Necronomicon

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem fiktiven Buch, weitere Bedeutungen finden sich unter Necronomicon (Begriffsklärung).
Necronomicon als Requisite

Das Buch Necronomicon ist die wohl berühmteste Schöpfung des US-amerikanischen Autors H. P. Lovecraft, der Anfang des 20. Jahrhunderts lebte. Dieses fiktive Buch ist ein Teil des Cthulhu-Mythos, wobei es in die Horror- und Fantasy-Literatur eingegangen ist wie kaum ein anderes, und zahlreiche andere Autoren zu Geschichten um dieses Werk inspiriert hat. Es hat dabei seinen ganz eigenen Mythos entwickelt.

Etymologie[Bearbeiten]

Wie Lovecraft in einem Brief an Harry O. Fischer im Jahr 1937 schrieb, ist der Titel Griechisch und übersetzt sich: nekros νεκρός ‚Leichnam‘, nomos νόμος ‚Gesetz‘, eikon εἰκών ‚Abbild‘, ‚Ebenbild‘ ‚Bild‘, womit sich als Bedeutung Ein Abbild des Gesetzes der Toten ergibt.[1] Obwohl diese Etymologie von Lovecraft selbst stammt und damit im Prinzip automatisch die richtige ist, gibt es andere Möglichkeiten der Herleitung, die wahrscheinlich sprachwissenschaftlich korrekter sind:

  • Die Toten betreffend – von nemein νέμειν ‚in Betracht ziehen‘, ‚ansehen‘
  • Wissen von den Toten – vom griechischen gnomon γνώμων ‚Kenner‘, ‚Schiedsrichter‘ oder ‚Zeiger einer Sonnenuhr[2] (unter der Annahme, das wortinitiale G sei verloren gegangen).
  • (Das Ding) das die Bräuche/Gesetze der Toten betrifft von:
    Nekros/nekr-o- (Nomen) ‚Tote (Person)‘
    nomos/nom-o- (Nomen) ‚Gesetz‘, ‚Brauch‘
    -ikos/-ike/-ikon (adjektivischer Suffix) ‚betreffend‘, ‚bezüglich auf‘
    entsprechend: nekr-o- + nom-o- + -ikos > nekronomikos ‚die Bräuche/Gesetze der Toten betreffend‘, als Nomen dann Necronomicon[1]

Außerdem taucht manchmal als Übersetzung: Das Buch der toten Namen auf – von onoma όνομά ‚Name‘[3].

Lovecrafts Necronomicon[Bearbeiten]

Das Necronomicon wurde von Lovecraft 1922 zum ersten Mal namentlich in der Erzählung The Hound erwähnt, die dann aber erst 1924 veröffentlicht wurde. Seinen eigenen Briefen zufolge fiel ihm dieser Name in einem Traum ein.[4] Der Titel Necronomicon ist aber auch unlösbar mit dem Namen des Autors, des verrückten Arabers Abdul Alhazred, verknüpft. Im Prinzip stellt das Necronomicon von Anfang an in Lovecrafts Geschichten ein Mysterium dar. Sein erstes Erscheinen fand nicht durch den Titel des Werkes, sondern durch seinen Autor und ein Inhaltsfragment (The Nameless City, erschienen 1921) statt. Lovecraft macht in all seinen Geschichten nur Andeutungen zum Inhalt und bezeichnet es immer als grässlich, gefährlich, monströs und verboten.

Während Lovecraft insgesamt zwar sehr materiell-wissenschaftlich orientiert war und seine Erzählungen dies sonst auch entsprechend widerspiegeln, gab ihm die Verwendung des Necronomicons eine Art Hintertür zum mystischen Element, über die er seine Liebe zur Poesie und lebhaften Prosa einbringen konnte.[5]

Chronologie der Fiktion bei Lovecraft[Bearbeiten]

George Wetzel zufolge erfolgte eine erste Anspielung auf das Necronomicon (ohne eine explizite Nennung) bereits 1919 in der Erzählung The Statement of Randolph Carter.[6]

Rezeption zu Lebzeiten[Bearbeiten]

Bereits zu Lovecrafts Lebzeiten wurde er mit Fragen nach dem fiktiven Buch überflutet und musste in vielen Briefen an die Fragesteller „gestehen“, das Necronomicon erfunden zu haben.[4] Besonders viel Aufmerksamkeit erregte das Erscheinen in Erzählungen anderer Autoren – Revisionskunden von Lovecraft, bei denen er das Necronomicon als Scherz einbaute.[8] Später verwenden andere Autoren auf Basis ihres Briefkontaktes mit Lovecraft ebenfalls dessen Schöpfungen. Das Essay zur Geschichte des Necronomicon wurde zwar erst nach Lovecrafts Tod veröffentlicht, er kommunizierte dessen Inhalt aber bereits 1927 bruchstückhaft in Briefen an seine Schriftstellerkollegen und Brieffreunde, wie z.B. Clark Ashton Smith.[9] Das Gefühl der Existenz eines „echten“ Necronomicon wird insbesondere dadurch schon von Lovecraft bestärkt, indem die Ausgaben des Buches in den Romanen einerseits als „Raritäten“ angegeben werden, die nur im Besitz ganz weniger Bibliotheken sind, und andererseits ihr erdachter Inhalt von den Protagonisten sehr ernst genommen wird.[10]

Fiktive Geschichte des Necronomicon[Bearbeiten]

Die wichtigste Darstellung der Fiktion ist ein kurzer Essay von H. P. Lovecraft aus dem Jahr 1927, der aber erst 1938 allgemein veröffentlicht wurde: History of the Necronomicon (dt. Titel: Geschichte und Chronologie des Necronomicons). Darin ist knapp die Geschichte des Buches beschrieben, vom ursprünglichen Autor über mittelalterliche Abschriften und Übersetzungen bis hin zu moderneren Ausgaben, die in seinen Geschichten von den Protagonisten konsultiert oder zitiert werden.

Das „Arabische Original“: Kitab Al'Azif[Bearbeiten]

Der ursprüngliche Text des Necronomicon stammt von Abdul Alhazred. Dabei ist Abdul Alhazred der Name, den Lovecraft schon im Alter von fünf Jahren als Pseudonym für sich verwendete, nachdem er ihn von einem älteren Verwandten, wegen seiner Liebe zum Orient der 1001 Nacht Geschichten, vorgeschlagen bekommen hatte.[11] Für seine Geschichte und Chronologie des Necronomicon erdachte Lovecraft noch einige weitere Details dieser Figur:

Abdul Alhazred war ein wahnsinniger Lyriker aus Sanaa im Jemen, der um das Jahr 700 n. Chr. lebte. Er erforschte die Geheimnisse der vergangenen Hochkulturen von Ägypten und Babylon und durchwanderte zehn Jahre die innerarabische Wüste, die viele Gefahren und Mysterien beherbergen sollte. Er soll bis in das sagenumwobene Irem (Iram), die „Stadt der Säulen“, vorgedrungen sein und unter den Ruinen einer Wüstenstadt die Geheimnisse und Aufzeichnungen einer Rasse gefunden haben, die lange vor der Menschheit lebte. In seinem Wahn hatte er nicht viel für den Islam übrig sondern verehrte unbekannte Wesen, die er Yog-Sothoth und Cthulhu nannte. Nach seinen Wanderungen ließ er sich in Damaskus nieder, wo er ab etwa 730 n. Chr. an dem Manuskript des Kitab Al'Azif arbeitete – dem Buch vom Summen (Kitab=Buch; Al= der,die,das...; Azif=Summen), das heißt von dem Geräusch, das die Wüstendämonen machen. Über sein Ende oder sein Verschwinden im Jahre 738 n. Chr. scheiden sich die Geister. So erzählt Ebn Khallikan, ein Biograph aus dem 12. Jahrhundert – ebensfalls eine von Lovecraft erdachte Gestalt, die auf Ibn Challikan, einen arabischen Biographen des 13. Jahrhunderts anspielte –, dass Alhazred in vollem Tageslicht von einem unsichtbaren Schrecken verschlungen wurde, während die Zeugen des Geschehens, gelähmt vor Angst, nur zusehen konnten.[12]

