Nebenschilddrüse

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Die Nebenschilddrüsen (lat.: Glandulae parathyroideae), auch als Epithelkörperchen bezeichnet, sind endokrine Drüsen der Säugetiere und Vögel. Es handelt sich um zwei Organpaare, insgesamt also um vier Epithelkörperchen, die beim Menschen etwa linsengroß sind. Sie bilden das Parathormon, ein Hormon, welches den Calciumspiegel im Blut erhöht.

Die Nebenschilddrüsen, Gld. parathyroideae (orange gefärbte Strukturen) in ihrer anatomischen Lage; Ansicht von dorsal

Anatomie[Bearbeiten]

Man unterscheidet jeweils ein äußeres und ein inneres Epithelkörperchen. Beide sind paarig. Bei Vögeln können auch drei Paare vorkommen (z. B. beim Huhn).

Das äußere oder obere Epithelkörperchen (Glandula parathyroidea externa/superior) entsteht embryonal aus der 4. Schlundtasche der Kiemenbogen. Bei einigen Arten liegt es relativ weit von der Schilddrüse entfernt, beim Pferd vor dem Brusteingang, bei Paarhufern an der Aufzweigung der Halsschlagader.

Das innere oder untere Epithelkörperchen (Glandula parathyroidea interna/inferior) entsteht aus der 3. Schlundtasche und liegt meist in, beim Menschen häufig etwas unterhalb der Schilddrüse.

Die Epithelkörperchen sind von einer zarten Bindegewebskapsel umgeben, von der feine Septen ausgehen. Die Epithelzellen sind strangartig angeordnet. Die Hauptzellen produzieren das Parathormon (PTH). Parathormon, als Antagonist des Calcitonins, erhöht die Calciumkonzentration im Blut durch indirekte Aktivierung von Osteoklasten. Neben den Hauptzellen kommen oxyphile Zellen vor, deren Zahl mit steigendem Lebensalter zunimmt. Ihre Funktion ist nicht bekannt.

Untersuchung der Nebenschilddrüsen[Bearbeiten]

Um die Funktion der Nebenschilddrüse zu messen bestimmt man folgende Werte :

Weitere Untersuchungsmöglichkeiten sind

Erkrankungen der Nebenschilddrüse[Bearbeiten]

Das autonome Adenom der Nebenschilddrüse ist der häufigste Grund für den Hyperparathyreoidismus

Wichtigste Erkrankung der Nebenschilddrüse ist eine Überfunktion, der Hyperparathyreoidismus (HPT). Die häufigsten Ursachen sind Tumoren und Hyperplasien des Drüsengewebes. Dabei können sowohl gutartige Adenome oder bösartige Adenokarzinome auftreten. Beim Haushund sind etwa ein Drittel der Nebenschilddrüsentumoren bösartig.[1]

Seltener kommen Unterfunktionen der Nebenschilddrüse vor (Hypoparathyreoidismus), diese sind in der Regel iatrogen, z. B. nach Schilddrüsenoperationen oder Überversorgung mit Vitamin D. Autoimmunerkrankungen können ebenfalls einen Hypoparathyreodismus auslösen. Symptom ist ein Mangel an Parathormon, welcher zu einer Hypocalcämie mit Krämpfen und Herzversagen führen kann.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikibooks: Nebenschilddrüse – Lern- und Lehrmaterialien

Literatur[Bearbeiten]

  • Hugo Černý und Uwe Gille: Epithelkörperchen, Nebenschilddrüsen, Glandulae parathyroideae. In: Franz-Viktor Salomon et al. (Hrsg.): Anatomie für die Tiermedizin. Enke-Verlag Stuttgart, 2. erw. Aufl. 2008 ISBN 978-3-8304-1075-1, S. 628–629.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. K. Joes und M. Kessler: Tumoren der Nebenschilddrüse - Klinische Charakteristika und postoperatives Management bei 13 Hunden. In: Kleintierpraxis 55 (2010), S. 650.