Neckargemünd

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Neckargemünd
Neckargemünd
Deutschlandkarte, Position der Stadt Neckargemünd hervorgehoben
49.3938888888898.7975127Koordinaten: 49° 24′ N, 8° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Rhein-Neckar-Kreis
Höhe: 127 m ü. NHN
Fläche: 26,15 km²
Einwohner: 13.164 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 503 Einwohner je km²
Postleitzahl: 69151
Vorwahl: 06223
Kfz-Kennzeichen: HD
Gemeindeschlüssel: 08 2 26 056
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bahnhofstraße 54
69151 Neckargemünd
Webpräsenz: www.neckargemuend.de
Bürgermeister: Horst Althoff (CDU)
Lage der Stadt Neckargemünd im Rhein-Neckar-Kreis
Bayern Hessen Rheinland-Pfalz Heidelberg Heilbronn Landkreis Heilbronn Landkreis Karlsruhe Mannheim Neckar-Odenwald-Kreis Eberbach Altlußheim Angelbachtal Bammental Brühl (Baden) Dielheim Dossenheim Eberbach Eberbach Eberbach Edingen-Neckarhausen Edingen-Neckarhausen Epfenbach Eppelheim Eschelbronn Gaiberg Heddesbach Heddesheim Heiligkreuzsteinach Helmstadt-Bargen Hemsbach Hirschberg an der Bergstraße Hockenheim Ilvesheim Ketsch Ladenburg Laudenbach (Bergstraße) Leimen (Baden) Leimen (Baden) Lobbach Malsch (bei Wiesloch) Mauer (Baden) Meckesheim Mühlhausen (Kraichgau) Neckarbischofsheim Neckargemünd Neidenstein Neulußheim Nußloch Oftersheim Plankstadt Rauenberg Reichartshausen Reilingen Sandhausen St. Leon-Rot Schönau (Odenwald) Schönbrunn (Baden) Schriesheim Schwetzingen Schwetzingen Sinsheim Spechbach Waibstadt Walldorf (Baden) Weinheim Weinheim Wiesenbach (Baden) Wiesloch Wilhelmsfeld ZuzenhausenKarte
Über dieses Bild
Neckargemünd an der Mündung der Elsenz in den Neckar

Neckargemünd ist eine Stadt am Neckar, zehn Kilometer flussaufwärts östlich von Heidelberg im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Lage und Naturraum[Bearbeiten]

Die Stadt gehört zur Metropolregion Rhein-Neckar und liegt an der namensgebenden Mündung der Elsenz in den Neckar, am Fuße des Hollmuth, umgeben von den Ausläufern des südwestlichen Odenwaldes. Die Gemarkung erstreckt sich in 116 bis 469 Metern Höhe. 19,1 Prozent der 2615 Hektar großen Gemarkung sind Siedlungs- und Verkehrsfläche, 28 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt und 48 Prozent sind bewaldet.[2] Das Gemeindegebiet ist Teil des Naturparks Neckartal-Odenwald. Die Elsenzaue, das Gebiet Sotten, eine Rodungsinsel östlich von Mückenloch, und das Gebiet Felsenberg stehen unter Naturschutz.[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet grenzt im Westen an Heidelberg, im Norden an Schönau, im Nordosten an das hessische Neckarsteinach und im Osten an Schönbrunn und Lobbach. Südlich von Neckargemünd liegt Wiesenbach (Baden), im Südwesten Bammental.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zur Stadt Neckargemünd gehören die ehemaligen Gemeinden Dilsberg, Mückenloch, Neckargemünd und Waldhilsbach. Zur ehemaligen Bergfeste Dilsberg gehören die Weiler Dilsbergerhof, Neuhof und Rainbach. Zu Mückenloch gehört die Siedlung Neckarhäuserhof. Zur Stadt Neckargemünd in den Grenzen von 1972 („Kernstadt“) gehören der Stadtbezirk Kleingemünd, das Anwesen Kümmelbacher Hof und die Häuser Faßfabrik, Kriegsmühle und Walkmühle. Die ehemalige Gemeinde Waldhilsbach ist jetzt Stadtteil Neckargemünds. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Dilsberg lag der im Mittelalter aufgegebene Ort Reitenberg. In Neckargemünd aufgegangen ist die Ortschaft Ziegelhütte.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Kupferstich nach Matthäus Merian
Hochwassermarken im Ortsteil Kleingemünd

Erstmals 988 unter dem Namen Gmundi urkundlich erwähnt, erhob König Heinrich (VII.) die Siedlung um 1230 zur freien Reichsstadt. Kaiser Ludwig verpfändete Neckargemünd 1330 an den Pfalzgrafen bei Rhein, der 1346 das Gericht der Meckesheimer Zent hierher verlegte. 1395 verlor Neckargemünd den Status einer Reichsstadt durch die Eingliederung ins pfälzische Territorium. 1466 erhielt die Stadt das Marktrecht, das 1544 erweitert wurde. 1566 wurde die Stadt wie die gesamte Pfalz protestantisch.

In den folgenden Jahrhunderten wurde die Stadt immer wieder von fremden Truppen besetzt. Während des Dreißigjährigen Krieges war es 1622 das Heer der Katholischen Liga unter Tilly. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde die Stadt von französischen Truppen unter General Mélac besetzt, 1799 waren es französische Revolutionstruppen und 1814–1819 stand russisches Militär in der Stadt. 1849 schließlich waren preußische Verbände hier.

1803 kam Neckargemünd zu Baden und wurde Sitz des vom Dilsberg verlegten Amtes. Durch die Badische Gemeindeordnung verlor Neckargemünd 1831 alle ehemaligen kaiserlichen Privilegien. 1857 wurde das Bezirksamt Neckargemünd aufgelöst und die Stadt dem Bezirk Eberbach und ab 1863 Heidelberg zugeteilt. Durch die Eröffnung der Badischen Odenwaldbahn im Jahre 1862 und der Neckartalbahn 1879 wurde die Stadt ans Schienennetz angeschlossen. Es folgte 1914 eine Straßenbahnverbindung nach Heidelberg.

Politisch waren vor dem Ersten Weltkrieg die Nationalliberalen am stärksten, während der Weimarer Republik waren sozialistische und liberale Parteien gleichauf. 1933 erhielt die NSDAP, die schon seit September 1930 stärkste Partei war, knapp 49 Prozent der Stimmen.

Neckargemünd wurde im Gegensatz zu Heidelberg im Zweiten Weltkrieg bombardiert. Ziel waren vor allem die Bahngleise, in deren Verlauf der Tunnel beim Deutschen Haus sich befand. So zerstörte im Herbst 1944 ein Volltreffer das Deutsche Haus, die örtliche NSDAP-Zentrale, welche hier eine Sammelstelle für das Winterhilfswerk eingerichtet hatte. In die Kellergewölbe dieses Hauses flüchteten sich die Umwohner, obgleich es kein offizieller Luftschutzbunker war (jener befand sich beim Gasthaus Adler), doch erwiesen sich die Gewölbe als sehr stabil, viele Menschen blieben dadurch am Leben. 1938 wurde eine große Straßenbrücke über den Neckar eingeweiht, die aber schon, wie die meisten anderen Übergänge über den Fluss auch, in der Woche vor Ostern 1945, und zwar hier am Gründonnerstag, von deutschen Pionieren gesprengt wurde. Dennoch nahmen zwei Tage später amerikanische Truppen die Stadt ein.

Im Jahr 1967 wurde der Grundstein für das Rehabilitationszentrum für Kinder und Jugendliche gelegt. Durch die Auflösung des Landkreises Heidelberg 1973 kam Neckargemünd im gleichen Jahr zum neuen Rhein-Neckar-Kreis.

Jahr 1439 1577 1688 1727 1818 1852 1905 1939 1965
Einwohner[5] 295 855 550 877 1956 2702 2637 3862 8107

Religionen[Bearbeiten]

Nach der Reformation waren alle heutigen Stadtteile lange mehrheitlich protestantisch. Nur auf dem Dilsberg bildete sich durch die Garnison ab 1700 eine katholische Mehrheit heraus. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhöhte sich der katholische Anteil durch die Aufnahme von Vertriebenen in den Gemeinden. 2004 waren 40,6 Prozent der Einwohner evangelisch und 32 Prozent katholisch.

