Navajo Generating Station

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Navajo Generating Station
Navajo Generating Station (2005)
Navajo Generating Station (2005)
Lage
Navajo Generating Station (Arizona)
Navajo Generating Station
Koordinaten 36° 54′ 12″ N, 111° 23′ 25″ W36.903333-111.390278Koordinaten: 36° 54′ 12″ N, 111° 23′ 25″ W
Land USA
Daten
Primärenergie Fossile Energie
Brennstoff Kohle
Leistung 2.250 MW
Typ Thermisches Kraftwerk
Eigentümer U.S. Bureau of Reclamation (24,3 %)
Salt River Project (21,7 %)
Los Angeles Dept. of Water and Power (21,2 %)
Arizona Public Service (14,0 %)
NV Energy (11,3 %)
Tucson Electric Power (7,5 %)
Betreiber Salt River Project
Betriebsaufnahme 1974,1975,1976
Website Navajo Generation Station auf srpnet.com
Colorado Fluss und Kohlekraftwerk

Die Navajo Generating Station ist ein Kohlekraftwerk mit einer Leistung von 2.250 Megawatt, welches in der Navajo Nation Reservation in der Nähe der Ortschaft Page im Bundesstaat Arizona, USA, liegt.[1] Es versorgt Kunden in Arizona, Nevada und Kalifornien mit Strom. Zudem wird die Energie genutzt, um jährlich eine Menge von 1,85 Mrd. Liter Wasser aus dem Colorado River für das Central Arizona Project nach Zentral- und Südarizona zu pumpen.

Geschichte des Kraftwerks[Bearbeiten]

In den 1950er und 1960er Jahren entstand im Südwesten der USA durch die wachsende Bevölkerungszahl in den Bundesstaaten Kalifornien, Arizona und Nevada der Bedarf für neue Kraftwerke. Zudem benötigte das US Bureau of Reclamation eine große Energiequelle für den Betrieb der Pumpen für das geplante Central Arizona Project (CAP).

Zu Anfang wurden verschiedene Projekte zur Stromerzeugung in Betracht gezogen. Hierzu gehörten insbesondere Pläne zum Bau der Staudämme Bridge Canyon und Marble Canyon am Colorado. Aufgrund der Nähe der Dämme zum Grand Canyon wurde jedoch Widerstand geleistet, zuerst vom National Park Service, und dann deutlich energischer durch eine Koalition verschiedener Umweltgruppen, die den Bau eines thermischen oder eines Atomkraftwerkes als Alternative vorschlugen.[2] In der Folge wurde der Vorschlag zum Bau der Staudämme zurückgezogen und durch das Navajo Power Project ersetzt. Dieses besteht aus der Navajo Generation Station, einer Kohlegrube bei Kayenta, der Bahngesellschaft Black Mesa and Lake Powell Railroad, die Grube und Kraftwerk verbindet sowie einer ca. 1.300 km langen 500-kV-Hochspannungsleitung.

Der ausgewählte Standort liegt ca. 10 km östlich des Glen-Canyon-Staudamm und ungefähr 5 km südlich des Lake Powell in unmittelbarer Nähe zum Lower Antelope Canyon auf einer Fläche von 7,23 km², die von der Navajo Nation gepachtet wurde. Standortfaktoren waren in erster Linie das verfügbare Wasser für die Kühlung sowie die relative Nähe zur Kohlegrube. Die Ortschaft Page und der U.S. Highway 89 boten zudem eine bereits existierende Infrastruktur, die eine Grundlage für den Bau und den Betrieb des Projektes bot. Die Aufträge für Planung und Realisierung des Kraftwerkes wurden an die Bechtel Corporation vergeben, die Arbeiten begannen im April 1970.[3] Die Kraftwerksblöcke 1, 2 und 3 wurden in den Jahren 1974, 1975 und 1976 zu einem Gesamtpreis von ca. 650 Millionen US-Dollar fertiggestellt.

Zwischen 1977 und 1990 wurden auf Basis der Ergänzung des Clean Air Act für den Schutz der Sichtverhältnisse in Nationalparks von der Environmental Protection Agency (EPA), dem Salt River Project und anderen Dienststellen verschiedene Studien über die möglichen Auswirkungen der Emissionen der Navajo Generating Station auf schützenswerte Gebiete erstellt.

Die Studien fanden ihren Höhepunkt mit dem Winter Haze Intensive Tracer Experiment (WHITEX) und der Navajo Generating Station Visibility Studie (NGSVS). Diese Studien lieferten das Ergebnis, dass die Kontrolle und Reduzierung des Schwefeldioxid-Ausstoßes die winterlichen Sichtverhältnisse im Grand Canyon zwischen 2 % und 7 % verbessern könnte. Darauf hin erließ die EPA Vorschriften, die eine Reduzierung des Ausstoßes um 70 % verlangten. Die Betreiber und Umweltschützer handelten jedoch eine Vorgehensweise aus, die einen noch höheren Grad an Umweltschutz mit niedrigeren Kosten verbinden konnte. Es wurde vereinbart, dass im Jahresdurchschnitt der Ausstoß von Schwefeldioxid bis zum Jahre 1999 um 90 % gesenkt werden sollte. Die EPA akzeptierte diesen Vorschlag und passte ihre Vorschriften entsprechend an.[4] Das Kraftwerk wurde mit Rauchgasentschwefelungsanlagen ausgestattet, deren Planung durch die Firma Stone & Webster 1994 begann und die für die Blöcke 3, 2 und 1 in den Jahren 1997, 1998 und 1999 fertiggestellt wurden.[5] Die Gesamtkosten für die Reinigungsanlage lagen bei ungefähr 420 Mio. US-Dollar.

Aufgrund einer 2007 durchgeführten Untersuchung zur Belastung durch Stickoxide wurde der Clean Air Act um weitere Vorschriften ergänzt. Die Studie empfahl neue Feuerungstechniken mit niedrigem Stickoxid-Ausstoß.[6] In der Folge wurden die Blöcke 3, 2 und 1 der Jahre 2009, 2010 und 2011 mit entsprechenden Verbrennungssystemen ausgerüstet. Hierzu war jeweils eine achtwöchige Betriebspause in den Monaten Februar und März der jeweiligen Jahre notwendig.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Existing Electric Generating Units in the United States, 2008. Energy Information Administration, U.S. Department of Energy. 2008. Abgerufen am 11. November 2011.
  2. Jennifer E. Zuniga: The Central Arizona Project (PDF; 128 kB) In: Bureau of Reclamation History Program. U.S. Bureau of Reclamation. 2000. Abgerufen am 1. Juni 2011.
  3. Chapter I. Introduction and History of the Navajo Project. In: Environmental Planning for the Navajo Generating Station Status Report, Prepared by Bechtel Corporation, The Navajo Project 1970, S. 1 - 3.
  4. Mike Sundblom, Arizona Department of Environmental Quality: RA BART (Reasonably Attributable Best Available Retrofit Technology) Case Study, Navajo Generating Station, Appendix C (MS Word; 73 kB) Western Regional Air Partnership. Abgerufen am 22. August 2011.
  5. Part 71 Federal Operating Permit Statement of Basis – Navajo Generating Station, Permit No. NN-ROP-05-06 (PDF; 260 kB) Navajo Nation Environmental Protection Agency. 2006. Abgerufen am 27. August 2011.
  6. ENSR Corporation - AECOM: BART Analysis for the Navajo Generating Station Units 1 - 3 (PDF; 3,7 MB) Western Regional Air Partnership. S. 6-1 & 6-2. 2007. Abgerufen am 27. August 2011.

Weblinks[Bearbeiten]