Die arabische „Originalversion“ oder auch eventuelle Kopien waren entsprechend einer Bemerkung im Vorwort der lateinischen Übersetzung bereits im 13. Jahrhundert verschollen. Anfang des 20. Jahrhunderts soll jedoch eine Kopie in San Francisco aufgetaucht sein, die aber bei einem Feuer zerstört wurde.[13]

Bemerkung: Diese Version des Necronomicons wurde am besten von Lovecraft ausgearbeitet, wird von ihm jedoch nur einmal – und das auch nur in einer Revisionsgeschichte – erwähnt („The Last Test“ (dt. Das letzte Experiment) für Adolphe De Castro).[14]

Die „Griechische Übersetzung“[Bearbeiten]

Lovecraft setzt seine Geschichte des Zauberbuchs im europäischen Mittelalter fort: Unter den Philosophen dieser Zeit soll es unter der Hand herumgereicht worden sein. 950 n. Chr. wurde das Azif dann heimlich von Theodorus Philetas von Konstantinopel ins Griechische übersetzt. Von ihm stammt auch der bekannte Titel Necronomicon. Es muss mehrere Manuskripte gegeben haben, die auch viele der Abbildungen genau reproduzierten und ein Jahrhundert lang zu schrecklichen Experimenten geführt haben, bis das Necronomicon um 1050 vom Patriarchen Michael verboten und verbrannt wurde. Lovecraft führt weiterhin aus, dass eine zwischen 1500 und 1550 in Italien gedruckte Version bei dem Brand der Bibliothek einer gewissen Person in Salem im Jahre 1692 zerstört wurde. Seitdem wurde keine griechische Fassung mehr gesehen, bis auf Gerüchte, dass die Familie Pickman eine griechische Ausgabe aus dem 16. Jahrhundert besessen habe, die aber zusammen mit dem Künstler R. U. Pickman im Jahre 1926 verschwunden sei.[12]

Die „Lateinische Übersetzung“[Bearbeiten]

1228 übersetzte nach Lovecrafts Fiktion Olaus Wormius (eine von Lovecraft erfundenen Gestalt, die nur den Namen mit der historischen Person Olaus Wormius gemeinsam hat) eine der griechischen Fassungen ins Lateinische. Papst Gregor IX. habe kurz nach dem Erscheinen der lateinischen Version 1232 sowohl diese als auch die griechische Ausgabe verboten. Lovecraft berichtet außerdem von zwei gedruckten Auflagen des lateinischen Manuskripts – zuerst im 15. Jahrhundert in Deutschland in Fraktur-Schrift und danach einmal im 17. Jahrhundert in Spanien. Beide Versionen weisen scheinbar keine besonderen Merkmale auf und ihre Herkunft und Datierung könnten nur anhand ihrer Typographien bestimmt werden. Entsprechend Lovecrafts Geschichte und Chronologie des Necronomicon liegt eine Ausgabe aus dem 15. Jahrhundert im British Museum unter Verschluss während die Druckfassungen des 17. Jahrhunderts in der Bibliotheque Nationale in Paris, der Widener Library in Harvard, der Bibliothek der Miskatonic University in Arkham und der Bibliothek der Universität von Buenos Aires aufzufinden sein sollen. Eine weitere Ausgabe aus dem 15. Jahrhundert soll sich in der Sammlung eines bekannten amerikanischen Millionärs befinden und es sollen noch weitere Kopien im Verborgenen liegen.[12]

Bemerkung: Das Manuskript von Olaus Wormius soll ausgiebig mit stilisierten Holzschnitten nach Vorbildern des arabischen Originals verziert gewesen sein.

„Englische Übersetzung“[Bearbeiten]

Der englische Mathematiker und Astrologe John Dee soll das Buch im Jahre 1586 ins Englische übersetzt haben. Die Übersetzung sei niemals gedruckt worden und nur noch in Bruchstücken erhalten.

