Nawaz Sharif

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Nawaz Sharif (2013)
Nawaz Sharif (rechts) wird von William Cohen empfangen

Mian Mohammed Nawaz Sharif (Urdu ‏میان محمد نواز شریف‎; * 25. Dezember 1949 in Lahore) ist ein pakistanischer Politiker der Muslimliga PML-N und Chef des Industriekonzerns Ittefaq, der der politisch einflussreichen Sharif-Familie gehört. Er war bereits von November 1990 bis Juli 1993 und von Februar 1997 bis Oktober 1999 Premierminister von Pakistan. Im Juni 2013 wurde er erneut zum Premierminister gewählt.

Leben[Bearbeiten]

Im Oktober 1990 gewann das von der Muslimliga dominierte Parteienbündnis Islamische Demokratische Allianz unter Führung Nawaz Sharifs die Parlamentswahlen in Pakistan gegen die PPP von Benazir Bhutto. Nawaz Sharif wurde Premierminister und kehrte zur Islamisierungspolitik Mohammed Zia ul-Haqs zurück.

Im April 1993 wurde Nawaz Sharif durch Staatspräsident Ishaq Khan entlassen. Benazir Bhutto wurde erneut Ministerpräsidentin. Bei den Parlamentswahlen 1997 nach der Absetzung Benazir Bhuttos errang die Muslimliga unter Nawaz Sharif die absolute Mehrheit. Am 12. Oktober 1999 wurde Nawaz Sharif durch den Generalstabschef des Heeres Pervez Musharraf durch einen unblutigen Putsch abgesetzt.

In Dezember 2000 einigten sich Pervez Musharraf und Nawaz Sharif unter Vermittlung Saudi-Arabiens und Libanons Altpremier Rafik al-Hariri darauf, dass Sharif für zehn Jahre Pakistan in Richtung Saudi-Arabien verlassen sollte. Im Gegenzug sollten Vorwürfe gegen Nawaz Sharif wie Landesverrat, Steuerhinterziehung und Korruption fallen gelassen werden.

Bei den Parlamentswahlen 2002 wurde eine dem Staatspräsidenten Pervez Musharraf nahestehende Abspaltung der Muslimliga, die Pakistan Muslim League Quaid-e-Azam (PML-Q) stärkste Fraktion. Die Muslimliga Nawaz Sharifs (PML-N) war nur noch eine Splitterpartei.

Nachdem Sharif nach dem Umsturz zunächst ins Exil nach Saudi-Arabien, dann nach London gegangen war, wurden ihm und seinem Bruder Shahbaz Sharif vom Obersten Gerichtshof Pakistans im August 2007 die Rückkehr nach Pakistan erlaubt. Diese Möglichkeit nahm er wahr. Er wurde jedoch am 10. September 2007 bereits bei seiner Ankunft auf dem Flughafen von Islamabad wegen Korruptionsvorwürfen in „Schutzhaft“ genommen und umgehend nach Saudi-Arabien abgeschoben.

Am 25. November kehrte er jedoch nach Pakistan zurück und wurde bei seiner Ankunft in Lahore von tausenden Anhängern begrüßt. Am Tag darauf ließ er sich als Kandidat für die Parlamentswahl am 8. Januar 2008 registrieren. Gleichzeitig schloss er eine Zusammenarbeit mit Pervez Musharraf aus, solange dieser Präsident sei.

Bei den nach der Ermordung Benazir Bhuttos auf den 18. Februar 2008 verschobenen Parlamentswahlen konnte sich Sharifs PML-N als zweitstärkste Partei noch vor der Musharraf nahestehenden Muslimliga PML-Q etablieren.[1] Der Versuch, zusammen mit der Pakistanischen Volkspartei eine Koalitionsregierung zu bilden, scheiterte bereits nach fünf Monaten und nur eine Woche nach dem Rücktritt von Staatspräsident Musharraf, als Sharif die Unterstützung von Premierminister Yousaf Raza Gilani aufkündigte.[2]

Der Konflikt zwischen dem Oppositionsführer Sharif und der pakistanischen Regierung verschärfte sich, als im Februar 2009 der Oberste Gerichtshof ein Politikverbot gegen Sharif verhängte.[3] Es kam zu gewaltsamen Protesten von Anhängern Sharifs in der Provinzhauptstadt Lahore.

Im März 2009 riefen Sharifs Muslimliga und zahlreiche Anwälte zu mehrtägigen Protesten gegen die Regierungspolitik auf. In einem „Langen Marsch“ auf die Hauptstadt Islamabad sollte für eine unabhängige Justiz in Pakistan demonstriert werden. Dabei kam es am 15. März 2009 in Lahore zu schweren Ausschreitungen zwischen Anhängern Sharifs und der Polizei. Meldungen, dass Sharif unter Hausarrest gestellt wurde, um seine Teilnahme an dem Kundgebungen zu verhindern, bestätigten sich nicht.[4] Nachdem die pakistanische Regierung der Hauptforderung der Opposition nachgegeben hatte und die Wiedereinsetzung mehrerer Richter, darunter den ehemaligen Obersten Richter Iftikhar Muhammad Chaudhry, angekündigt hatte, sagte Sharif den „Langen Marsch“ ab.[5]

Bei den Parlamentswahlen in Pakistan am 11. Mai 2013 erreichte Nawaz Sharif als Spitzenkandidat der Pakistanischen Moslem-Liga (Nawaz) (PML-N) für viele Beobachter unerwartet mindestens 130 der 371 zu vergebenden Parlamentssitze. Er war besonders in seiner Heimatprovinz Punjab erfolgreich. Am 5. Juni 2013 wurde er erneut zum Premierminister gewählt.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Zeit: Pakistan: Triumph für Bhutto-Partei vom 19. Februar 2008.
  2. Tagesschau: Das Ende eines Zweckbündnisses (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung vom 25. August 2008.
  3. Focus: Proteste nach Sharif-Urteil erwartet vom 26. Februar 2009.
  4. Tagesschau: Eskalation vor "Langem Marsch" (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[3] [4] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung vom 15. März 2009.
  5. NZZ: Politische Krise in Pakistan entschärft vom 16. März 2009.
  6. Stern: Pakistans Parlament wählt Nawaz Sharif vom 5. Juni 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nawaz Sharif – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Ghulam Mustafa Jatoi
Miraj Khalid
Mir Hazar Khan Khoso
Premierminister von Pakistan
1990–1993
1997–1999
seit 2013
Moinuddin Ahmad Qureshi
Zafarullah Khan Jamali