Nebka

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Dieser Artikel behandelt den Pharao. Siehe auch: Nebka (Geomorphologie).
Namen von Nebka
Abydos KL 03-01 n15.jpg
Kartusche Nr. 15 mit dem Namen des Nebka in der Königsliste von Abydos (Detail)
Eigenname
Hiero Ca1.svg
nb D28
Hiero Ca2.svg
Nebka (Neb Ka)
Nb k3
Königspapyrus Turin (Nr.III./4)
V10A V30 D28 Z1 HASH

Nebka
Nb k3
Mein Herr ist das Ka
Königsliste von Abydos (Sethos I.) (Nr.15)
Hiero Ca1.svg
V30 D28 Z1
Hiero Ca2.svg
Nebka
Nb k3
Mein Herr ist das Ka
Griechisch Manetho-Varianten:
Africanus: Necherophes
Eusebius: Necherochis
Eusebius, AV: Necherochis

Nebka ist der Geburtsname eines altägyptischen Königs (Pharaos), der laut den ramessidischen Königslisten in der 3. Dynastie regierte. Da der Name „Nebka“ von jeher nur als Kartuschenname überliefert ist, versucht die Ägyptologie bis heute, den Namen mit einem der zeitgenössisch bezeugten Horusnamen gleichzusetzen, was zu teils widersprüchlichen Ansichten geführt hat.

Namensbelege[Bearbeiten]

Der früheste Namensbeleg für „Nebka“ ist die Mastaba des hohen Beamten Achtiaa, dessen Amtszeit an das Ende der 3. Dynastie datiert wird. Der zeitlich nächste Namensbeleg findet sich im berühmten Papyrus Westcar (13. Dynastie), in welchem ein König „Nebka“ Zeuge eines Wunders wird. Die nächsten Namensnachweise erscheinen geschlossen in der 19. Dynastie. Die Königsliste von Abydos und der Königspapyrus Turin erwähnen einen „Nebka“ als Begründer der 3. Dynastie, indem sie seinen Namen chronologisch vor König Djoser setzen. Die Königsliste von Sakkara aus der Mastaba des hohen Beamten Tjuneroy präsentiert eine abgewandelte Form von „Nebka“, nämlich „Nebkarê“. Allerdings platziert die Sakkara-Liste den Namen an das Ende der 3. Dynastie, als direkten Vorgänger von König Snofru.

Identität[Bearbeiten]

Aufgrund der widersprüchlichen Namensüberlieferungen hat die moderne Forschung Schwierigkeiten, den Namen „Nebka“ chronologisch einzuordnen und mit zeitgenössisch belegten Horusnamen zu identifizieren. So sind Toby Wilkinson, Stephan Seidlmayer, Kenneth Anderson Kitchen und Rainer Stadlmann überzeugt, dass Nebka mit König Sanacht identisch ist. Hintergrund der Annahme ist ein Tonsiegelfragment, auf dem der unterste Teil einer Kartusche erscheinen soll. In dieser Kartusche meinen Wilkinson, Seidlmayer und Stadelmann die Reste eines Ka-Symbols zu erkennen, weshalb sie den Namen zu „Nebka“ rekonstruieren. Dietrich Wildung favorisiert zwar ebenfalls eine Gleichsetzung von Nebka mit Sanacht, zweifelt jedoch die Aussagekraft des Tonsiegels an, da dieses zu stark beschädigt ist und die erhaltene Inschrift eine Lesung einer Kartusche mit dem Namen „Nebka“ nicht hergibt.

John D. Degreef, Nabil Swelim und Wolfgang Helck sprechen sich gegen eine Gleichsetzung von Nebka mit Sanacht aus. Sie verweisen ebenfalls auf das fragliche Tonsiegelfragment, sowie auf den Umstand, dass der Name „Nebka“ auf keinem Monument und in keinem Dokument aus der Zeit vor Djoser erscheint. Nabil Swelim identifiziert Nebka mit dem Horusnamen Chaba. Wolfgang Helck schlägt vor, Sanacht mit dem Nisut-Biti Namen Weneg gleichzusetzen. Weneg regierte allerdings während der 2. Dynastie, weshalb Helck´s Vorschlag bislang auf Skepsis stößt.

Zeitliche Einordnung[Bearbeiten]

Wilkinson und Stadlmann verweisen auf die Abydos-Liste und den Turiner Königspapyrus, in beiden Dokumenten wird Nebka als Vorgänger von Djoser präsentiert. Daher sind sie überzeugt, dass Nebka (alias Sanacht) der Begründer der 3. Dynastie war.

Degreef, Helck, Kitchen, Wilkinson und Jochem Kahl hingegen bezweifeln diese Einordnung und führen Ausgrabungen im Grab von König Chasechemui bei Abydos als Argument an. Tonsiegelabdrücke des Herrschers erwähnen dessen Gemahlin Nimaathapi, die ihrerseits als Mutter von nur einem König ausgewiesen wird. Zudem wurden im Grab Siegel mit dem Namen eines „Horus-Netjerichet“ gefunden. Dieser Horusname wird heute einstimmig mit König Djoser gleichgesetzt. Tonsiegel des Sanacht fanden sich bislang nicht. Aus dieser Fundsituation schlussfolgern Degreef, Wilkinson, Helck und Kitchen, dass Nimaathapi die Mutter von Djoser war und Letzterer der direkte Nachfolger von Chasechemui gewesen sein muss. Ergänzend verweist Kitchen (der seinerseits Nebka sehr wohl mit Sanacht gleichsetzt) auf die Mastaba des Achtiaa, deren Datierung darauf hindeutet, dass Nebka nicht vor Djoser regiert haben kann. Er findet es zudem auffällig, dass der Turiner Königspapyrus für die Namen „Nebka“ und „Djoser“ die jeweils selbe Regierungsdauer (19 Jahre) angibt.

Erschwerend zur Fundlage kommt die Frage um die Einführung der Königskartusche hinzu. Helck, Kahl und Kitchen weisen darauf hin, dass die Aufnahme der Königskartusche als fester Namensbestandteil in die königliche Titulaturreihe erst mit König Huni, dem vielleicht letzten Herrscher der 3. Dynastie, sicher nachweisbar ist, sodass auch der Gebrauch von Kartuschen mit dem Namen „Nebka“ zeitlich sehr nahe an die Regierungszeit des Huni rückt, was wiederum den Angaben des Papyrus Westcar und der Königsliste von Sakkara entspricht. Daher schlussfolgern Kitchen, Kahl, Helck und Wilkinson, dass Nebka zwischen Djoser und Huni regiert haben muss.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jürgen von Beckerath: Handbuch der Ägyptischen Königsnamen (= Münchner ägyptologische Studien. Bd. 49). 2. verbesserte und erweiterte Auflage. von Zabern, Mainz 1999, ISBN 3-8053-2591-6, S. 49, 283 & 293.
  • Wolfgang Helck: Untersuchungen zu Manetho und den ägyptischen Königslisten (= Untersuchungen zur Geschichte und Altertumskunde Aegyptens. Bd. 18). Akademie-Verlag, Berlin 1956
  • Wolfgang Helck: Untersuchungen zur Thinitenzeit (= Ägyptologische Abhandlungen. Bd. 45). Harrassowitz, Wiesbaden 1987, ISBN 3-447-02677-4.
  • Kenneth Anderson Kitchen: Ramesside Inscriptions, Translated and Annotated Notes and Comments. Bd. 2. Wiley-Blackwell, 1998, ISBN 063118435X, S. 534 – 538.
  • Jean-Pierre Pätznik: Die Siegelabrollungen und Rollsiegel der Stadt Elephantine im 3. Jahrtausend vor Christus. Spurensicherung eines archäologischen Artefaktes (= Breasted, Ancient Records. (BAR), International Series. Bd. 1339). Archaeopress, Oxford 2005, ISBN 1-84171-685-5 (Zugleich: Heidelberg, Univ., Diss., 1999), S. 69 – 72 & 78 – 80.
  • Stephan J. Seidlmayer: The Relative Chronology of Dynasty 3. In: Erik Hornung, Rolf Krauss, David A. Warburton (Hrsg.): Ancient Egyptian Chronology (= Handbook of Oriental Studies. Section 1: The Near and Middle East. Bd. 83). Brill, Leiden u. a. 2006, ISBN 90-04-11385-1, S. 116–123.
  • Thomas Schneider: Lexikon der Pharaonen. Albatros, Düsseldorf 2002, ISBN 3-491-96053-3, S. 167 & 243.
  • Dietrich Wildung: Die Rolle ägyptischer Könige im Bewusstsein ihrer Nachwelt. Band 1: Posthume Quellen über die Könige der ersten vier Dynastien (= Münchner ägyptologische Studien. Bd. 17, ZDB-ID 500317-9). B. Hessling, Berlin 1969 (Zugleich: Diss., Univ. München). S. 54 – 58.
  • Toby A. H. Wilkinson: Early Dynastic Egypt. Strategies, Society and Security. Routledge, London u. a. 1999, ISBN 0-415-18633-1, S. 101 – 104.


Vorgänger Amt Nachfolger
Chasechemui?
Djoser?
König von Ägypten
3. Dynastie
Djoser?
Huni?