Navigatori-Klasse

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Regia Marina
Technische Daten
Schiffstyp: Zerstörer
Verdrängung: 1.900 ts Standard
2.690 ts Maximal
Länge: 107,20 m
Breite: 10,20 m
Tiefgang: 3,50 m
Antrieb: 4 Dampfkessel
2 Dampfturbinen mit Einfachgetriebe
55.000 PS (41.040 kW)
Treibstoffvorrat: 630 t Heizöl
Geschwindigkeit: 38 kn (70 km/h)
Reichweite: 3.800 sm bei 18 kn
800 sm bei 38 kn
Besatzung: 224
Bewaffnung: 6 × 120/50 mm-Geschütze (3*2)
2 × 40 mm-Flugabwehr-MK (2*1)
8 × 13,2 mm Flugabwehr-MGs
6 × 533-mm-Torpedorohre (2*3)
56 Wasserbomben

Die Navigatori-Klasse war eine Zerstörer-Klasse der italienischen Marine. Die Klasse bestand aus zwölf großen, nach italienischen Seefahrern genannten Zerstörern, die Ende der 1920er Jahre als Antwort auf die schnellen französischen Schiffe der Chacal- und der Guépard-Klasse bei verschiedenen norditalienischen Werften gebaut wurden:

Technische Daten[Bearbeiten]

Die zwölf Schiffe der Klasse waren relativ schwer bewaffnet und ursprünglich bis zu 42 Knoten schnell. Die Maschinenanlage bestand aus zwei räumlich voneinander getrennten Sätzen aus jeweils zwei Dampfkesseln mit einer Dampfturbine. Der vordere Antriebssatz wirkte auf die linke Schraubenwelle, der hintere auf die rechte. Durch diese Konstruktion sollte vermieden werden, dass ein Treffer im Maschinenraum das Schiff antriebs- und manöverierunfähig macht. Der größte Nachteil der Navigatori-Schiffe waren die hohen, sehr schweren Aufbauten, die den Schwerpunkt zu sehr nach oben verlegten und damit bei ungünstigem Seegang eine gewisse Instabilität verursachten. In den 30er Jahren bereinigte man dieses Problem durch Umbauten, die jedoch zu einer Verringerung der Höchstgeschwindigkeit führten. Aus diesem Grund setzte man die Schiffe während des Zweiten Weltkriegs vorwiegend zur Sicherung von Geleitzügen nach Nordafrika ein. Fast alle wurden versenkt oder gingen verloren. Die noch vorhandenen Geschwindigkeitsvorteile relativierten sich beim Einsatz, bei denen die Schiffe oft durch U-Boote, Flugzeuge und Minen versenkt wurden.

Die Abmessungen und die Verdrängung der verschiedenen Schiffe wiesen kleinere Unterschiede auf, da die Werften ihre Baulose (Serien) nicht ganz nach einem einheitlichen Standard realisierten.

Einsätze[Bearbeiten]

Die zwölf Zerstörer der Klasse bildeten die Zerstörergeschwader 14, 15 und 16 des Flottenkommandos in Tarent (1a Squadra Navale).

Alvise Da Mosto[Bearbeiten]

Gebaut auf der Quarnaro-Werft in Fiume, benannt nach dem Seefahrer und Entdecker Alvise Cadamosto (1432–1488), in Dienst gestellt am 15. März 1931, von den britischen Kreuzern HMS Aurora und HMS Penelope am 1. Dezember 1941 bei Tripolis versenkt.

  • Verband: 15. Zerstörergeschwader, Tarent
  • Kennung: DM
  • Motto: In ogni rischio e con ogni arme

Antonio Da Noli[Bearbeiten]

Gebaut in Riva Trigoso bei Genua, benannt nach dem Seefahrer und Entdecker Antonio da Noli (1419–1491), in Dienst gestellt am 29. Dezember 1929, am 9. Dezember 1943 vor Bonifacio auf Mine gelaufen und gesunken.

In der vom Zerstörer Da Noli gelegten Minensperre vor Kap Bon verloren die Briten zwei Zerstörer.

