Nechung-Kloster

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Tibetische Bezeichnung
Tibetische Schrift:
གནས་ཆུང་དགོན།
Wylie-Transliteration:
gnas chung dgon
Aussprache in IPA:
[nɛtɕʰuŋ kø̃]
Offizielle Transkription der VRCh:
Naiqung
THDL-Transkription:
Nechung
Andere Schreibweisen:
Nätschung[1], Nächung[2]
Chinesische Bezeichnung
Traditionell:
乃瓊寺
Vereinfacht:
乃琼寺
Pinyin:
Nǎiqióng Sì
Nechung-Kloster (1993)
Eingang (Mai 2006)
Innenhof (Mai 2006)

Das Nechung-Kloster ist ein buddhistisches Kloster der Gelug-Schule auf dem Gebiet von Lhasa im Autonomen Gebiet Tibet der Volksrepublik China. Das Kloster liegt in der Nähe des Drepung-Klosters. Es ist die Stätte des Nechung-Orakels, das vom Dalai Lama in wichtigen Angelegenheiten konsultiert wird. Dieses "Staatsorakel" befand sich zunächst im Kloster Samye und wurde im 17. Jahrhundert zur Zeit des V. Dalai Lama nach hier verlegt.

Gründungsmythos[Bearbeiten]

Eine Orakelgottheit soll in dieser Gegend auf Wanderschaft gewesen sein und wurde, nachdem es ein Medium in Besitz genommen haben soll, von der Frau des Mediums in eine Kiste gesperrt und in dieser Kiste auf dem Fluss Lhasa He ausgesetzt.

Lama Cogpa Jangchub Pälden, der sich in der Nähe des späteren Klosters Drepung aufhielt, soll daraufhin eine Vision gehabt haben und sandte einen seiner Schüler aus, die Kiste zu bergen.

Der Schüler fand die Kiste und transportierte sie auf seinen Schultern, bis sie ihm so schwer wurde, dass er sie absetzen musste. Aus Neugierde soll er die Kiste geöffnet haben, woraufhin eine weiße Taube aus der Kiste flog und sich auf eine Birke setzte. Lama Cogpa soll daraufhin gesagt haben:

„Der Dharmapala ist groß, doch der Ort [tib. ne] ist klein [tib. chung]!“

So benannte Lama Cogpa jenen Ort und ließ dort dann angeblich das Kloster errichten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nechung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl-Heinz Everding: Tibet: Lamaistische Klosterkultur, nomadische Lebensformen und bäuerlicher Alltag auf dem „Dach der Welt“. Ostfildern: Dumont Reiseverlag, 2009, S. 181f.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. z. B. in Günther Schulemann: Geschichte der Dalai-Lamas. Wiesbaden: Verlag O. Harrassowitz, 1958.
  2. z. B. in Laurence Austine Waddell: Lhasa and Its Mysteries. London: E.P. Dutton, 1906.

29.67138991.055833Koordinaten: 29° 40′ 17″ N, 91° 3′ 21″ O