Dilsberg

Eingemeindungen[Bearbeiten]

  • Kleingemünd (1. Januar 1907) - nach der Selbständigkeit in den Jahren 1860 - 1906
  • Dilsberg (1. Januar 1973) - kleiner Ort mit historischem Kern und mittelalterlicher Burgruine
  • Waldhilsbach (1. Januar 1974)
  • Mückenloch (1. Januar 1975)

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 57,63 % (2009: 56,15 %)
 %
30
20
10
0
29,01 %
26,25 %
24,88 %
19,85 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+3,87 %p
-4,34 %p
+0,67 %p
-0,21 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 25 Sitze. Davon sind 24 direkt gewählte Gemeinderäte, stimmberechtigter Vorsitzender ist der Bürgermeister.

Wahl 2014
Partei Stimmen Sitze
Freie Wähler 29,0 % 7 (+1)
CDU 26,3 % 6 (–1)
SPD 24,9 % 6
GRÜNE 19,9 % 5
Wahlbeteiligung 57,6 %
alte Ansicht von 1898

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1833-1839: Mathäus Heckman
  • 1839-1839: Georg Reibold
  • 1839-1842: Adam Herpel
  • 1842-1848: Philipp Bauer
  • 1848-1849: Peter Pabst
  • 1849-1851: Franz Degen
  • 1852-1855: Adam Herpel (2. Amt)
  • 1855-1861: Georg Reibold (2. Amt)
  • 1862-1867: Julius Friedrich Menzer
  • 1867-1873: Carl Heckmann
  • 1873-1899: Carl Thilo
  • 1899-1902: Carl Wittmann
  • 1903-1909: Franz Heeg
  • 1909-1910: Wilhelm Steinbrunn
  • 1910-1917: Georg Schneider
  • 1917-1919: Carl Kirchmayer
  • 1919-1928: Dr. Emil Leist
  • 1928-1939: Georg Müßig
  • 1939-1942: Wilhelm Cloos (Erster Beigeordneter im Verein)
  • 1942-1945: Gottfried Kramer (Erster Beigeordneter, dann Bürgermeister)
  • 1945-1948: Georg Lampertsdörfer
  • 1948-1966: Heinrich Held (1948-1951 kommissarisch)
  • 1966–1984: Kurt Schieck
  • 1984–2000: Oskar Schuster
  • seit 2000: Horst Althoff (CDU).

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: In Gold ein rot bewehrter und rot bezungter schwarzer Adler, belegt mit einem silbernen Brustschild, worin ein blauer Reichsapfel mit goldenem Kreuz und goldenem Beschlag.

Bereits ein Siegel aus dem Jahr 1359 zeigte den für eine Reichsstadt typischen Reichsadler. Das Wappen in seiner heutigen Form ist erstmals 1645 in Merians Topographia Palatinatus Rheni zu sehen. Die Flagge ist Schwarz-Gelb.[6]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften bestehen mit

Für das tschechische Valeč wurde 1965 eine Patenschaft eingegangen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Neckargemünd liegt an der Burgenstraße, dem Neckartal-Radweg und dem Neckarsteig, die alle an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführen.

Bauwerke[Bearbeiten]

Evangelische Ulrichskirche
Griechische Weinstube

In der Altstadt von Neckargemünd, die sich vom Neckartal den Hang hinaufzieht, findet man verschiedenste Sehenswürdigkeiten. Außer den bisherigen Hauptverkehrsstraßen Hauptstraße und Neckarstraße, die in jeweils nur einer Verkehrsrichtung durch die Altstadt führen, gibt es zahlreiche kleine Gassen mit vielen Fachwerkhäusern. Besonders erwähnenswert ist die sehr enge Kleppergasse, die direkt an der Rückseite der ehemaligen Stadtmauer verläuft. Der zuvor störende Durchgangsverkehr in der Altstadt wurde durch den 2011 eröffneten Straßentunnel, der in etwa parallel zum Eisenbahntunnel verläuft, und durch nachfolgende Maßnahmen der Verkehrsberuhigung weitgehend reduziert.