Weitere Eckpunkte anderer Autoren[Bearbeiten]

  • Im 13. Jahrhundert wurde eine französische Übersetzung angefertigt[15]
  • 1590 wird eine lateinische Ausgabe in Cádiz gedruckt[16]
  • 1670 übersetzt Johann Lindemuth das Necronomicon ins Deutsche unter dem Titel „Die Totenrufen“ [sic.][17]
  • 1848 übersetzt Friedrich Wilhelm von Junzt (1795–1840) das Necronomicon unter dem Titel „Das Verichteraraberbuch“ [sic.] ins Deutsche[18]
  • 1901 veröffentlicht Joachim Feery „Original Notes on the Necronomicon“[19] [20]
  • 1929 wird „The Oldest History of the World“ entdeckt, das von Benjamino Evangelista geschrieben wurde, in dem er sich auf das Al Azif bezieht[21]
  • 1938: Doctor Laban Shrewsbury schickt das Manuskript für den ersten Band seines Buches „Cthulhu in the Necronomicon“ zum Drucken ein[22]
  • 1956: Henrietta Montague übersetzt die lateinische Necronomicon-Ausgabe des British Museum ins Englische[23]
  • 1969: Das 1912 von Wilfried Voynich entdeckte Manuskript entpuppt sich als eine Sammlung von Anmerkungen zum Necronomicon[24]

Eine große Zahl weiterer Eckpunkte wurden von Autoren des Rollenspiels Call of Cthulhu erfunden[25].

Inhalt[Bearbeiten]

Lovecraft hat als Inhalt des Necronomicon eine Art dämonischer Kosmologie sowie Zauberanleitungen erfunden. Demzufolge seien Informationen über die Älteren Wesen und ihre Zivilisation zur Zeit der Entstehung der Erde, über Schlangenmenschen und verschiedene Kultstätten im nahöstlichen Raum enthalten. Außerdem berichte das Buch über die Kulte der Götter Azathoth, Cthulhu, Nyarlathotep, Shub-Niggurath, Tsathoggua und Yog-Sothoth aus dem Mythos, den der Horrorautor in das Zentrum seines Schaffens gestellt hat. Das Necronomicon behandle nicht nur ihre Herkunft und ihre Geschichte, sondern enthalte auch zahlreiche Zauberformeln und Rituale zur Anrufung dieser „Großen Alten“.

Das Buch soll etwa 1000 Seiten[26] voller verschlüsselter Andeutungen und Doppeldeutigkeiten enthalten, in denen verschiedene magische Anweisungen verborgen seien. Die meisten Bedeutungen und Zaubersprüche seien mit den verschiedenen Stufen der fiktiven Übersetzungen verloren gegangen.

Das Necronomicon enthalte:

  • Symbole,
  • Flüche,
  • Hierarchie der Dämonen,
  • Auflistung der Herrscher, Generäle, Könige, Heerführer,
  • Beschwörungsformeln,
  • Zauberformeln,
  • Portale zu anderen Dimensionen.

Falle dieses Buch einem Menschen in die Hände, der die schwarzen Künste beherrscht, so könne er mit dessen Hilfe über die Dämonen gebieten und sich ihre Fähigkeiten zu Nutze machen. Mit den Zauberformeln sei es dem Magier möglich, durch Portale in andere Dimensionen zu schlüpfen und Tote zum Leben zu erwecken. Doch schon allein das Lesen dieses Buches könne verheerende Konsequenzen haben.

Lovecrafts Inspirationen und einige Fakten[Bearbeiten]

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Als Quelle für Lovecrafts Schöpfung kommt Lord Dunsany in Frage, ein literarisches Vorbild Lovecrafts. Der irische Adlige war bekannt für sein außerordentliches Interesse an okkulten Geheimnissen und ein Vertrauter des Dichters William Butler Yeats. Lord Dunsany verfasste zahlreiche fantastische Erzählungen, die auf einer eigenständigen Mythologie beruhen. Es steht außer Frage, dass er einen wesentlichen Einfluss auf das literarische Schaffen des jungen Lovecraft ausübte. Dies belegt ein im Jahr 1922 von Lovecraft verfasster Aufsatz, in dem er Lord Dunsany als „den vielleicht einzigartigen, originellsten und fantasievollsten unter den derzeit lebenden Autoren“ bezeichnet.

Der wirkliche Olaus Wormius lebte im 16. Jahrhundert. Es gibt jedoch Geschichten, in denen sowohl der wirkliche Olaus Wormius erwähnt wird als auch Olaus Wormius „der Ältere“, also Lovecrafts Wormius. Der „Ältere Wormius“ ist aber erfunden.