  • Verband: 14. Zerstörergeschwader, Tarent
  • Kennung: DN
  • Motto: Prendimi teco a l'ultima fortuna

Nicoloso Da Recco[Bearbeiten]

Gebaut auf der CNR-Werft von Ancona, benannt nach dem genuesischen Seefahrer Nicoloso da Recco (14. Jh.), in Dienst gestellt am 20. Mai 1930, außer Dienst gestellt am 15. Juli 1954.

Der Zerstörer sicherte vom 17. Dezember 1930 bis zum 15. Januar 1931 im Südatlantik einen Formationsflug Italo Balbos von Italien nach Brasilien. Von 1936 bis 1938 am Spanischen Bürgerkrieg beteiligt. Ab 1940 vorwiegend zu Geleitschutzaufgeben und zur U-Boot-Jagd eingesetzt, schoss etliche britische Flugzeuge ab (vier Flugzeuge am 21. Juni 1942). Am 1. Dezember 1942 bei einem Geleitschutzeinsatz schwer beschädigt.

  • Verband: 16. Zerstörergeschwader, Tarent
  • Kennung: DR
  • Motto: Ardisci e vinci

Giovanni Da Verrazzano[Bearbeiten]

Gebaut in Fiume, benannt nach dem Seefahrer Giovanni da Verrazano (1485–1528), in Dienst gestellt am 25. September 1930, vom britischen U-Boot HMS Unbending am 19. Oktober 1942 bei Lampedusa versenkt.

  • Verband: 15. Zerstörergeschwader, Tarent
  • Kennung: DV
  • Motto: Ultra terminos ausus

Lanzerotto Malocello[Bearbeiten]

Gebaut auf der Ansaldo-Werft in Genua, benannt nach dem genuesischen Seefahrer Lancelotto Malocello (um 1300), in Dienst gestellt am 18. Januar 1930, am 24. März 1943 nördlich von Kap Bon nach Minentreffer gesunken.

Der Zerstörer sicherte vom 17. Dezember 1930 bis zum 15. Januar 1931 im Südatlantik einen Formationsflug Italo Balbos von Italien nach Brasilien. Am 28. Juni 1935 kam es bei einer nächtlichen Übung zu einer Kollision mit der Nicolò Zeno, mit Toten und Verletzten und erheblichem Sachschaden auf beiden Schiffen. Die Lanzerotto Malocello nahm von 1936 bis 1938 am Spanischen Bürgerkrieg teil. Kurz nach dem Kriegseintritt Italiens war der Zerstörer an der Seeschlacht bei Punta Stilo beteiligt, dann sicherte er vorwiegend Konvois nach Nordafrika. Das Schiff wurde mehrfach von britischen U-Booten und Flugzeugen angegriffen, von denen es einige abschießen konnte. Im Juni 1942 wurde es gegen die britischen Vigorous und Harpoon-Konvois eingesetzt und zeichnete sich dabei bei der Verteidigung des beschädigten Schwesterschiffs Ugolino Vivaldi aus. Im Herbst 1942 erhielt es als einziges Schiff der Klasse eine deutsche Radaranlage. Während der Schlacht um Tunesien als Truppentransporter eingesetzt, lief es am frühen Morgen des 24. März 1943 bei Tunis auf eine Mine und sank.

  • Verband: 15. Zerstörergeschwader, Tarent
  • Kennung: MC (ab 1942 MO)
  • Motto: Impedimento non mi piega

Leone Pancaldo[Bearbeiten]

Gebaut in Riva Trigoso bei Genua, benannt nach dem Seefahrer und Teilnehmer an Magellans Weltumsegelung León Pancaldo (1488 - 1538), in Dienst gestellt am 30. November 1929, von Kampfflugzeugen am 30. April 1943 bei Kap Bon versenkt.

Das Schiff erhielt 1942 eine italienische Radaranlage vom Typ „EC3 Gufo“.

  • Verband: 14. Zerstörergeschwader, Tarent
  • Kennung: PN
  • Motto: D'aquila penne, ugne di leonessa

Emanuele Pessagno[Bearbeiten]

Gebaut von CNR in Ancona, benannt nach dem genuesischen Seefahrer Emanuele Pessagno (14. Jh.), in Dienst gestellt am 10. März 1930, vom britischen U-Boot HMS Turbulent am 29. Mai 1942 versenkt.