Am Neckarufer steht die evangelische St. Ulrichskirche, die auf den Grundmauern einer im 12./13. Jahrhundert erbauten Vorgängerkirche im spätgotischen Stil errichtet wurde. Die katholische Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk findet man am höher gelegenen Marktplatz. Das heutige Gebäude im neuromanischen Stil wurde an der Stelle einer kleineren katholischen Kirche 1894/96 erbaut. In der Nähe befindet sich auch die ehemalige lutherische Kirche, die 1770/71 im klassizistischen Stil errichtet wurde. 1821 als Folge der badischen Kirchenunion zwischen Reformierten und Lutheranern im gleichen Jahr an die Stadt verkauft, wurde sie bis 1984 als Rathaus genutzt; jetzt ist dort das Museum für verschiedene Aspekte der Stadtgeschichte untergebracht.

In dem am Anfang der Dilsberger Straße gelegenen Menzerpark steht die Villa Menzer. Sie wurde 1892 von dem Architekten Leonard Schäfer erbaut. Die Villa und der sie umgebende prachtvoll angelegte Park waren lange Zeit die hervorragenden Sehenswürdigkeiten von Neckargemünd. Sie war das Wohnhaus von Julius Menzer (1846–1917), Besitzer einer Weingroßhandlung, der als Erster griechische Weine nach Deutschland eingeführt hatte; später wurde er zum griechischen Konsul ernannt und Reichstagsabgeordneter für die Deutschkonservative Partei. Die Villa Menzer mit ihrem heutigen Aussehen ist das Ergebnis des Wiederaufbaus nach einem schweren Brand im Jahre 1947, der den alten, vielgliedrigen Dachstuhl vollkommen zerstörte.[7] Im Menzerpark wurde in der Zeit zwischen Juni 2003 und Juni 2008 nach einem Schulhausbrand das Max-Born-Gymnasium Neckargemünd in Containern untergebracht. Etwas weiter unten in der Neckarstraße steht die von Menzer 1882 eröffnete, seit Ende 2012 geschlossene griechische Weinstube „Zur Stadt Athen“. In seiner Zeit als Reichstagsabgeordneter eröffnete Menzer auch in Berlin eine griechische Weinstube, der noch eine weitere in Frankfurt folgte. Aber beiden Filialen war kein Erfolg beschieden, und sie mussten bald wieder geschlossen werden.

Neben der Weinstube und im Herzen der Altstadt stand das Hotel Ritter, ein ehemaliges Jagdschloss aus dem Jahr 1286. Es fiel in der Nacht auf den 10. Januar 2003 einem Brand zum Opfer. Für den Wiederaufbau dieses historischen Bauwerkes wurde kein Investor gefunden, woraufhin die Stadt im Juli 2006 den Abriss der Ruine beschloss. An der Stelle des Hotels wurde eine moderne Wohnanlage mit Eigentumswohnungen errichtet, wobei einzelne alte Bauelemente (u. a. ein Torbogen) in den Neubau integriert wurden.

Daneben findet sich der Prinz Carl, ein ehemaliges Gasthaus mit Brauerei aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Heute werden seine Räume von der Musikschule und der Volkshochschule Eberbach - Neckargemünd genutzt.

Am Ende der Altstadt und am Anfang des Wiesenbachertals steht das Karlstor, das 1788 zu Ehren des Kurfürsten Karl Theodor erbaut wurde. Darauf weist auch eine lateinische Inschrift über dem Torbogen hin.

Nur noch die Grundmauern sind von Burg Reichenstein auf dem Neckargemünder Hausberg Hollmuth zu sehen. Sie wurde Ende des 14. Jahrhunderts aufgegeben und ist seitdem verfallen.

Jugend[Bearbeiten]

Seit 1990 gibt es in der Dilsberger Straße den Jugendtreff Altes E-Werk, der unter Regie des Stadtjugendrings Neckargemünd mit unterschiedlichen kulturellen Angeboten und Veranstaltungen Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene anspricht.

Museen[Bearbeiten]

Das Museum im alten Rathaus wurde 1988 eröffnet. Es hat seine Wurzeln in der stadtgeschichtlichen Sammlung (1935–39) und dem Heimatmuseum Neckargemünd (1938–87). Es stellt die Geschichte Neckargemünds dar und hat neben einer volkskundlichen und einer kunstgeschichtlichen Abteilung einen Schwerpunkt auf der Neckarschifffahrt.[8] Des Weiteren werden regelmäßig Sonderausstellungen veranstaltet, die Werke Neckargemünder Künstler zeigen.[9]

Musik[Bearbeiten]

Die Popgruppe Liquido, die vor allem durch den Song "Narcotic" aus dem Jahr 1999 Erfolg fand, kommt aus Neckargemünd.

