NIKOLIĆ, T. & TOPIĆ J. (2005): Crvena knjiga vaskularne flore Hrvatske. Ministarstvo Kulture, Državni zavod za zaštitu prirode, Zagreb, siječanj.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Naturpark Kopački rit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien