Neander Motorfahrzeug

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Emblem
Neander P 1 von 1924
Neander Bahnrennmotorrad von 1928
Neander-Motorrad von 1929

Die Neander Motorfahrzeug GmbH war ein deutsches Unternehmen, das Motorräder und Automobile herstellte.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten]

Ernst Neumann-Neander gründete das Unternehmen 1924 in Euskirchen. 1926 erfolgte der Umzug nach Düren-Rölsdorf. 1939 wurde die Produktion kriegsbedingt unterbrochen, und spätestens 1954 mit dem Tod von Ernst Neumann-Neander endgültig eingestellt. Insgesamt entstanden etwa 2100 Motorräder sowie etwa 20 bis 25 Automobile.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Motorräder[Bearbeiten]

Die ersten 1924 erschienenen Modelle wurden auch für die Allright-Werke konstruiert. Spätere Modelle hatten Einbaumotoren von Villiers und JAP. Außerdem entstand ein Leichtbau-Motorrad aus Duralumin von den Dürener Metallwerken.

Bekanntheit erlangte allerdings das seit 1926 aus Pressstahl gefertigte Modell mit „Neander-Einheitsrahmen“, das mit Einbaumotoren von 150 bis 1000 cm³ von J.A.P., Villiers, M.A.G. und Küchen ausgerüstet werden konnte.[1] 1928 wurde die Lizenz für diese Rahmen an Opel verkauft, die auf dieser Basis die Opel Motoclub herstellten.

Fahrmaschinen[Bearbeiten]

In den 1930er Jahren beschäftigte sich das Unternehmen mit der Entwicklung und dem Bau sogenannter Fahrmaschinen, einer Mischung aus Motorrad und Automobil. Mit diesen Fahrmaschinen wurde viele Rennen bestritten. Später entstanden auch Kurvenneiger und Fahrzeuge für Kriegsversehrte.

Bemerkenswert sind Neumann-Neanders drei- und vierrädrige „Fahrmaschinen“. Im Prinzip handelte es sich um aufs Wesentliche reduzierte Automobile, die heute vielleicht als Roadster charakterisiert würden. Das Unternehmen verfolgte mit den Konstruktionen, die es bewusst nicht als Automobil bezeichnet wissen wollte, das Ziel, einen einfachen und erschwinglichen „Volkswagen“ zu schaffen – ein Ziel, das nicht erreicht wurde; Gründe waren der hohe Preis durch die handwerkliche Einzelfertigung und die teils aufwendigen, innovativen Verfahren sowie ein mangelndes Marktinteresse an einem solchen Fahrzeug in einer Zeit, in der Automobile noch als reine Luxusgüter galten.

Ausstellung[Bearbeiten]

Im Jahre 2012 fand im Technik-Museum Kassel eine Sonderausstellung statt.[2] Dort waren vier Fahrmaschinen sowie elf Motorräder dieses Herstellers ausgestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Esswein: Ernst Neumann. Moderne Illustratoren Bd. 6. Piper, München 1905.
  • Franz Joseph Hall: Lichtquellen aus dem Geist. Frank Wedekind und Ernst Neumann-Neander. Pendragon, Bielefeld 1990. (Jahresgabe des Pendragon-Verlages für die Freunde des Verlages zum Jahreswechsel; 1990/91)
  • Reinhold Kraft u.a. (Hrsg.): Ernst Neumann-Neander 1871 - 1954. [Ausstellungen anlässlich des 50. Todestages von Ernst Neumann; Das technische Werk: 28. Mai bis 3. Oktober 2004 im Deutschen Zweiradmuseum, Neckarsulm; Das künstlerische Werk: 4. September bis 24. Oktober 2004 im Otto-Junker-Haus, Hürtgenwald-Simonskall; 19. September bis 7. November 2004 im Leopold-Hoesch-Museum, Düren]. Hahne und Schloemer, Düren 2004, ISBN 3-927312-66-5.
  • E. Neumann-Neander: Tagebuch der Zerstörung. Düren im November und Dezember 1944. Düren 1994, ISBN 3-92909-609-9.
  • Thomas Trapp: Ernst Neumann Neander und seine Motorräder. Bonn 1996, 2. Auflage 2001, ISBN 3-89365-546-8.
  • Thomas Trapp: Ernst Neumann Neander und seine Fahrmaschinen. 2002, ISBN 3-89880-041-5.
  • Rölsdorfer Geschichte(n), herausgegeben anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Schützenbruderschaft Constantia 1877 e.V., 2002, S. 267–290.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neander – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thomas Trapp: Ernst Neumann Neander und seine Fahrmaschinen
  2. Internetseite des Technik-Museum Kassel (abgerufen am 9. Dezember 2012)