Der älteste und zugleich größte Gesangverein in Neckargemünd ist der

  • GV Liederkranz 1857 Neckargemünd e.V. mit vier Gruppen
    • Sound 'n' Pepper (Gem.Chor, Rock, Pop, Musical, Gospel, Spiritual)
    • Kinderchor "Die Pepperonis"
    • Vocalensemble (à Capella Klassik )
    • Traditionschor

Sport[Bearbeiten]

Auf eine hundertjährige Tradition als Fußballverein blickt die SpVgg 1911 Neckargemünd zurück. Seit 1996 gibt es einen weiteren Fußballverein, den FC Blau Weiss Neckargemünd 96 e.V.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Altes Elektrizitätswerk Neckargemünd an der Elsenz

Der Bahnhof Neckargemünd wird durch die Linien S1, S2, S5 und S51 der S-Bahn RheinNeckar halbstündlich in Richtung Eberbach/Mosbach/Sinsheim und Heidelberg/Mannheim bedient. Der zweite Haltepunkt der Stadt, Neckargemünd-Altstadt, wird nur von den S-Bahnlinien S1 und S2 angefahren.

Neckargemünd ist in das Busverkehrsnetz der RNV eingebunden. Die Buslinie 35 verkehrt werktäglich im 20-Minuten-Takt zwischen Heidelberg und der Endhaltestelle am Bildungszentrum im Spitzerfeld. Über weitere Buslinien sowie Ruftaxen im Rahmen des VRN ist Neckargemünd mit kleineren Ortschaften des Neckartals und des Odenwaldes verbunden. Neckargemünd gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar.

Durch den Ort führen die Bundesstraßen 37 (Kaiserslautern - Neckarelz) und 45 (Sinsheim - Wöllstadt). Über Heidelberg sind die Bundesautobahnen 5 und 656, über das Elsenztal (B 45) ist die Bundesautobahn 6 zu erreichen.

Von 1914 bis 1962 war Neckargemünd auch mit der Straßenbahn erreichbar, die „Neckartalbahn“ der Straßenbahn Heidelberg führte von hier über die Heidelberger Innenstadt nach Wieblingen.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Die Stadt ist (zusammen mit Eberbach) Sitz des Kirchenbezirks Neckargemünd-Eberbach der Evangelischen Landeskirche in Baden. In der ehemaligen Elly-Heuss-Knapp-Schule befindet sich das Kreisforstamt des Rhein-Neckar-Kreises.

Neckargemünd betreibt im Neckartal ein Terrassenfreibad mit Springerbecken, 50-Meter-Bahn (Olympiabecken), Nichtschwimmerbecken mit Rutsche sowie einem Babyplanschbecken. Das Olympiabecken und das Springerbecken sind seit der Badesaison 2008 als Naturbad realisiert.

Schulzentrum
Berufsbildungswerk

Bildung[Bearbeiten]

In Neckargemünd gibt es drei staatliche Grundschulen (Dilsberg/Mückenloch, Waldhilsbach, Neckargemünd) und eine Förderschule (Erich-Kästner Schule) (die frühere Hauptschule mit Werkrealschule ist jetzt in Bammental), weiterhin ein Schulzentrum mit Realschule und Gymnasium sowie eine staatliche Schule für Hör- und Sprachgeschädigte.

Das Schulzentrum brannte am 2. Juni 2003 fast vollständig aus. Nach zwei Jahren zäher Verhandlungen, während deren der Unterricht in Behelfscontainer ausgelagert worden war, wurde bis 2008 an gleicher Stelle ein modernes, für den Ganztagesbetrieb gerüstetes Schulzentrum errichtet. Der in Passivhausbauweise erstellte Neubau wurde 2009 von der RWE Energy AG mit dem PROM des Jahres für die energie-effizienteste gewerblich oder öffentlich genutzte Immobilie ausgezeichnet.[10]

Außerdem betreibt die SRH in einem großen Bildungszentrum mit Internat das Berufsbildungswerk Neckargemünd und zwei staatlich anerkannte Privatschulen: Die Stephen-Hawking-Schule (SHS), eine UNESCO-Projektschule, ist auf die Bildung körperbehinderter Kinder und Jugendlicher mit besonderem Förderbedarf im integrativen Unterricht mit nicht behinderten Schülern ausgerichtet. Die Schule bildet in zehn elementaren Bildungsgängen das baden-württembergische Schulsystem vom Primarbereich bis zum Gymnasium ab. Das Leonardo da Vinci Gymnasium ist eine Schule für hochbegabte Kinder und Jugendliche.

