Nehemia

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Nechemja ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Für den Tannaiten dieses Namens siehe Nechemja (Tannait).
Ketuvim, ‏כְתוּבִים‎ (Schriften)
der Hebräischen Bibel
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des Alten Testaments
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Namen nach dem ÖVBE.
Eingeklammerte Namen folgen der Septuaginta.
Kursiviert: Deuterokanonische Schriften,
in protestantischen Bibeln Apokryphen

Das Buch Nehemia (auch 2. Buch Esra) ist ein Buch im jüdischen Tanach und im christlichen Alten Testament der Bibel.

Gliederung und Inhalt[Bearbeiten]

Seit dem Mittelalter wird das Buch Nehemia in 13 Kapitel unterteilt.

  • Kap. 1-2: Ankunft Nehemias in Jerusalem
  • Kap. 2-7: Wiederaufbau der Stadtmauer
  • Kap. 8-10: Verpflichtung aufs Gesetz durch Esra
  • Kap. 11-12: Namenslisten
  • Kap. 12,27-43: Weihe der Stadtmauer
  • Kap. 13: Reformen Nehemias

Thema: Wiederaufbau der Mauer und der Stadt Jerusalems
Besonderes: Laut umstrittenen Interpretationen Startpunkt für das Kommen des Messias, 445 v. Chr. Nissan (März/April), Start der 69 Jahrwochen Daniels.

Zusammenhang mit dem Buch Esra[Bearbeiten]

Das Buch Nehemia wurde historisch teilweise als „Zweites Buch Esra“ bezeichnet oder bildete sogar zusammen mit dem Buch Esra ein einziges Buch, wie wir bei Josephus, im Talmud und bei Hieronymus lesen. Dadurch konnte die Zahl der kanonischen Bücher auf die Zahl der Buchstaben im hebräischen Alphabet (22) beschränkt werden, was symbolisch wichtig war für die Abgrenzung des Kanons gegenüber nichtkanonischen Büchern. Protestantische und modernhebräische Bibeln enthalten zwei Bücher, benannt nach ihren Hauptpersonen: Esra und Nehemia. Auf jeden Fall hängen beide Bücher eng zusammen. Zu den verschiedenen Zählweisen der mit dem Namen Esra verbundenen Bücher, siehe Liste biblischer Bücher.

Laut einigen Autoren ist die Reihenfolge der Ereignisse in den Büchern Esra und Nehemiah teilweise durcheinandergekommen; auch könnte mit dem „ich“ der beiden Bücher an einigen Stellen der jeweils andere der beiden gemeint sein.

Autorschaft und Einordnung[Bearbeiten]

Die moderne historisch-kritische Forschung rechnet beide Bücher (Esra/Nehemia) zum „chronistischen Geschichtswerk“, das wohl nach 400 v. Chr. verfasst wurde (umstritten ist, ob vor oder nach den Feldzügen Alexanders des Großen).[1] Vermutet wird, dass der Autor (oder die Autoren bzw. Endredakteure) dabei auf umfangreiche und zuverlässige Quellenschriften, z. B. die in Neh 1,1 EU erwähnte sog. Nehemiaquelle oder -denkschrift und die sog. Esraquelle (Neh 8-10) zurückgegriffen haben.[2]

  • Zeitspanne (Esra und Nehemia): 538–430 v. Chr. (108 Jahre)
  • Datierung (Zeit der Niederschreibung): 4. Jh. v. Chr.[3]

Historischer Kontext[Bearbeiten]

Verbindung zur Weltgeschichte: Es war eine Zeit gewaltiger philosophischer Strömungen und Umbrüche, die bekannte Denker, Philosophen und Religionsstifter hervorbrachte. Bekannte ungefähre Zeitgenossen waren: Buddha, Konfuzius, Sokrates, Plato, Aristoteles. Esra als Erneuerer und teilweise sogar als Schöpfer des Judentums, wie wir es heute kennen, passt gut in diese Reihe hinein.

„Ein sehr starker Faktor ist die Überlebens-Leidenschaft, die dieses Volk (die Juden A. a.) beherrscht und es tatsächlich hat überleben lassen. Die ganze Gesetzgebung von Esra und Nehemia hat kein anderes Ziel, und sie war, weiß Gott, erfolgreich.“

Hannah Arendt

Die Person Nehemia[Bearbeiten]

Nehemia (hebr. נְחֶמְיָ֖ה, neçämjah, „Gott Tröster“; in der Septuaginta: Neemia) war ein babylonischer Jude. 444 v. Chr. wurde Nehemia zum Statthalter von Juda ernannt. Nehemia sorgte dafür, dass die Stadtmauern von Jerusalem wieder aufgebaut wurden und entwarf eine Reform der religiösen Vorschriften. Für die Durchsetzung der Reformen sorgte der Priester Esra. Zentrale Aspekte seiner Reform waren die Einhaltung des Sabbat, das Verbot, „fremde“ Frauen zu heiraten, und die Erhebung des Zehnten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. W. H. Schmidt: Einführung in das AT, S. 162
  2. W. H. Schmidt: Einführung in das AT, S. 163–164
  3. Zur Datierung des Esra-Nehemia-Buches in WiBiLex