  • Verband: 16. Zerstörergeschwader, Tarent
  • Kennung: PE
  • Motto: Superare e superarsi

Antonio Pigafetta[Bearbeiten]

Gebaut in Fiume, benannt nach dem venezianischen Seefahrer und Teilnehmer an Magellans Weltumsegelung Antonio Pigafetta (1491–1534), in Dienst gestellt am 1. Mai 1931. Versenkt am 4. Mai 1941 das britische U-Boot HMS Usk westlich von Sizilien. Nach dem Waffenstillstand mit den Alliierten am 8. September 1943 von der Besatzung in Fiume selbst versenkt, von den Deutschen gehoben und als TA 44 übernommen. Am 17. Februar 1945 durch alliierte Bomben im Hafen von Triest versenkt.

  • Verband: 15. Zerstörergeschwader, Tarent
  • Kennung: PI
  • Motto: L'onore più che la vita

Luca Tarigo[Bearbeiten]

Gebaut von Ansaldo in Genua, benannt nach dem genuesischen Seefahrer und Entdecker Luca Tarigo (14. Jh.), in Dienst gestellt am 16. November 1929. Der Zerstörer sicherte vom 17. Dezember 1930 bis zum 15. Januar 1931 im Südatlantik einen Formationsflug Italo Balbos von Italien nach Brasilien. Die Luca Tarigo nahm von 1936 bis 1938 am Spanischen Bürgerkrieg teil. Während eines Geleitschutzeinsatzes am 16. April 1941 von britischen Zerstörern versenkt, versenkt jedoch noch den Zerstörer HMS Mohawk.

  • Verband: 16. Zerstörergeschwader, Tarent
  • Kennung: TA
  • Motto: A voga arrancata, a spada tratta

Antoniotto Usodimare[Bearbeiten]

Gebaut auf der Odera-Werft in Sestri Ponente bei Genua, benannt nach dem genuesischen Seefahrer und Entdecker Antoniotto Usodimare (15. Jh.), in Dienst gestellt am 21. November 1929. Nimmt im Dezember 1941 am ersten Seegefecht im Golf von Syrte teil, versenkt am 25. Februar 1942 zusammen mit dem Torpedoboot Circe das britische U-Boot P38. Am 8. Juni 1942 versehentlich vom italienischen U-Boot Alagi versenkt.

  • Verband: 16. Zerstörergeschwader, Tarent
  • Kennung: US
  • Motto: Navigare necesse (dt.: Seefahrt tut Not)

Ugolino Vivaldi[Bearbeiten]

Gebaut von Odero in Sestri Ponente, benannt nach dem genuesischen Seefahrer und Entdecker Ugolino Vivaldi (13. Jh.), in Dienst gestellt am 6. März 1930, verloren am 10. September 1943.

Rammte und versenkte am 1. August 1940 vor Ost-Sizilien das britische U-Boot HMS Oswald, zeichnete sich zusammen mit der Lanzerotto Malocello am 15. Juni 1942 bei Pantelleria gegen überlegene britische Zerstörerformation aus, wurde jedoch schwer beschädigt. Wurde nach dem Waffenstillstand am 10. September 1943 von deutschen Kampfflugzeugen vor Bonifacio versenkt.

  • Verband: 14. Zerstörergeschwader, Tarent
  • Kennung: VI
  • Motto: Con la prora diritta a gloria e a morte

Nicolò Zeno[Bearbeiten]

Gebaut in Fiume, benannt nach dem venezianischen Seefahrer, Entdecker und Kartografen Nicolò Zeno, in Dienst gestellt am 27. Mai 1930, verloren am 9. September 1943.

Versenkte am 4. Mai 1941 zusammen mit der Antonio Pigafetta das britische U-Boot HMS Usk westlich von Sizilien.

  • Verband: 15. Zerstörergeschwader, Tarent
  • Kennung: ZE
  • Motto: Più oltre

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Navigatori-Klasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch[Bearbeiten]