Darüber hinaus gibt es in Neckargemünd eine Musikschule und eine Volkshochschule. Die Stadt betreibt eine Bücherei. Für die jüngsten Einwohner gibt es drei kommunale, drei private und je zwei evangelische und römisch-katholische Kindergärten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 1893: Ludwig Carl Reichert, katholischer Stadtpfarrer
  • 1895: Gustav Wöttlin, Dekan, evangelischer Stadtpfarrer
  • 1984: Kurt Schieck, Bürgermeister von 1966 bis 1984
  • 1992: Henri Buet, ehemaliger Bürgermeister der Partnerstadt Evian
  • 1994: Wolf-Peter Haasemann, langjähriger Stadtrat und 1. Stellv. Bürgermeister
  • 2000: Oskar Schuster, Bürgermeister von 1984 bis 2000

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Sonstige mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Nutzinger: Kriegs-Chronik der Stadt Neckargemünd. Maschinenschriftliches Manuskript, 29 S. Neckargemünd, August 1945, wiederabgedruckt im Neckargemünder Jahrbuch 1995
  • Staatl. Archivverwaltung Baden-Württemberg in Verbindung mit d. Städten u.d. Landkreisen Heidelberg u. Mannheim (Hrsg.): Die Stadt- und die Landkreise Heidelberg und Mannheim: Amtliche Kreisbeschreibung.
    • Bd 1: Allgemeiner Teil. Karlsruhe 1966
    • Bd 2: Die Stadt Heidelberg und die Gemeinden des Landkreises Heidelberg. Karlsruhe 1968
  • Günther Wüst: Tausend Jahre Neckargemünd 988-1988. Beiträge zur Geschichte einer Neckartalsgemeinde. Bürgermeisteramt, Neckargemünd 1988.
  • Hermann Eris Busse: Heidelberg und das Neckartal. In:Badische Heimat. Zeitschrift für Volkskunde, Heimat-, Natur- und Denkmalschutz. 26. Jahrgang 1939. S. 417, „Neckargemünd im 16. und 17. Jahrhundert“. o.V., Freiburg im Breisgau 1939.
  • Badische Heimat, Publikationen des Landesvereins Badische Heimat. Zeitschrift für Volkskunde, Heimat-, Natur- und Denkmalschutz Jahrbuch, Heft 4 Ekkhart 1975
  • Neckargemünder Jahrbuch, Hrsg. Stadt Neckargemünd, erschienen 1989 bis 1998, Artikel zur Geschichte und Gegenwart der Stadt, Redaktion: Wolf Peter Haasemann, Klaus Hoepke, Doris Meyer zu Schwabedissen, Prof. Dr. Uwe Uffelmann, Dr. Günther Wüst .

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stand: 31. Dezember 2010
  3. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg
  4. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 381–384
  5. Kreisbeschreibung Bd. 2 S. 741: Neckargemünd mit Kleingemünd, ohne Dilsberg, Mückenloch und Waldhilsbach.
  6. Herwig John, Gabriele Wüst: Wappenbuch Rhein-Neckar-Kreis. Ubstadt-Weiher 1996, ISBN 3-929366-27-4, S. 86
  7. Klaus Hoepke: Hundert Jahre Villa Menzer. In: Neckargemünder Jahrbuch 1992, S. 6–29.
  8. Ursula Kohl: Museumsführer Rhein-Neckar-Kreis. Schwetzingen 1995, ISBN 3-87742-101-6
  9. Homepage Neckargemünd: Abgeschlossene Sonderausstellungen, abgerufen am 13. Februar 2014
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDie Preisträger. PROM des Jahres, abgerufen am 9. Juli 2009.
  11. Georg Hermann und das Haus Poststraße 2 bei www.stanomir.de (abgerufen am 27. Oktober 2012)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neckargemünd – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Neckargemünd – Reiseführer