Mit dem Necronomicon konnte Lovecraft seine Kurzgeschichten in einen gemeinsamen Kontext stellen und damit ihre unheimliche Wirkung verstärken. Eine ähnliche Rolle spielten weitere fiktive Werke wie die Pnakotischen Manuskripte oder die Daemonolatreia des Remigius. Lovecraft ermunterte andere Autoren dazu, seine Erfindung in ihren Geschichten zu verwenden und benutzte im Gegenzug deren fiktive Bücher (zum Beispiel die Ponape Schrift (nach Lin Carter), das Liber Ivonis/ Livre d'Eibon/ Book of Eibon (nach Clark Ashton Smith), von Junzts Unaussprechlichen Kulten [sic!] (nach Robert E. Howard), das De Vermis Mysteriis von Ludvig Prinn und die Cultes des ghoules des Comte d'Erlette (beide nach Robert Bloch)) in seinen Geschichten.

Weiterführung durch andere Autoren[Bearbeiten]

Eine limitierte broschierte Edition Al Azif: The Necronomicon von L. Sprague de Camp, 1973 veröffentlicht bei Wildside PR, soll den Eindruck einer mysteriösen Handschrift vermitteln, die in einer als Duriac bezeichneten Sprache abgefasst ist, wie Sprague de Camp im Vorwort schreibt. Auch wenn im Vorwort vor einer Übersetzung oder lauten Lesung gewarnt wird, so erweist sich das Ganze bei näherem Hinschauen als Schwindel. Denn die außerordentlich verschnörkelten Zeichen, welche durchaus etwas an die arabische Schrift, aber mehr noch an das syrische Alphabet erinnern, sind derart ineinander verknotet, dass eine Entwirrung fast unmöglich scheint. Mehr noch: Der Text entpuppt sich als Wiederholung von Textbögen des Buches, so dass im Grunde nur höchstens weniger als ein Drittel des Buches als fortlaufender Text gesehen werden kann, während in den anderen zwei Dritteln des Buches dieser nur mehrfach wiederholt wird. Und das in einer Präzision, die nur Vervielfältigungsmaschinen bewerkstelligen können. Das Geheimnisvolle liegt hier nur in der Mühe des Schreibers, der viel Energie aufbringen musste, eine fiktive Schrift über dutzende Seiten „stilecht“ durchzuhalten.

Erwähnungen in der Popkultur[Bearbeiten]

Das Necronomicon wird verschiedentlich in der Romanen, Filmen, Popmusik und Computerspielen erwähnt. Die folgenden Listen führen einige Beispiele auf:

Literatur[Bearbeiten]

  • Der Schweizer Maler HR Giger veröffentlichte zwei Bildbände unter dem Titel Necronomicon. Motive hieraus wurden für den Science-Fiction-Film Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979) übernommen, für den Giger auch die Gestalt der Aliens entwickelte.
  • Das Necrotelicomnicon (Liber Paginarum Fulvarum) gilt auf der Scheibenwelt des Autors Terry Pratchett als das gefährlichste Werk über Magie, das je geschrieben wurde.
  • Von Chaosium ist eine englische Version des Necronomicon unter dem Titel Cultus Maleficarum erhältlich, die eine Abschrift des fiktiven Baron Frederic von Sussex von einer lateinischen Version des Necronomicon darstellt.
  • Im Illuminatus!-Roman der Autoren Robert Shea und Robert Anton Wilson spielen sowohl das Necronomicon als auch Lovecraft eine Rolle.
  • Im zweiten Teil der vierteiligen Wächter-Romanreihe von Sergej Lukianenko (Wächter des Tages) liest der Dunkle Magier Edgar im Necronomicon.
  • Der deutsche Autor Wolfgang Hohlbein verwendet in seinen Werken über den Hexer von Salem das Necronomicon.
  • In der Trilogie Narrenturm-Gottesstreiter-Lux perpetua des polnischen Autors Andrzej Sapkowski wird das Necronomicon neben weiteren Zauberbüchern benutzt.

Film und Fernsehen[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

  • Mehrere Bands, wie  u.a. die deutsche Thrash-Metal-Band Necronomicon, haben sich nach dem Necronomicon benannt oder beziehen sich textlich auf eine der populären Ausgaben (meist eine Simon- oder die Hay-Ausgabe), wie Morbid Angel und Absu. Die Band Andras behauptet, ihren Bandnamen einer dieser Ausgaben entlehnt zu haben.[27] Im Video zu The Faceless God der Black-Metal-Band Mørkriket, nimmt das Necronomicon eine zentrale Rolle in der Handlung ein.
  • Die US-amerikanische Band Nox Arcana veröffentlichte 2004 ein Album mit dem Titel Necronomicon.
  • Die deutsche Indie-Band Tocotronic veröffentlichte 2002 auf ihrem gleichnamigen Album das Lied Das böse Buch, in dem das Necronomicon Erwähnung findet.

Computerspiele[Bearbeiten]

  • Ebenfalls eine zentrale Rolle spielen das Necronomicon und der Cthulhu-Mythos im PC-Adventure Prisoner of Ice.
  • In dem Computerspiel Max Payne stößt der Protagonist auf einen Tisch im Club Ragnarock, auf welchem, unter anderem, das Necronomicon liegt.
  • In dem Spiel Secret of Mana wird das Necronomicon als fliegendes Buch dargestellt, welchen den Spieler mit Magie angreift.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDonovan K. Loucks: Mini-FAQ. In: The H.P. Lovecraft Archive. 10. März 2001, abgerufen am 23. April 2011 (englisch).
  2. Benselers griechisch-deutsches Schulwörterbuch, 13. Auflage, bearbeitet von Adolf Kaegi, Teubner, Leipzig und Berlin 1911, S. 169.
  3. Name: Griechisch >> Deutsch. In: Pons.eu: Das Sprachenportal. Pons GmbH, abgerufen am 29. April 2011.
  4. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDonovan K. Loucks: Quotes Regarding the Necronomicon from Lovecraft’s Letters. In: The H.P. Lovecraft Archive. 13. April 2004, abgerufen am 23. April 2011 (englisch).
  5.  Fritz Leiber, Jr.: A Literary Copernicus. In: Darrell Schweitzer (Hrsg.): Discovering H.P. Lovecraft. Revised & Expan. Auflage. Wildside Press, 2001, ISBN 978-1587154713, S. 16.
  6.  George Wetzel: Genesis of the Cthulhu Mythos. In: Darrell Schweitzer (Hrsg.): Discovering H.P. Lovecraft. Revised & Expan. Auflage. Wildside Press, 2001, ISBN 978-1587154713, S. 61.
  7.  George Wetzel: Genesis of the Cthulhu Mythos. In: Darrell Schweitzer (Hrsg.): Discovering H.P. Lovecraft. Revised & Expan. Auflage. Wildside Press, 2001, ISBN 978-1587154713, S. 60-61.
  8.  H. P. Lovecraft: Letter To Robert E. Howard. 14. August 1930 (Quotes Regarding the Necronomicon from Lovecraft’s Letters).
  9.  H. P. Lovecraft, August Derleth, Donald Wandrei (Hrsg.): Selected Letters II: 1925–1929. Arkham House Publishers, Inc., Sauk City, WI 1968, ISBN 0-87054-029-7, Letter to Clark Ashton Smith, 27. November 1927, S. 201–202 (Brieftext, abgerufen am 21. Juni 2011).
  10.  Fritz Leiber, Jr.: A Literary Copernicus. In: Darrell Schweitzer (Hrsg.): Discovering H.P. Lovecraft. Revised & Expan. Auflage. Wildside Press, 2001, ISBN 978-1587154713, S. 14.
  11.  De Camp: Lovecraft: Eine Biographie. Ullstein, 1989, ISBN 3-548-36561-2, S. 20.
  12. a b c  H.P. Lovecraft: Geschichte und Chronologie des Necronomicons. In: Azathoth. Vermischte Schriften. 230, Suhrkamp (Originaltitel: History of the Necronomicon).
  13. Dan Clore: H.P. Lovecraft: History of the Necronomicon. Abgerufen am 29. April 2011. – In der Ausgabe des „History of the Necronomicon“ von Rebel Press ist der folgende Satz in Klammern hinzugefügt: „there is, however, a vague account of a secret copy appearing in San Francisco during the present century, but later perished in fire“ – Dies scheint eine Anspielung auf Clark Ashton Smith’s „The Return of the Sorcerer“ zu sein.
  14. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDonovan K. Loucks: Quotes Regarding the Necronomicon from Lovecraft’s Stories. In: The H. P. Lovecraft Archive. 10. März 2001, abgerufen am 27. April 2011 (englisch).
  15.  Stanley G. Weinbaum: Der neue Adam. Heyne Verlag, 1985 (Originaltitel: The New Adam), ISBN 3-45330-435-7 (Ursprüngl. Ziff-Davis Pub. Co (1939)).
  16.  Gene Wolfe: Peace. Harper & Row, New York 1975, ISBN 978-0060146993.
  17.  Jared Lobdell: The Long-Lost Friend. In: The four corners of the tapestry : a casebook of Palmer Hopkins. : Pulpless.Com, Inc., Mill Valley, CA 1999, ISBN 978-1584450849.
  18.  Robert Anton Wilson: Schrödinger's Cat Trilogy. Dell, New York 1979, ISBN 978-0440500704.
  19.  Brian Lumley: Aunt Hester. In: The horror at Oakdeene and others. Arkham House, Sauk City, Wis. 1977, ISBN 978-0870540783.
  20.  Brian Lumley: Name and Number. In: The compleat crow. W.P. Ganley, Buffalo, N.Y. 1987, ISBN 978-0932445216 (erste Veröffentlichung 1982 im Magazin Kadath).
  21.  Colin Wilson: The Philosopher’s Stone. J.P. Tarcher, Los Angeles 1969, ISBN 0-87477-509-4.
  22.  August Derleth: Das Haus an der Curwen Street. In: Auf Cthulhus Spur. Insel Verlag, 1972 (Originaltitel: The house on Curwen Street. In: The trail of Cthulhu (1962), übersetzt von Rudolf Hermstein), ISBN 978-3458158158.
  23.  Brian Lumley: Die Herrschaft der Monster. Pabel, Rastatt/Baden 1975 (Originaltitel: The Burrowers Beneath, übersetzt von Helmut Pesch), OCLC 74265242.
  24.  Colin Wilson: Return of the Lloigor. Village Press, London 1974, ISBN 0904247449 (erste Veröffentlichung in: „Tales of the Cthulhu mythos“, Akham House (1969)).
  25.  Daniel Harms: The Cthulhu Mythos Encyclopedia. Ender Signs Press, 2008, ISBN 9781934501054, Appendix A-C.
  26.  H. P. Lovecraft, James Turner, August Derleth (Hrsg.): Selected Letters, 1932-1934: Volume Four. Arkham House Publ Inc., 1976, ISBN 978-0870540356.: erwähnt einen Abschnitt in Naacal auf S. 984
  27. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatANDRAS: Interview mit gesamte Band [sic!] Abgerufen am 27. Oktober 2009.

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Howard Philipps Lovecraft, Geschichte und Chronologie des Necronomicons, in: ders. et al., Azathoth · Vermischte Schriften · Ausgewählt von Kalju Kirde (Suhrkamp-Taschenbuch 1627, Phantastische Bibliothek 230), ISBN 3-518-38127-X, Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1989, S. 298–299. – Originalausgabe: H. P. Lovecraft, Beyond the wall of sleep (coll. by August Derleth & Donald Wandrei), Arkham House, Sauk City WI 1943.
  • Archentechtha, Die magischen Geheimnisse aus dem Necronomicon. Aus dem Vermächtnis der Schüler Abdul al Hazreds, ISBN 3-938090-16-2, Frank Jaspers Verlag, Bawinkel 2005.
  • Daniel Harms: The Cthulhu Mythos Encyclopedia, Updated & Expanded Third Edition. Elder Signs Press, 2008 ISBN 978-1-934501-05-4, Appendix A, B, C: S. 341–358.
    Appendix A – Chronologie
    Appendix B – Aufbewahrungsorte
    Appendix C – Inhalt
  • Daniel Harms, John Wisdom Gonce III: The Necronomicon Files. The Truth Behind the Legend. Revised and Expanded Edition. Samuel Weiser Inc., 2003 ISBN 978-1578632695.

Weblinks[Bearbeiten]